Moto Z im Test: Der Transformer unter den Smartphones

Moto Z im Test: Der Transformer unter den Smartphones

, aktualisiert 19. Oktober 2016, 13:04 Uhr
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Ja, das ist ein Smartphone: Das Moto Z lässt sich mit Modulen erweitern, hier einem kleinen Beamer.

von Lukas BayQuelle:Handelsblatt Online

Das Moto Z ist ein äußerst wandelbares Smartphone: Mit verschiedenen Aufsätzen macht Hersteller Lenovo es zum Beamer, zur Box oder zur Digitalkamera. Doch reicht das, um gegen Apple und Samsung zu bestehen?

DüsseldorfIn deutschen Supermärkten gehört der Satz „Darf es noch etwas dazu sein?“ längst zum Standard. Bald könnten auch Smartphone-Verkäufer im Beratungsgespräch um diese Phrase nicht verlegen sein. Denn mit dem Moto Z bringt Lenovo nun eines der ersten Smartphones auf den Markt, das sich mit einer umfangreichen Auswahl an Extras aufrüsten lässt.

„Mods“ hat der Hersteller sein Angebot an modularen Aufsätzen getauft, mit denen sich die Funktionen des Android-Smartphones erweitern lassen. Mit magnetischer Hilfe werden sie an der Rückseite des Gerätes angebracht. Lenovo ist nicht der einzige Hersteller, der über solche Erweiterungen nachdenkt, aber derjenige, der das Modularkonzept am konsequentesten verfolgt.

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Die Idee klingt nur logisch: Denn seit Jahren geraten die Konstrukteure bei ihren Entwürfen an natürliche Grenzen. Smartphones sollen einerseits immer flacher und leichter werden, andererseits immer leistungsfähiger. Der Kamerazoom musste darum digital immer weiter hochgeschraubt werden, für die Resonanz der Box blieb immer weniger Platz und einige Hersteller verzichten deswegen mittlerweile sogar auf einen Anschluss für Kopfhörer. Doch ist der Kunde wirklich bereit, für Extras zu zahlen?

Mit einem Preis von rund 700 Euro begibt sich Lenovo ohnehin schon selbstbewusst in die Champions League der Smartphones – und konkurriert direkt mit dem Apple iPhone 7 und dem Samsung Galaxy S7. Wer da mitspielen will, muss schon einiges mitbringen.

Mit dem Moto Z liefert Lenovo die Qualität, die man vom Hersteller gewöhnt ist. Das Smartphone ist sehr gut verarbeitet. Das 5,5 Zoll Display liefert mit seiner QHD-Auflösung ein brillantes Bild. Und mit seinem Quadcore-Prozessor und 32 Gigabyte Speicher, die sich über eine SD-Karte erweitern lassen, muss sich das Moto Z auch leistungstechnisch nicht verstecken. Leider reicht die Batterie nicht für einen ganzen Tag. Das macht angesichts der schnellen Ladung aber nichts. In einer halben Stunde sind 80 Prozent des Akkus wieder voll, wenn an einer Steckdose geladen wird. Ab dem vierten Quartal soll das Moto Z auch softwaremäßig Vorreiter sein. Dann läuft es auf Android 7.0 Nougat.

Darüber hinaus ist das Moto Z ohne Aufsatz mit fünf Millimetern extrem flach. Trotzdem ist ratsam, die Rückseite mit einer von derzeit sechs verfügbaren Style Shells (ab 20 Euro) zu verkleiden und damit wieder etwas breiter zu machen. Denn die glatte Rückseite ist nicht nur sehr empfindlich bei Fingerabdrücken, auch die Kontakte, an denen die Mods angebracht werden, liegen sonst offen. Da wäre es nicht ratsam, das Handy beispielsweise mit einem Schlüssel in einer Tasche aufzubewahren. Sonst werden auch die bislang vier verfügbaren Erweiterungen nicht funktionieren.

