
Der Streit zwischen dem Internet-Telefon-Anbieter Skype und den Mobilfunkanbietern droht zu eskalieren. Im März hatte die WirtschaftsWoche die Pläne der Deutschen Telekom aufgedeckt, den Internet-Telefoniedienst des Luxemburger Branchenriesen Skype auf den neuen Internet-Handys wie dem iPhone zu blockieren. Die Kunden der Telekom-Mobilfunktocher T-Mobile reagierten verärgert. Schließlich ist die Internet-Telefonie übers Handy in der Regel günstiger als die Angebote der Mobilfunker. Die EU forderte die nationalen Regulierungsbehörden auf, gegen die Blockade-Pläne vorzugehen.
Inzwischen erklärte die Telekom zwar, sie wolle den Skype-Dienst doch erlauben. Allerdings sollen die Kunden dafür monatlich mindestens 9,95 Euro zusätzlich zahlen. Auch Telekom-Konkurrent Vodafone hat für den Spätsommer eine kostenpflichtige Internet-Telefonie-Option angekündigt. Bei der Ebay-Tochter Skype löst das Empörung aus. Skype-Chef Josh Silverman lässt gegenwärtig alle Optionen prüfen, wie sein Unternehmen die Mobilfunker davon abhalten kann, eine solche Extragebühr einzuführen. Das bestätigt der Chef für Regulierungsfragen bei Skype, Jean-Jacques Sahel. Er schloss weder rechtliche noch politische Schritte aus. „Das Angebot ist unfair gegenüber Konsumenten und diskriminiert die Internet-Telefonie-Anbieter, deren Service sonst kostenlos für die Nutzer ist“, sagt Sahel.

Schützenhilfe bekommen Silverman und Deutschlands Telefonkunden unterdessen vom Präsidenten der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth. Der Chef der Regulierungsbehörde hatte die Spitzen der deutschen Mobilfunker im Mai in einem persönlichen Schreiben aufgefordert, sie sollen erläutern, wie sie mit der Internet-Telefonie umgehen wollen. Bis Ende Juni erwarte er Aufklärung, ob und warum Mobilfunkkunden die Internet-Telefonie verwehrt werde, heißt es aus der Behörde.
Die Tatsache, dass das Schreiben „von ganz oben“ stamme, und die „sehr sportliche Frist zur Reaktion“ belegten, welche hohe Bedeutung der Regulierer dem Thema beimesse. Ob und wie Kurth am Ende gegen die Mobilfunker vorgehen wird, hängt von deren Reaktion ab. Vorerst hofft die Netzagentur noch, dass sich die Mobilfunkanbieter auch in der Internet-Telefonie bald gegenseitig unterbieten, um Kunden zu gewinnen, und so wieder Wettbewerb entsteht.
Noch allerdings sträuben sich die Telefonkonzerne, beispielsweise weil Skype internationale Gespräche kostenlos beziehungsweise deutlich günstiger als die Mobilfunker anbietet. So stieg das grenzüberschreitende Gesprächsvolumen der Luxemburger 2008 Schätzungen zufolge gegenüber dem Vorjahr um 41 Prozent. Zudem sind auch Anrufe zu Sondernummern oft billiger als vom Handy.











