Neue Technik mit Tücken: Bad vibrations: Schwingende Wagen verderben Thalys-Kunden den Internet-Spaß an Bord

Neue Technik mit Tücken: Bad vibrations: Schwingende Wagen verderben Thalys-Kunden den Internet-Spaß an Bord

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Thalys (links) und ICE (rechts): Zwar funktioniert auch das Internet-Surfen im ICE der Deutschen Bahn auch nicht immer problemlos, wie wiwo.de-Stichproben ergeben haben, doch Thalys hat mit seiner neuen satellitengestützten Technik derzeit noch größere Probleme

Surfen im Internet bei Tempo 300. Was Thalys für seine Schnellzüge vor rund einem Monat ankündigte, funktioniert nicht immer, wie ein Praxistest von wiwo.de ergeben hat.

Surfen bei Hochgeschwindigkeit: Medienwirksam und mit großem Bahnhof in Form einer Presseveranstaltung verkündete das Eisenbahn-Konsortium aus SNCF (Frankreich), SNCB (Belgien), NS (Niederlande) und Deutscher Bahn vor rund einem Monat, dass Reisende im Schnellzug Thalys künftig während der Fahrt auf dem gesamten Streckennetz in allen vier Ländern im Internet surfen können. Rund ein Viertel der 26 Thalys-Züge sei schon mit der neuen Technik ausgestattet. Der Breitbandzugang zum weltweiten Netz wird dabei über eine Kombination aus Satelliten, UMTS-Mobilfunk und WiFi hergestellt - anders als dies beispielswiese in den ICE-Zügen der Fall ist, die die Deutsche Bahn mit Hotspots ausgestattet hat.

Nach einem erfolglosen Praxistest von wiwo.de musste das Konsortium jetzt jedoch eingestehen, dass es mit dem Surfspaß bei Tempo 300 noch ein wenig hapert. Die Probleme würden mit der Satellitenverbindung zusammenhängen, bestätigte gestern ein Thalys-Sprecher auf Anfrage von wiwo.de. Genau diese Verbindung sei jedoch die wichtigste, um den Internetzugang an Bord der Züge zu ermöglichen. Das leuchtet ein: Schließlich passiert der Thalys Ländergrenzen.

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Normalerweise sind die Thalys-Züge mit Internetzugang durch einen Aufkleber am Wagen gekennzeichnet. Beim wiwo.de-Praxistest fand der Taschencomputer zwar das Thalys-Bordnetz, der Monitor blieb dennoch weiß: Die Startseite, auf der der Nutzer etwa seine Kreditkartendaten angeben muss, bevor das Surfvergnügen bei Hochgeschwindigkeitsfahrt überhaupt beginnen kann, baute sich gar nicht erst auf.

Schuld daran, so der Thalys-Sprecher, seien die vibrierenden Züge. Die Schwingungen würden die Elektronik in den Satellitenantennen stören, die auf dem Dach des Schnellzugs montiert sind. Dadurch könne keine Verbindung zu den Satelliten aufgebaut werden. Dass Züge die Eigenschaft haben, bei der Fahrt zu vibrieren, ist an sich nichts Neues. Bahnschwellen, Weichen und Unebenheiten in den Gleisen stören aber auf diese Weise offenbar die sensible Technik. "Dies wurde leider erst jetzt festgestellt", meint der Thalys-Sprecher lapidar. Drei Züge seien von diesem Problem betroffen. Offenbar wurden nicht überall Antennen der gleichen Bauart moniert. Drei Züge - das ist aber schon rund die Hälfte der Züge, in denen Thalys zunächst den mobilen Internetzugang anbieten wollte.

Einziger Trost für Thalys-Kunden, die während der Fahrt E-Mails schreiben oder wiwo.de lesen möchten: Noch in dieser Woche werden die Antennen ausgetauscht. "Dann sollte der Internet-Service wieder funktionieren", sagt der Thalys-Sprecher zu. wiwo.de wird bei nächster Gelegenheit wieder testen.

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