Navigation: Star hinter Glas: Garmin stellt sein "nüvifone" vor

Navigation: Star hinter Glas: Garmin stellt sein "nüvifone" vor

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Auch der Navigationsgerätespezialist Garmin baute ein Smartphone. Das nüvifone ist eine Kombination aus Handy, Multimediaplayer und Navigationsgerät. Ein wirklicher Erfolg war dem Gerät nicht beschieden.

Die Enttäuschung war vielen auf die Gesichter geschrieben: Kaum hatte Navigationsgeräte-Hersteller Garmin heute sein "nüvifone", eine Mischung aus Handy und Navigationsgerät, auf dem Mobile World Congress in Barcelona der Öffentlichkeit präsentiert, wollte natürlich jeder den Neuling in die Hand nehmen und bestaunen.

Denn nach all dem, was bislang an Informationen in der Branche durchgesickert war, zählt das "nüvifone" sicherlich zu den Top-Produkten, die dieses Jahr erstmals in der spanischen Metropole gezeigt werden. Doch Fehlanzeige: Die - freilich noch nicht vollständig funktionstüchtigten Exemplare - lagen abgeschirmt hinter Glas. Ein erster Praxistest war daher nicht möglich. Dabei hatte Garmin-Chef Cliff Pemble die versammelten Journalisten ganz heiß auf das "nüvifone" gemacht: Es habe sicherlich einige Gemeinsamkeiten mit dem iPhone von Apple, meinte er und versprach dem Nutzer "neben allen Funktionen, die auf einem normalen Laptop zur Verfügung stehen, auch eine ganze Reihe weiterer Möglichkeiten".

Terminplaner, Webbrowser, Mediaplayer und Mailprogramm zählen natürlich zu den Standardfunktionen, die heutzutage schon jedes Mittelklassehandy beherrscht. Auch eine Kamera ist an Bord. Musik kann über einen seitlichen Kartenslot eingespeist werden.

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Interessant dürften die Vorteile der Navigation mittels GPS sein, die das "nüvifone" bieten soll. Pemble versprach, dass der Nutzer nicht nur Straßenverzeichnisse, sondern auch Verkehrsinformationen und die Lage von Geschäften, Tankstellen und Restaurants in der Umgebung abrufen kann. Dabei soll die Bedienung fast ausschließlich über einen berührungsempfindlichen Bildschirm erfolgen. Freilich: Wer zusätzliche Informationen auf das Gerät geschickt haben möchte, wird dafür zahlen müssen.

Im Gegensatz zum iPhone in der jetzigen Vesion wird der Garmin-Neuling flott im mobilen Internet unterwegs sein. Das Gerät unterstützt den Turbogang HSDPA, mit dem die meisten deutschen Mobilfunkanbieter gerade ihre Netze ausstatten. 

Die Konkurrenz des Handy-Weltmarktführers Nokia fürchtet der Garmin-Chef nicht. Zwar haben die Finnen in Barcelona gleich mehrere neue Mobiltelefone mit Navigationsfunktionen vorgestellt, doch Pemble hat für sein "nüvifone" eine andere Zielgruppe im Visier: Geschäftsleute, die viel unterwegs sind und dabei kein großes Unternehmensnetzwerk im Rücken haben. Das Marktpotenzial sei durchaus groß, schätzte er. Der Schwerpunkt liege auf den USA und Europa. Im ersten vollen Verkaufsjahr 2009 wolle Garmin rund 1,5 Millionen Geräte absetzen, sagte Pemble.

Im dritten Quartal dieses Jahres soll das "nüvifone" auf den Markt kommen - zum Preis schwieg sich der Manager jedoch noch aus und verwies auf laufende Gespräche mit verschiedenen Mobilfunkanbietern. Denkbar sind für ihn sowohl der herkömmliche Vertrieb über mehrere Anbieter als auch eine exklusive Zusammenarbeit mit einem Netzbetreiber, wie es Apple-Chef Steve Jobs mit dem iPhone vorgemacht hat. Pemble: "Das wird sich noch zeigen."

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