Für satte 350 Euro lässt sich das Smartphone zum Projektor umbauen. Der Bildschirm wird über einen Mini-LED-Beamer an die Wand projiziert – auf eine Größe von bis zu 70 Zoll. Die eingebaute Batterie reicht für eine Stunde. Allerdings funktioniert das System schon wegen seiner Größe nur in abgedunkelten Räumen wirklich zuverlässig. Ist es zu hell, ist zu wenig zu erkennen. Kleine, externe Mini-Beamer sind genauso leistungsfähig und in der Regel deutlich günstiger.


Gemeinsamkeit mit dem iPhone 7: ein Anschluss fehlt

Für 99 Euro extra lässt sich das Moto Z auch zum Soundsystem erweitern. Der Audiohersteller JBL hat für Lenovo eine Box entwickelt, die sich an das Smartphone ankoppeln lässt. Damit ist das System zwar deutlich dicker und schwerer, doch verspricht bis zu zehn Stunden einen anständigen Sound. Angetrieben wird die Box durch einen internen Akku. Der Anschluss ist damit denkbar einfach: Anklippen, fertig. Allerdings ist der Sound am Ende doch sehr blechern und anders als bei Bluetooth-Boxen können auch weitere Geräte nicht angeschlossen werden. Da kann auch der vergleichsweise geringe Preis nicht drüber hinwegtrösten.

Das dritte Extra im Test kommt besonders edel daher. Der Luxuskamerahersteller Hasselblad hat für das Moto Z den Kameraaufsatz „True Zoom“ entwickelt, der bis zu zehnfachen optischen Zoom möglich macht. Bei gutem Wetter und Lichtbedingungen können – so das Herstellerversprechen - auch weit entfernte Motive nah herangeholt werden. Bilder lassen sich auch im bei Fotografen beliebten Bildformat RAW speichern.

Für Profis arbeitet der Autofokus allerdings etwas zu träge. Und auch die Profieinstellungen wie Weißabgleich, Belichtungszeit oder ISO-Wert können die am Ende nur bedingt beeindruckende Bildqualität kaum retten. Da schneidet manche Digitalkamera genauso gut ab. 4K-Videos lassen sich sogar nur mit der internen Kamera des Moto Z filmen. Wer den Aufsatz verwendet, kommt maximal auf Full-HD-Qualität. Ohnehin scheint die verbaute Kamera im Moto Z mit ihren 13-Megapixeln nicht wesentlich schlechter zu sein. Warum also 300 Euro für den Aufsatz investieren?

Dafür vermisst man beim Moto Z tatsächlich – wie beim iPhone 7 – den Anschluss für Kopfhörer. Der Hersteller liefert zwar einen Adapter mit. Doch wer keine Bluetooth-Kopfhörer besitzt, hat auf längeren Bahnfahrten die Wahl, entweder den Akku zu laden oder Musik zu hören. Beides geht nicht.

Glücklich, wer sich da ein viertes Extra leistet. Denn Lenovo bietet auch einen ansteckbaren Akku an, der bis zu 22 Stunden zusätzliche Energie liefert. Überprüfen können wir das leider nicht, da das Extra zum Testzeitpunkt noch nicht verfügbar war. Doch auch bewegt man sich preislich deutlich über vergleichbaren externen Geräten. Für das Incipio Offgrid Power Pack verlangt der Hersteller 89 Euro. Für Bastler und Entwickler, denen die bisherigen Mods nicht reichen hat Lenovo auch für 115 Euro ein Moto Mods Development Kit im Angebot. Das Kalkül dahinter dürfte eher sein, das Geschäft mit den Extras in den kommenden Jahren weiter auszubauen.

Fazit: Elegante, aber teure Extras

Das Moto Z ist ein schlankes, elegantes Handy, das es technisch locker mit den Flaggschiffen der Konkurrenz aufnehmen kann. Wer sich Erweiterungen zulegen will, sollte allerdings lieber nicht auf den Preis achten. Denn die eleganten Extras sind bislang deutlich teurer als vergleichbare externe Geräte.

Quelle:  Handelsblatt Online
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