Mobilfunk: Blutgrätschen in Barcelona

Mobilfunk: Blutgrätschen in Barcelona

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Mobile World Congress in Barcelona: Konkurrenzkampf verschärft sich

von Jürgen Berke

Notizen von dem Mobile World Congress in Barcelona: Der Umgangston untereinander wird härter, Firmenchefs grätschen in ihren Präsentation gerne auch mal gegen die Konkurrenz.

Wissen Sie, was eine Blutgrätsche ist? So nennen Fußballer ein böses Foul, das die Verletzung eines Gegenspielers bewusst in Kauf nimmt und meistens mit einer roten Karte geahndet wird. In Barcelona, auf dem Mobile World Congress, traten einige Unternehmen der Konkurrenz so stark vors Schienbein, dass auch sie vom Platz gestellt hätten werden müssen. Es geht in die heiße Phase des Kampfes um Endgeräte, Betriebssysteme und schnellere Netze. Da vergessen auch Firmenchefs alle Anstandsregeln und treten einfach zu.

Ein Beispiel: Der Chef von Nokia Siemens Networks, Rajeev Suri, legte auf der Pressekonferenz eine Chart auf, die - wie er sagt - ihm besonders gut gefalle. Ein scheinbar unabhängiges Institut hatte festgestellt, das ein von NSN gebautes Mobilfunknetz in Göteburg die besseren Übertragungswerte bringt als ein Netz vom Konkurrenten Ericsson in Stockholm. Sehr anschaulich zeigen Säulendiagramme die höheren Ausschläge bei NSN. Die Botschaft ist eindeutig. NSN greift Marktführer Ericsson an und sticht die Schweden sogar auf ihrem Heimatmarkt aus. Beim Kampf um die nächsten Milliardenaufträge ist NSN offensichtlich jedes Mittel recht.

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Foul vom Chef

Ein ähnliches Foul leistete sich René Schuster, der Deutschland-Chef von Telefónica/O2: Er behauptete, dass O2 das Kulthandy iPhone erfolgreicher verkaufe als T-Mobile und präsentierte, quasi als Beweis für diese These, eine interessante Zahl. In Großbritannien, wo O2 die exklusiven Vermarktungsrechte besaß, besitzen sechs Prozent der rund 60 Millionen Briten, dank O2, ein iPhone. In Deutschland habe es T-Mobile im gleichen Zeitraum bei immerhin 80 Millionen Einwohnern nur auf eine Rate von zwei Prozent gebracht. O2 werde dafür sorgen, dass sich das iPhone in Deutschland noch besser verkauft und die Verbreitung in Deutschland auf ähnliche hohe Werte steigern wie Großbritannien. In den ersten Monaten habe sich das Kultgerät außergewöhnlich gut verkauft, sagt Schuster.

Die Verbalattacke ist nur die Retourkutsche für die neuen, internationalen Daten-Flatrates, die die Deutsche Telekom in Barcelona veröffentlicht hat. Telekom-Chef René Obermann will die vielen Spanien-Urlauber zum Netzwechsel animieren. Telefónica profitiert mehr als andere Anbieter vom Urlauberstrom in den Süden, das will die Telekom jetzt ändern.

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