Teil 8 – Die silberne Geldklammer. Geld regiert die Welt, das war so und das bleibt so. Nur das Geld verändert seine...
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7 KommentareDas Neuromarketing eigentlich alles was mit Neuro- anfängt ist alter Wein in neuen Schläuchen. Punkt.
Erläuterung: Die Erkenntnisse sind durchweg nicht neu und auch mit herkömmlichen psychologischen empirischen Methoden zu gewinnen bzw. gewonnen worden.
Neuro- ist einfach ein neuartiger Marketingbegriff um ein bisschen Wind zu machen. Und alles Neue führt ja zu Dopaminausschüttung im "belohnungszentrum"oder herkömmlich ausgedrückt: Menschen mögen neues. Neues wird mit erhöhter Aufmerksamkeit bedacht. Eigentlich eine Alte Erkenntnis. Aber Dopamin, belohnungszentrum, Glückszentrum klingt irgendwie besser und: neu. Und neuro- klingt besser als Werbepsychologie.
Neuromarketing eben. ;)
Wem nützt es? 1. Den Forschern, die so begeisterungsfähigen Entscheidungsträgern Mittel entlocken und ihrem Fach den Nimbus der praktischen Anwendbarkeit zu geben.
2. Den beratern die alten Wein in neuen Schläuchen verkaufen können.
Meinen Sie so etwa wie wenn man mit den modernsten Sensoren der Wellt nachweisen würde, dass man im Regen nass wird?
Natürlich sind die Erkenntnisse nicht neu. Allerdings ist auch diese Einsicht selbst nicht neu.
Wenn ein Wissenschaftler etwas erfinden würde, mit dem sich jeder Mensch in einen willenlosen Kaufsklaven verwandeln ließe, würde er es ohne Skrupel auf den Markt bringen. So, wie Wissenschaftler auch schon die Wasserstoffbombe entwickelt haben, weil ihnen die Wirkung der Atombombe noch nicht genug war. Die Millionen sollten besser in die beantwortung der Frage fließen, ob diese begabten "Nerds" einen Anspruch darauf haben, Angehöriger der menschlichen Zivilisation zu sein und wie man sie zu Menschen erziehen könnte, die der Menschheit dienen möchten, statt einigen kranken Exemplaren des Homo sapiens perverse Werkzeuge der Macht und des Geldverdienens in die Hände zu spielen.
ich finds herrlich, wie die bWL-kontrollierte Welt immer wieder diesen Pseudo-wissenschaftlichen Nonsens hinterher rennt.
Denn 98% der relevanten Fragen kann der gesunde Menschenverstand liefern; da braucht man keine Statistik und keine jahrelange Testreihe.
Wenn ein Produkt Scheisse ist, aber gut beworben verkauft es sich genau einmal.
Wenn ein Produkt gut ist, aber schlecht beworben verkauft sich nicht.
Wenn mein Produkt aber eins unter vielen ist, wird es auch genau so gekauft, da helfen auch keine Marketing-Strategien.
Ausnahme (iMHO): Alles was mit Kosmetik zu tun hat. Da haben Frauen echt ein Rad ab (sry liebe Frauen).
Alles ist Universum - auch du und ich. Aber wer bin ich? Gibt es mich überhaupt? Eigentlich nicht. Ergo: Es gibt auch kein Dopamin oder pseudowissenschaftlichen Nonsens.
Habe vor kurzem die englische Ausgabe des oberpeinlichen buches "buyology" von Martin Lindstrom gelesen. Das muss man erst einmal verdauen. Was sich Lindstrom einbildet, und wie er sich zum Supermarketingexperten aufbläst, ist kaum noch zu toppen. Ein paar Kostproben:
> "The results ... [will] transform the way you think about how and why you buy." (S. 12)
> "i felt i could help uncover our minds' truest motivations - and just maybe push human brain science forward at the same time." (S. 22f.)
> "The brain scan study i decided to undertake would be the first attempt to examine not just a specific brand ... but to explore what the concept "brand" really means to our brains." (S. 33)
> "it was the first time that anyone had tried to prove a scientific link between brands and the world's religions." (S. 121)
> "Thanks to our brain-scan experiments, for the first time ever, we know the brain science behind why." (S. 190; referring to the use of sex and beauty in advertising)
> "in this book, you've witnessed a historic meeting between science and marketing." (S. 194)
> "My study has, i hope, helped to demystify much of what goes on in our subconscious minds." (S. 203)
Mir tun all die ehrbaren Wissenschaftler leid, deren Studienergebnisse er unter seinen Namen vermarktet!
Rahel Willhardt hat es Anfang des Jahres in der Absatzwirtschaft auf den Punkt gebracht: "Vielleicht ist das größte Manko des buches seine (für europäisch sozialisierte Gehirnwindungen) zum Größenwahn neigende Vermarktung." (1/2009, S. 39)
Dem kann ich nur beipflichten: No-buy-ology!!!
ich muss gleichermaßen zugeben, dass ich mich durch beide Artikel des Herrn Lindström quälen musste. Nicht, weil es am Thema liegt - ich komme aus der branche. Das Problem ist, dass wie die anderen MaFo-Konzepte es auch versuchen, auch hier nach der übergreifenden Wahrheit für den goldenen Weg gesucht wird. Nicht unberechtigt, es geht um viel, viel Geld.
Aber: bislang wird zuviel auf Ergebnisse geachtet. Was heißt das? Der kreative Entstehung-Prozess wird vernachlässigt. Und der entscheidet in meinen Augen ebenso wie richtige Konzertierung von Marketinginstrumenten in den richtigen Kanälen.
in diesem Sinne: Marketing - und Werbekommunikation sind eine komplexe Vernetzungsleistung, die vor einem bestimmten Geschäftsmodell falsch oder richtig erstellt werden können. insofern hat eine gute Vernetzungsleistung sicherlich auch einen "positiveren" neuronalen Ausschlag zur Folge, der sich von schlechter Werbung unterscheidet. Aber das ist, wie ein anderer Kommentator bereits geäußert hat, eine vorhersehbare Leistung.
ich denke, dem Marketing würden mehr interdisziplinärer Dialog und mehr Fachkenntnisse gut tun. Aber ich habe mir mehr von den neuronalen Ergebnissen erhofft. Nur quäle ich mich seit Jahren durch immer neue Hiobsbotschaften, wie komplexe Zusammenhänge auf best-Practice oder Every-is-Changing-Erkenntnisse zusammen gedampft werden. Aber diese Erkenntnisse sind kein WiWo-Titel wert, höchstens eine buchvorstellung...
Den Artikel zur Religion und zur Marke: ein lustiges Sammelwerk für Einsteiger, dem Experten wird die Vernetzungsleistung allerdings etwas trivial vorkommen.
in der Hoffnung, dass in Zukunft nicht alle Preisschilder mit Smileys versehen werden - die haben nämlich in einer anderen Neuro-Studie auch großartigen Erfolg gehabt...
Teil 8 – Die silberne Geldklammer. Geld regiert die Welt, das war so und das bleibt so. Nur das Geld verändert seine...
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