Online-Netzwerk: Facebook rüstet kräftig auf

Online-Netzwerk: Facebook rüstet kräftig auf

Bild vergrößern

Startseite des Online-Netzwerkes "Facebook"

Lange Zeit schien es, als würde Twitter dem Online-Netzwerk Facebook den Rang ablaufen. Nun meldet sich Facebook mit einem Doppelschlag zurück: Gestern ging dessen neue Suchmaschine an den Start. Zugleich schluckte Facebook den Online-Dienst Friendfeed – und will Suchmaschinen-König Google endlich Paroli bieten.

Die Bilder, die angeblich zwei Stunden nach dem großen Moment entstanden sind, erinnern ein wenig an einen gemütlichen Studentenabend: Fünf junge Männer in Freizeitkluft lächeln da auf einem verwackelten Bild  in die Kamera. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat sich gar für kurze Hosen entschieden – eine in Europa kaum denkbare Arbeitskleidung für einen millionenschweren Deal.

Rund 50 Millionen Dollar (35 Millionen Euro) gibt Facebook aus, um den kleinen Aggregator-Dienst Friendfeed vollständig zu übernehmen, davon 15 Millionen Dollar in bar. Er kauft damit einen Konkurrenten des neuen Internet-Darlings Twitter: Ähnlich wie der Kurznachrichtendienst ermöglicht es Friendfeed seinen Nutzern, untereinander interessante Links zu teilen und automatisch Kurznachrichten von Online-Freunden abzurufen.

Anzeige

Facebook meldet sich zurück

Das kann der von den Nutzerzahlen rund zehnmal größere Online-Kurznachrichtendienst Twitter auch.

Doch Friendfeed unterscheidet sich in einem wichtigen Punkt: Das kleine Start-Up ermöglicht es seinen Nutzern, die Twitter- oder Facebook-Meldungen von Freuden direkt einzubinden – ohne Zeitverzögerung. Friendfeed-Nutzer bleiben also in Echtzeit über die Online-Aktivitäten ihrer Facebook-Freunde oder Twitter-Follower auf dem Laufenden und müssen nicht mehrere Websites besuchen.

Für Facebook kommt der Deal zur rechten Zeit: Um das so viel gelobte Online-Netzwerk mit 250 Millionen Nutzern war etwas etwas still geworden. Analysten mäkelten, dass Facebook nach fünf Jahren noch immer kein tragfähiges Geschäftsmodell entwickelt habe – trotz aller Werbeversuche. Dafür entstand um den Kurznachrichtendienst Twitter ein umso größerer Hype – wiwo.de berichtete.

Hochkarätige Mitarbeiter

Facebook hat mittlerweile mehr als 300 Millionen Nutzer. Mit dem Zukauf zieht das Online-Netzwerk auch einen möglichen Konkurrenten aus dem Verkehr. Doch die wahren Beweggründe liegen wohl kaum in dessen Marktmacht. Friendfeed hatte im Juni gerade einmal ein 980.000 Nutzer, Twitter mehr als zwanzig Mal so viele.

Dafür kann das 16 Personen starke Friendfeed-Team auf interessante Biographien verweisen. Gegründet wurde das Start-Up 2007 von vier ehemaligen Google-Ingenieuren, die maßgeblich an erfolgreichen Produkten wie Google Maps oder dem E-Mail-Dienst Gmail beteiligt waren. Als Google-Mitarbeiter der ersten Stunde sind sie dank Aktienoptionen längst mehrfache Millionäre. Facebook holt sich mit dem Zukauf also hochkarätige Spezialisten ins Haus – nachdem es Ende letzten Jahres am Zukauf von Twitter gescheitert war.

Wichtig für Facebook ist auch, dass Friendfeed neben seiner besonders raschen Echtzeit-Übermittlung auch über eine leistungsfähige Suche verfügt. Anders als etwa bei Twitter können Nutzer ihre Suchanfragen eingrenzen – und so etwa in Kurznachrichten ausgewählter Freunde oder nur in den Kommentaren suchen.

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%