Offene Fragen: Naturschutz-Konferenz: Endspurt mit Stolperstellen

Offene Fragen: Naturschutz-Konferenz: Endspurt mit Stolperstellen

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Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) auf der UN-Konferenz zu globalem Naturschutz in Bonn

Bei den Verhandlungen der UN-Naturschutzkonferenz zum Erhalt der biologischen Vielfalt in Bonn gibt es erste Fortschritte – einige wichtige Fragen bleiben jedoch weiter offen. Heute begann die heisse Phase der Verhandlungen. WirtschaftsWoche-Redakteurin Steffi Augter zieht eine Zwischenbilanz.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) eröffneten heute die Schlussphase der UN-Naturschutzkonferenz in Bonn. Wie hoch die deutsche Bundesregierung das so genannte High Level Segment der Verhandlungen ansetzt, demonstrierte sie mit dem Auftritt der Bundeskanzlerin. Angela Merkel verlangte bei ihrer Eröffnungsrede in Bonn eine Trendwende im Artenschutz – und forderte die reichen Industrieländer auf, dafür kräftig Geld zu spenden.

Gastgeber Deutschland will mit gutem Beispiel voran gehen: Merkel sagte für die Bundesregierung bis 2012 zusätzlich insgesamt eine halbe Milliarde Euro für den Schutz von Wäldern und Arten zu. Ab 2013 wolle Deutschland diesen Betrag dann jährlich überweisen. Die Konferenz mit Ministern und Delegierten aus fast 200 Ländern biete die Chance, den Reichtum der Erde langfristig zu bewahren, so Merkel.

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Bisher sind die Ergebnisse jedoch eher bescheiden. Zwar gibt es beim Thema "Acces and Benefit Sharing (ABS), das den Zugang zu genetischen Ressourcen und einen gerechten Vorteilsausgleich regeln soll, erste Erfolge. Doch Verhandlungsteilnehmer stufen die Zwischenbilanz der Konferenz bisher als "durchwachsen" ein. Diskussionsbedarf bestehe zurzeit vor allem bei der Frage zusätzlicher Finanzmittel - beispielsweise für das Sekretariat des entsprechenden Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD). Die entscheidenden Verhandlungen der Konferenz, an der 7000 Delegierte teilnehmen, werden im Rahmen des Ministersegments bis Ende dieser Woche erwartet. Auch der Präsident der UN-Vollversammlung, Srgjan Kerim, hat sein Kommen angekündigt.

Immerhin ist es der deutschen Präsidentschaft offenbar gelungen, eine gute Atmosphäre zu kreieren. Beobachtern zufolge hat Gabriel mit seinem Team den Boden für konstruktive Gespräche geschaffen. Die deutsche Delegation zeigte sich für die Gespräche zum Thema ABS optimistisch und äußerte die Hoffnung auf einen Fahrplan der Konferenz für ein Rechtsregime hinsichtlich der so genannten Biopiraterie. Weitere Gespräche würden noch zu den Schutzgebieten geführt werden müssen. Dabei geben die Verhandlungsführer zu bedenken, dass man beim zeitlichen Tempo berücksichtigen müsse, dass es sich um eine Konferenz mit 191 Staaten handele, die alle sehr unterschiedliche Voraussetzungen mitbrächten. Was das bedeutet kann, hatte die Klimakonferenz auf Bali Ende vergangenen Jahres gezeigt: Dort stritten die Delegierten bis tief in die Nacht, einige der Erschöpfung nahe, zwischendurch flossen sogar Tränen.

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