Offshore-Technik: Windkraftwerke im Meer sollen billiger werden

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Offshore-Technik: Windkraftwerke im Meer sollen billiger werden

Einfacherer Bau, weniger Gewicht, Serienproduktion – die Errichtung von Meeres-Windkraftwerken soll deutlich billiger werden.

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Installation einer Windkraftanlage

Für René Umlauft, Chef der Sparte erneuerbare Energie bei Siemens, ist klar: Die Erzeugungskosten für Windstrom aus deutschen Küstengewässern müssen deutlich runter, damit sich die Offshore-Branche aus ihrer Abhängigkeit von Subventionen lösen kann. Neun bis elf Cent je Kilowattstunde hält der Energiemanager in zehn Jahren für möglich. Heute kostet Meeresstrom aus der Nord- und Ostsee je nach Anlage 14 bis 17 Cent.

Mit der Erfahrung aus weltweit mehr als 600 installierten Windanlagen auf See trauen sich Umlaufts Entwickler zu, die Kraftwerke bald deutlich günstiger bauen zu können. So hat Siemens etwa in seinem drei Megawatt-Modell das Getriebe durch einen leichten Magnetgenerator ersetzt. Das hat die Zahl beweglicher Teile auf 500 halbiert und die Produktionskosten je Megawatt um ein Fünftel reduziert. Weil die Monteure nun keine verschlissenen Getriebe mehr austauschen müssen, sinkt auch der Wartungsaufwand.

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Auch größerer Stückzahlen und eine stärker automatisierte Fertigung drücken die Kosten und beschleunigen zudem die Produktion. In den vergangenen beiden Jahren senkte Siemens so die Herstellungskosten in seinen Windrad-Werken um 250 Millionen Euro – bei Ausdehnung der Produktion. Weitere 350 Millionen Ersparnis sollen bis 2012 folgen.

Weniger teurer Stillstand

Sparen wollen die Siemens-Ingenieure auch beim Gewicht. So könnten stabile Karbonfasern, wie sie im Flugzeugbau eingesetzt werden, die Glasfasern der Rotoren ersetzen. Und das Gehäuse der Gondel an der Spitze der Anlage könnte aus Aluminium und Kunststoffen stattaus Stahl bestehen. Das alleine spare pro Gondel ein Drittel des Gewichts, kalkuliert Henrik Stiesdal, Chefentwickler bei Siemens Wind Power. Und weil Fundamente und Türme dann geringere Lasten zu tragen hätten, könnten auch sie weniger aufwendig und teuer gebaut werden.

Um rund ein Drittel wollen auch die Konstrukteure des Hamburger Siemens-Konkurrenten Repower die Investitions- und Betriebskosten von Meeres-Windparks bis 2020 senken. Auch sie setzen auf eine stärker industrialisierte Produktion und längere Wartungsintervalle. Bei einem Park wie Alpha Ventus mit zwölf Turbinen sparte das mehr als 100 Millionen Euro. Als eine Maßnahme integriert Repower Sensoren in die Windräder. Sie erkennen, wenn das Material ermüdet. Werden die Bauteile ausgetauscht, bevor sie ausfallen, verkürzt das teure Stillstandzeiten.

Und schließlich wollen die Konstrukteure die Aufbauzeiten drastisch verkürzen. Bisher konnte es fünf Tage dauern, bis ein Windrad stand. Dank neuer Spezialschiffe soll der Aufbau bald schon in einem Tag klappen – mit weit weniger Transportfahrten. Denn mit bis zu sechs Windrädern haben die schwimmenden Plattformen, in die etwa Siemens und der Stromversorger RWE investieren, gegenüber älteren Montageschiffen die doppelte Ladekapazität.

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