Mobilfunk: Internettelefonie fürs iPhone ohne Aufpreis - bald auch in Deutschland?

KommentarMobilfunk: Internettelefonie fürs iPhone ohne Aufpreis - bald auch in Deutschland?

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Das Apple iPhone: AT&T erlaubt jetzt Internettelefonie ohne Aufpreis

von Thomas Stölzel

AT&T lässt kostenlose Skype-Telefonate im amerikanischen Mobilfunknetz zu. Das erhöht den Druck auf T-Mobile, auch in Deutschland gebührenfreie Internettelefonie zuzulassen. Ein Kommentar von WirtschaftsWoche-Redakteur Thomas Stölzel.

Der staatliche und öffentliche Druck auf den US-Mobilfunker AT&T war zu groß: Der amerikanische Telefonriese, der das Kulthandy iPhone in den USA exklusiv vermarktet,  wird künftig Internettelefonie in seinem Mobilfunknetz erlauben - und das ganz ohne Aufpreis für Kunden. Die kündigte er jetzt an.

Damit können amerikanische iPhone-Nutzer demnächst auch die Dienste des Luxemburger Unternehmens Skype und mehrerer anderer Voice-Over-IP-Anbieter im schnellen 3G-Funknetz nutzen. Dieses hatte AT&T aus Angst vor neuer Konkurrenz bisher für Internettelefonie gesperrt. So lässt die Skype-Software des iPhones Telefonate derzeit nur in den vom Mobilfunk unabhängigen externen Drahtlosnetzwerken zu.

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Die Entscheidung von AT&T dürfte nicht unbeachtet bei der Deutschen Telekom bleiben, die in Deutschland Apples iPhone exklusiv vermarktet. Schließlich hatte auch sie einen Proteststurm ausgelöst, als sie Anfang des Jahres ebenfalls ankündigte, Skype-Telefonate auf dem iPhone zu blockieren. Inzwischen hat T-Mobile dies zwar auf Druck von EU-Telekommunikationskommissarin Viviane Reding und der deutschen Bundesnetzagentur revidiert. Doch kündigte T-Mobile zur Jahresmitte an, für diese Erlaubnis von Kunden eine Extra-Gebühr zu verlangen. Ein Telekom-Sprecher sagte nun auf Anfrage, die AT&T-Entscheidung werde daran nichts ändern.

Das aber darf durchaus bezweifelt werden. AT&T ist vor allem auf Druck der amerikanischen Telekommunikationsaufsicht FCC eingeknickt, auch wenn der Konzern offiziell behauptet, „Kundenerwartungen analysiert“ zu haben. Tatsächlich hatte die FCC zuletzt in ihrem Streben nach sogenannter Netzneutralität immer mehr Druck auf AT&T aufgebaut.

Da sich EU-Kommissarin Reding derzeit ebenfalls das Ziel Netzneutralität auf die Fahnen geschrieben hat und hierbei eng mit der US-Behörde kooperiert, dürfte nun auch der Druck in Europa steigen. Denn selbst bei der Telekom dürfte kaum ein Manager glauben, dass es die Luxemburgerin Reding hinnimmt, bei der Liberalisierung der Telekommunikationsnetze ihren US-Kollegen nachzustehen.

Das unterstich sie gerade erst diese Woche noch einmal in einer Rede in Brüssel: Die Blockade der Internettelefonie durch Mobilfunker sei ein Beispiel dafür, wie die Netzneutralität bedroht sei, sagte sie. Und gehe es um Netzneutralität, stehe sie „in der ersten Verteidigungslinie“. iPhone-Nutzer in Deutschland dürfen also hoffen, dass irgendwann auch hierzulande kostenlose Internettelefonie via 3G-Netz möglich sein wird – schließlich will Reding auch in der neuen EU-Kommission Telekommunikationskommissarin bleiben.

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