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Motoryachten: Erste Yacht mit Hybridantrieb: Flüsterleise in den Hafen

von Matthias Hohensee (Silicon Valley)

Hybridfahrzeuge gibt es nicht nur für die Straße: Der österreichische Bootsbauer Frauscher rüstet seine Motoryachten mit dem alternativen Antrieb aus.

Probefahrt der "St. Tropez"
Probefahrt der "St. Tropez"

Langsam und völlig geräuschlos gleitet die „757 St. Tropez“ aus dem Yachthafen von San Francisco in die Bucht vor der Westküsten-Metropole. Im Hintergrund funkelt die ausnahmsweise sonnendurchtränkte Skyline der Stadt, rechts liegt die Gefängnisinsel Alcatraz, links die Golden Gate Bridge. Als das rostrote Wahrzeichen direkt vor dem Bug seiner Yacht liegt, schaltet Eigentümer Michael Frauscher den 250-PS-Motor mit einem Knopfdruck von Batteriebetrieb auf Diesel um, gibt Vollgas und braust mit einer Geschwindigkeit von 34 Knoten oder 63 Kilometer pro Stunde über die Bucht. Für Frauscher ist es ein ganz besonderer Tag. „Davon habe ich seit Jahren geträumt, einmal im Yachthafen von San Francisco mein Boot zu präsentieren“, sagt der Österreicher stolz. Die 130.000 Euro teure Motoryacht ist dafür extra aus der Alpenrepublik eingeflogen worden.

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Auf der Paradefahrt um die Golde Gate Bridge begleiten ihn der österreichische Generalkonsul sowie die kalifornische Umweltministerin Linda Adams, die Gouverneur Arnold Schwarzenegger dem Landsmann zur Verstärkung geschickt hat. Denn Frauschers Yacht ist etwas ganz Besonderes: Es ist das erste Boot, das mit einem serienreifen Hybridantrieb aus Elektro- und Dieselmotor ausgestattet ist.

Die Idee für den umweltfreundlichen Bootsantrieb hatten Frauscher, sein Bruder Stefan und Cousine Andrea vor drei Jahren. Generatoren zur Stromerzeugung führt heute jede größere Yacht mit sich. Warum also, fragten sich die Inhaber der Frauscher Bootswerft, kombinieren wir nicht einfach einen Diesel- mit einem Elektromotor, um die Reichweite zu vergrößern und den Geräuschpegel in Landnähe zu senken? „Und dann gingen wir mit der Idee zum Steyr“, erzählt Michael Frauscher.

Mit Steyr ist Steyr Motors gemeint, eine Ausgründung der ehemaligen Steyr-Daimler-Puch-Gruppe. Das Wort der Frauschers zählt auch hier etwas: Der Familienname ist in Österreich ein Synonym für elegante Motorboote. In den Dreißigerjahren fertigte Firmengründer Engelbert Frauscher kleine Boote und Jollen, unter anderem für die Olympischen Spiele 1936 in Berlin. Nach dem Zweiten Weltkrieg baute er das Unternehmen wieder auf, die sommerliche Sperre für Motorboote auf österreichischen Seen brachte dann beinahe das Aus. Seine Söhne Ernst und Hans stiegen daraufhin auf den Bau von Segel- und Elektrobooten um.

Heute ist das Unternehmen aus Gmunden, einem kleinen Örtchen zwischen Linz und Salzburg, europäischer Marktführer für Elektroboote. Die 40-Mann-Firma baut jedes Jahr rund 170 Boote mit so klangvollen Namen wie Lido und Benaco. 2007 wurden damit rund zehn Millionen Euro umgesetzt. Die Boote werden nach wie vor sämtlich in Österreich montiert. „Sagen zu können, hier das hat der Sepp gemacht und das hier der Karl – das hat schon was.“

Beeindruckend ist auch das Antriebskonzept. Die Steyr-Ingenieure haben an die Schwungscheibe eines Schiffsdiesel einen Elektromotor geflanscht, der von vier 12- Volt-Nickel-Cadmium-Batterien gespeist wird. Im Dieselbetrieb dient der Elektromotor als Generator und lädt die Batterien wieder auf. Das Ergebnis ist eine Spritersparnis von „etwa 10 bis 15 Prozent“, schätzt Steyr-Geschäftsführer Rudolph Mandorfer.

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