Nach Cyber-Attacke: Deutschland ist mit blauem Auge davongekommen

Nach Cyber-Attacke: Deutschland ist mit blauem Auge davongekommen

, aktualisiert 15. Mai 2017, 15:22 Uhr
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Eine elektronische Anzeigentafel der Bahn im Hauptbahnhof Leipzig (Sachsen) zeigt am 13.05.2017 nur den Schriftzug «Bitte Aushangfahrplan beachten». Die weltweite Welle von Cyber-Attacken hat auch die Deutsche Bahn getroffen. An den Bahnhöfen gibt es derzeit noch technische Störungen an den digitalen Anzeigentafeln. Seit Freitag waren weltweit zehntausende Computer von einer großangelegten Attacke mit sogenannten Erpressungstrojanern betroffen. Die Schadsoftware verschlüsselt die Rechner und fordert Lösegeld, um sie wieder freizugeben. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Quelle:Handelsblatt Online

Ein großangelegter Cyberangriff hat am Freitag mindestens 150 Länder getroffen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik war nach eigenen Angaben wenig überrascht von der großangelegten Attacke.

BerlinNach der globalen Cyber-Attacke auf rund 150 Länder ist eine weitere Angriffswelle in Deutschland laut Bundesregierung bisher ausgeblieben. Der Angriff sei im Wesentlichen gestoppt, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Montag in Berlin zur aktuellen Lage in Deutschland. Die Befürchtungen einer zweiten Angriffswelle hätten sich bislang nicht bestätigt. „Wir beobachten das natürlich aufmerksam.“ Dies laufe insbesondere über das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). „Regierungsnetze sind nach wie vor nicht betroffen“, sagte der Sprecher.

Der „Wanna Cry“ genannte globale Cyber-Angriff hatte am Freitag nach Angaben von Europol mindestens 150 Länder sowie 200.000 Organisationen und Personen getroffen. Das Programm „Wanna Decryptor“ der Hacker verschlüsselt alle Daten auf dem befallenen Rechner und verlangt Lösegeld für die Entschlüsselung. Bei der Attacke nutzte die Schadsoftware eine Sicherheitslücke in nicht aktualisierten Microsoft-Betriebssystemen.

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Das für IT-Sicherheit in Deutschland zuständige Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik war nach eigenen Angaben wenig überrascht von dem großangelegten Angriff. „Wir waren darauf vorbereitet, darum ist Deutschland auch mit einem blauen Auge davon gekommen“, sagte BSI-Präsident Arne Schönbohm am Montag dem Inforadio vom rbb. Im zweiten Halbjahr 2016 sei ein Drittel der Unternehmen von Ransomware-Angriffen betroffen gewesen, bei denen die Daten auf den Rechnern verschlüsselt worden seien. „Was uns aber überrascht hat ist, dass immer noch noch viele Nutzer bestimmte Updates oder Sicherheitsmechanismen nicht schnell genug installieren und dort noch eine bestimmte Fahrlässigkeit herrscht.“

Die mangelnde Vorsorge in Unternehmen liegt nach Einschätzung von Schönbohm daran, „dass ein Großteil der IT-Verantwortlichen nicht die Entscheider in einem Unternehmen sind.“ Informationssicherheit sei die Voraussetzung für eine erfolgreiche Digitalisierung.

Schönbohm verglich den Angriff mit einer Flutwelle, deren Pegelstände noch weiter steigen. Neben der Bahn seien auch zahlreiche andere Unternehmen in Deutschland betroffen. „Wir sind - Stand Samstag - auf Platz 13 der betroffenen Länder.“ Er gehe davon aus, dass heute und morgen noch weitere Infektionen dazu kommen würden. Eine genaue Bilanz könne in einigen Tagen und Wochen gezogen werden.

Quelle:  Handelsblatt Online
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