Outdoor-Navigation: Moderne Pfadfinder

Outdoor-Navigation: Moderne Pfadfinder

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Wald und Wiese. Die digital geprägte Freizeitgesellschaft setzt nun auch abseits des Asphalts aufs Navi

von Thomas Kuhn und Ben Schwan

Nach dem Armaturenbrett erobern elektronische Wegweiser jetzt Rucksack und Fahrradlenker. Das Geschäft mit Outdoor-Navis für Wanderer, Radler und Freizeitsportler boomt.

Wenn er mit dem Mountainbike auf Tour geht, macht Robert Helgerth keine Kompromisse. Konsequent hat der Chef des europäischen Mittelstands- und Partnergeschäfts beim Softwareriesen Microsoft sein Geländerad auf Karbon-Leichtbauteile umgerüstet. „Da zählt jedes Gramm“, sagt der passionierte Biker, der gerade erst von einer Alpenquerung auf Offroad-Pfaden zurückgekehrt ist. Doch seit diesem Frühjahr macht der 53-jährige Softwaremanager zumindest eine Ausnahme bei der Zweirad-Diät: Auf dem Lenker weist ein digitaler Routenführer des Navi-Spezialisten Garmin den Weg über Stock und Stein.

Schnell wachsender Markt

Helgerth ist in bester Gesellschaft. Denn Deutschlands Feld-, Wald- und Wiesen-Freunde begeistern sich gerade zu Abertausenden auch abseits asphaltierter Wege für die Assistenz sogenannter Outdoor-Navis und das darin elektronisch gespeicherte Wegenetz. Vorbei die Zeiten, in denen sich allenfalls Expeditionsteilnehmer oder Extremsportler in Urwald, Hochgebirge oder Eiswüste mithilfe spezieller Navis orientierten. Mit neuen, für die Anforderungen von Wanderern, Radlern oder Sportlern optimierten Routenführern erschließen die Hersteller jetzt den rasch wachsenden Freizeitmarkt.

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Dabei orientieren sich die aktuellen, je nach Ausstattung zwischen 200 und 600 Euro teuren Geräte für die digital geprägte Freizeitgesellschaft in Design und Bedienkonzept immer stärker an den Trends aus Autonavigation und Handybranche.

Umsatzeinbruch für TomTom

Große Farbbildschirme gehören bei den neuen elektronischen Führungskräften ebenso zur Grundausstattung wie die vom Smartphone gewohnte Steuerung der Technik per Fingerstreich übers berührungsempfindliche Display. Allerdings sind die Wegweiser bedeutend stabiler und ausdauernder als die zunehmend auch mit GPS-Sensoren ausgerüsteten Handys.

Die wildern damit, gestützt auf Wegweisersoftware aus dem App-Store, immer stärker im Markt der Nachrüst-Routenführer fürs Auto. Darunter leiden speziell Gerätehersteller, die bisher primär auf die Fahrzeugnavigation setzten. Der europäische Branchenprimus TomTom etwa musste für das zweite Quartal 2011 einen Umsatzeinbruch von 13 Prozent auf 314 Millionen Euro vermelden.

Bei US-Marktführer Garmin dagegen, der seit Jahren auch Outdoor-Geräte vertreibt, lieferte das Segment „Outdoor and Fitness“ laut dem Marktforschungsunternehmen ABI Research 2010 schon 27 Prozent des operativen Ergebnisses. Im zweiten Quartal 2011 wuchs der Umsatz der Sparte um weitere rund 25 Prozent.

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