Niederlage für Google: Der Patentkrieg der Mobilfunkriesen

Niederlage für Google: Der Patentkrieg der Mobilfunkriesen

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Android

von Oliver Voß

Ein Konsortium um Microsoft und Apple hat Google tausende Patente weggeschnappt. Im Patentkrieg auf dem Mobilfunkmarkt fehlen Google nun die Waffen. Ein Überblick über die Gefechtslage.

Diese Schlappe könnte Google in Zukunft teuer zu stehen kommen. Gestern unterlag der Suchmaschinenkonzern in einem Bieterduell um tausende Patente des insolventen Netzwerkausrüsters Nortel. Den Zuschlag bei der Auktion erhielt ein Konsortium von sechs Unternehmen. Unter anderem Apple, Microsoft, Sony und der Blackberry-Bauer Research in Motion (RIM) hatten sich zusammengetan, um zu verhindern dass Google an das lukrative Patentpaket gelangt.

4,5 Milliarden US-Dollar zahlt das Konsortium für die rund 6000 Patente und Patentanträge, in denen es um wichtige Technologien für Mobilfunk, WLAN oder den nächsten schnellen Datenfunk-Standard LTE geht. Google hatte ursprünglich 900 Millionen Dollar geboten.   

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"Niemand benötigt Patente so dringend wie Google"

Die Niederlage ist ein großer Rückschlag für Google, denn im lukrativen Markt der Smartphones und Tablet-Computer liefern sich die Hersteller einen Wettbewerb, in dem sie immer häufiger zu Patentklagen greifen. „Kein anderer großer Player der Branche benötigt Patente so dringend wie Google“, betonte der deutsche Patentexperte Florian Müller, der die Streitigkeiten in der Mobilfunk-Industrie beobachtet.

Denn vor allem Googles Mobilfunk-Betriebssystem Android steht aktuell im Visier vieler Patentklagen. So verlangt allein der US-Softwarekonzern Oracle Schadenersatz von bis zu 6,1 Milliarden Dollar von Google. Oracle wirft Google vor, bei der Entwicklung von Android wissentlich Patent- und Urheberrechte seiner Java-Software verletzt zu haben. Oracle hatte Anfang 2010 den Java-Erfinder Sun Microsystems übernommen.  

Fünf Dollar pro Handy

„Um Android gibt es bereits 45 Patentklagen und Hersteller von Geräten auf Basis des Betriebssystems müssen an dutzende Rechteinhaber zahlen“, sagt Müller. Mit dem Nortel-Paket hätte Google Verhandlungsmasse aufbauen können. Denn die streitenden Parteien nutzen die eigenen Patentarsenale, um Deals auszuhandeln oder zurückzuklagen. Google hat es als Neueinsteiger im Mobilfunk-Geschäft dabei schwer. „Google verfügt anscheinend über wenig geistiges Eigentum, um sich zu verteidigen“, sagt Citi Analyst Walter Pritchard. Der Suchmaschinenriese verfügt nach Expertenschätzungen nur über etwa 500 in den USA angemeldeten Patente im Mobilfunkbereich, Apple hingegen über 2000, Microsoft sogar über 16 000. 

Wie teuer die Patentstreitigkeiten werden können, zeigt allein eine Lizenzvereinbarung, die kürzlich bekannt wurde. Demnach bekommt Microsoft von HTC für jedes Android-Smartphone fünf Dollar. Das erhöht die Kosten und senkt die Marge. Microsoft verklagt derzeit auch andere Hersteller und verlangt von Ihnen sogar Summen zwischen 7,50 to 12,50 Dollar.

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