Neue Telekom-Tarife: Handy-Surfen im Ausland ohne Kostenschock

Neue Telekom-Tarife: Handy-Surfen im Ausland ohne Kostenschock

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Handy am Strand: Die Deutsche Telekom bietet ab März eine bezahlbare Datenflatrate für mobile Online-Trips im EU-Ausland an

von Thomas Kuhn

Als erster großer Netzbetreiber bietet die Deutsche Telekom ab März eine bezahlbare Datenflatrate für mobile Online-Trips im EU-Ausland an. Das könnte die bislang horrenden Roaming-Preise für Datenübertragungen endlich ins Rutschen bringen.

Nur gut 24 Stunden dauerte es nach meiner Landung in Barcelona, bis mich eine SMS meines Mobilfunkanbieters aufschreckte. In dürren Worten teilte mir die Deutsche Telekom mit, dass sich die durch mobile Internetzugriffe, sowie E-Mail-Austausch verursachten Datenübertragungskosten bereits auf rund 40 Euro summierten.

Angesicht des unkalkulierbaren Kostenrisikos kappte ich umgehend den Zugriff meines Smartphones auf das Büro-E-Mail-Postfach und verzichtete fortan auf den Aufruf jedweden Online-Angebotes. Statt wie in Deutschland gewohnt, überall und ständig auf Anfragen von Kollegen oder Unternehmen reagieren zu können, navigiere ich seither im weitgehenden kommunikativen Blindflug über den Mobile World Congress. Anders als Bild-Chefredakteur Kai Diekmann, der während eines Nordafrika-Trips beim Bloggen via Mobilfunk Roaming-Kosten von mehreren Tausend Euro verursachte, versuche ich, mein Redaktionsbudget leidlich zu schonen.

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Geht es nach der Deutschen Telekom, soll derlei digitale Selbst-Kasteiung schon in wenigen Wochen der Vergangenheit angehören. Ein Bündel von drei neuen Roaming-Tarifen, die ab März zunächst für deutsche Vertragskunden angeboten werden, markiert den Umbruch im Preisgefüge. Später – voraussichtlich ab Mitte des Jahres – werden die Tarife dann zum einen auch für die Prepaid-Kunden der Telekom verfügbar, zum anderen für die Kunden der Auslandstöchter der Telekom.

1,95 Euro pro Tag fürs Surfen im EU-Ausland

Im kleinsten Paket der „Travel&Surf“ genannten Tarife, können die Kunden für 1,95 Euro pro Tag ein Datenvolumen von zehn Megabyte buchen. Der 50-Megabyte-Tagespass kostet 4,95 Euro. Und für 14,95 Euro pro Woche gibt es EU-weit sogar unlimitiertes Online-Datenvolumen. Damit wird der – vergleichsweise – sorglose Versand von Urlaubsfotos an die Daheimgebliebenen ebenso möglich, wie der Austausch von Geschäftsdokumenten ohne Kosten-Schock.

Allerdings wird die Download-Geschwindigkeit ab einem Maximalvolumen auf besseres Modem-Tempo gesenkt. Wo die Grenze liegt, will die Telekom voraussichtlich in gut einer Woche auf der Computermesse CeBit bekannt geben.

Mit dem neuen Angebot denkt die Telekom ein Konzept konsequent zu Ende, mit dem Konkurrent Vodafone bereits im Herbst vergangenen Jahres einen ersten Markstein in Sachen fairere Auslands-Datengebühren gesetzte hatte. Seit Anfang Dezember 2010 können D2-Kunden bei Reisen im EU-Ausland sowie in der Schweiz für zwei Euro pro Tag beziehungsweise fünf Euro pro Woche Datenpakete von 25 beziehungsweise 50 Megabyte kaufen und dann absurfen.

Anders als die Telekom ist das Datenvolumen aber begrenzt. Wer darüber hinaus Daten aus dem Netz zieht beziehungsweise dorthin verschickt, wird für das Zusatzvolumen dann bei Vodafone aber doch wieder zu den regulären Gebühren zur Kasse gebeten. Dass das noch lange so bleibt, ist aber nicht anzunehmen. Wann immer einer der großen Spieler im Mobilfunkgeschäft eine ernsthafte Tarifinnovation präsentiert hat, dauerte es in der Vergangenheit selten mehr als ein paar Tage, bis die Konkurrenz nachzog.

Im Fall von O2 waren es auf dem Mobile World Congress sogar nur wenige Stunden. Dann meldete sich die Münchener Telefónica-Tochter mit einer neuen Tarif-Offerte. Deutsche Telefonkunden können ab sofort im EU-Ausland bis zu elf Megabyte an Daten zum Preis von einem Megabyte (5,12 Euro) aus dem mobilen Internet abrufen oder dorthin verschicken. Wer das zwölfte Megabyte anbricht, zahlt weitere 5,12 Euro – und bekommt Zugriff auf ein weiteres Elf-Megabyte-Datenpaket.

Das ist zwar deutlich erheblich als bisher – im Vergleich zu den Offerten von Vodafone und (erst Recht) der Deutschen Telekom – noch immer deutlich teurer und kundenunfreundlicher. Dazu kommt, dass das neue O2-Angebot offenbar mit der sehr heißen Nadel gestrickt ist. Denn der Tarif, der ab sofort angeboten wird, bleibt zunächst einmal nur bis zum 15. März im Programm. Ob und zu welchen Konditionen der mobile Trip ins Netz im Ausland danach bei O2 angeboten wird, bleibt abzuwarten.

E-Plus am teuersten

Mit Abstand am teuersten ist noch E-Plus. Unter seiner Marke Base bieten zwar auch die Düsseldorfer inzwischen einen preisreduzierten Datenroaming-Tarif an. In den sogenannten Reisevorteil-Ländern – neben der EU auch einige Staaten Osteuropas – kostet das Megabyte mobiles Internet oder E-Mail-Verkehr nur noch 49 Cent .

Verglichen mit den 2,49 Euro die E-Plus beispielsweise bei Reisen in die Schweiz oder die USA berechnet, ist das zwar ein massiver Kostenschnitt. Doch im Vergleich etwa mit der Vodafone-Offerte – 2 Euro pro Tag für 25 Megabyte  – ist E-Plus noch immer massiv teurer. Dort kosten das gleiche Datenvolumen selbst unter günstigsten Umständen 12,25 Euro. Für nur etwas mehr Geld gibt’s bei der Telekom inzwischen eine Flatrate für eine ganze Woche.

Wie gesagt, in ein paar Tagen beginnt die Cebit. Vielleicht präsentiert dann ja auch der Markenverbund von E-Plus sein neues Tarifportfolio für Online-Zugriffe im Ausland.

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