Mobilfunk: Handys sollen einheitliche Ladegeräte bekommen

Mobilfunk: Handys sollen einheitliche Ladegeräte bekommen

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Mobiltelefone sollen einheitliche Ladegeräte bekommen.

Ein fehlendes Netzteil beim Mobiltelefon könnte bald kein Problem mehr sein. Fast 20 Hersteller wollen ein einheitliches Ladegerät einführen und so einer Zwangslösung durch die Europäische Kommission zuvorkommen.

Bis zum Jahr 2012 soll die Mehrzahl der Mobiltelefone mit einheitlichen Ladegeräten verkauft werden. Dann bräuchten die Verbraucher kein neues Netzteil mehr, wenn sie zum Handy eines anderen Herstellers wechseln.

Unter dem Druck der EU-Kommission einigten sich führende Handy-Produzenten und Mobilfunk-Anbieter auf einen einheitlichen Standard, wie der Chef des Mobilfunkverbandes GSM Association (GSMA), Rob Conway, am Dienstag auf dem Mobile World Congress in Barcelona bekanntgab. Dadurch könne die Zahl der produzierten Ladegeräte halbiert werden, hieß es.

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EU hatte mit Zwangslösung gedroht

Die EU-Kommission hatte zuvor den Handy-Herstellern mit einer Regulierung gedroht, sollte kein einheitlicher Netzteil-Standard geschaffen werden. Erst in der vergangenen Woche hatte EU-Industriekommissar Günter Verheugen mit Nachdruck eine Lösung des Problems gefordert. „Wenn die Industrie jetzt nicht bald mit einer Lösung kommt, die dazu führt, dass es einheitliche Ladegeräte für die Handys gibt, dann werden wir die Industrie zwingen, das zu tun“, sagte er. Bei über 30 verschiedenen Typen von Ladegeräten in den 27 Ländern der EU gehe seine Geduld allmählich zu Ende.

Der italienische Europaabgeordnete Marco Caputo forderte am Dienstag, die Vereinbarung müsse verpflichtend sein und solle sofort umgesetzt werden. Unter Berufung auf eine französische Studie sagte er, alle 20 Monate würden rund 50 Millionen Ladegeräte weggeschmissen.

Zu den Unterstützern der nun in Barcelona vorgestellten Initiative gehören nach Angaben der GSMA 20 Hersteller, darunter Nokia, Samsung, Motorola, LG und Sony Ericsson. Außerdem stehen unter anderen die Netzbetreiber T-Mobile, Vodafone, AT&T, Orange und Telefónica/O2 hinter dem Plan.

Bislang liefern die Handyhersteller ihre Geräte mit unterschiedlichsten Netzteilen aus, die in der Regel untereinander nicht kompatibel sind. „Ich habe zu Hause einen ganzen Schrank voll Netzteile“, sagte Conway.

Die Branche schätzt, dass pro Jahr 50 bis 80 Prozent der verkauften Handys Austausch-Geräte sind, mit denen die Verbraucher ihre bisherigen Mobiltelefone ersetzen. Die Netzteile dieser Geräte kämen zusammen auf ein Gewicht zwischen 51 000 und 82 000 Tonnen, hieß es.

Das neue Standard-Ladegerät soll auf der Basis des technischen Standards MicroUSB produziert werden. Im Vergleich zu derzeit verwendeten Netzteil-Generation sollen die neuen Ladegeräte auch weniger Energie benötigen. „Das wird Millionen Tonnen von Treibhausgas im Jahr sparen“, sagte Conway.

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