Motoryachten: Erste Yacht mit Hybridantrieb: Flüsterleise in den Hafen - Seite 2

Motoryachten: Erste Yacht mit Hybridantrieb: Flüsterleise in den Hafen

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Hybridschiffsmotor Quelle: Herstellerfoto
Hybridschiffsmotor Quelle: Herstellerfoto

Dass die Ersparnis nicht größer ist, liegt an der Umgebung, in der sich Boote bewegen. Während Hybridautos wie etwa der Toyota Prius ihre Batterie beim Bremsen wieder aufladen und aus dem Mix aus Benzin- und Strombetrieb ihre Ersparnis ziehen, kennt ein Boot keine Bergabfahrt. Es geht quasi immer nur bergauf. Sparen lässt sich mit dem Hybridantrieb also nur da, wo der Dieselmotor ineffektiv ist – beim Anfahren und Tuckern im Hafen.

Auch die Geschwindigkeit im Strombetrieb ist eher bescheiden – das Boot schafft dann maximal fünf Knoten, etwa neun Kilometer pro Stunde. Aber im Hafen sind höhere Geschwindigkeiten ohnehin nicht erlaubt. Hinzu kommt: Auf vielen Seen in Europa und inzwischen auch in Nordamerika dürfen Motorboote in den Sommermonaten wegen der Geräuschkulisse und der Schadstoffbelastungen nur noch eingeschränkt fahren. Der leise Antrieb kostet allerdings extra – fällig wird ein Zuschlag von immerhin rund 10.000 Euro auf den Dieselmotor. Die Differenz ist so selbst bei den gestiegenen Preisen für Dieselkraftstoff kaum wieder reinzuholen.

Dafür vergrößert sich mit dem Zusatzantrieb die Reichweite. Mit einem typischen Elektroboot kommt man in der Regel je nach Geschwindigkeit nur etwa 15 bis 50 Kilometer weit, bis nachgeladen werden muss. Die Kombination aus Akku und Dieselmotor erlaubt bis zu 550 Kilometer weite Ausflüge. Da kann man sich schon einmal aufs Meer wagen. Aufgeladen wird der Akku mit dem Diesel in einer Stunde, übers Stromnetz an Land in etwa vier Stunden.

Und wie bei den Hybridautos setzt Frauscher natürlich auch auf den Reiz des Besonderen und ein besseres Gewissen. „Natürlich geht es auch ums Marketing.“ Vorsorglich ist bereits eine weitere Produktionsstätte in Gmunden in Planung. Zu Hilfe kommt den Frauschers dabei der Trend, dem Alltagsstress auf dem Motorboot wenigstens für eine Weile zu entfliehen. Baute die österreichische Werft bis Mitte der Neunzigerjahre vornehmlich Segelyachten – rund 60 Stück noch 1995 – sind es heute nur noch ein oder zwei im Jahr. „Segeln braucht viel Zeit und Ausbildung“, erklärt sich der Bootsbauer den Nachfrageschwenk.

Für Motorenhersteller Steyr ist der Markt für die neue Antriebstechnik jedoch noch wesentlich größer. Geschäftsführer Mandorfer hat bereits etliche Anfragen vorliegen, unter anderem von Fischern aus Alaska. Zwar befindet sich in dem Bundesstaat das größte Erdöl-Fördergebiet der USA, doch die hohen Transportkosten haben den Treibstoffpreis in dem Bundesstaat auf Rekordwerte geschraubt. Die Fischer sind an allem interessiert, was die laufenden Kosten herunterbringt – aber auch an der Möglichkeit, sich den Fischgründen geräuschlos nähern zu können.

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