Patient 2.0: Digitaler Bürger nimmt Gestalt an

Patient 2.0: Digitaler Bürger nimmt Gestalt an

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Digitaler Bürger: die Gesundheitskarte

Mit der Einführung der Gesundheitskarte und des elektronischen Personalausweises nimmt der digitale Bürger Gestalt an.

Sie haben um Kosten gefeilscht, über Details gestritten und Millionen Euro in Pilotprojekte gesteckt. Mehr als zehn Jahren ringen Politik, Industrie und Verbände, Versicherungen und Patientenvertreter schon um die elektronische Gesundheitskarte (eGK). In mehreren Etappen soll der neue digitale Ausweis nun endlich bei Deutschlands rund 80 Millionen gesetzlich und privat Versicherten die alte Krankenversicherungskarte ablösen.

Die eGK ermöglicht einen Qualitätsschub in der deutschen Gesundheitswirtschaft und soll – langfristig – Milliarden einsparen. So sollen teure Doppeluntersuchungen vermieden werden, weil die Patienten mit dem Ausweis erstmals eine einheitliche digitale Krankenakte erhalten. Darin können Laborbefunde, Diagnosen oder Röntgenbilder abgelegt werden. Die Möglichkeit, Rezepte digital zu übertragen, soll Rezeptbetrug unterbinden, Angaben zu Medikamen-ten-unverträglichkeiten auf der Karte Behandlungsfehler vermeiden.

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Dabei ist die Krankenakte selbst gar nicht auf dem Plastikausweis abgelegt. Abgesehen von wenigen Angaben zur Person lagern die persönlichen Daten verschlüsselt in speziellen Rechenzentren. Daneben kann der Patient Informationen wie Blutgruppe, Allergien oder chronische Leiden auf der Karte ablegen, die der Notarzt abrufen kann. Für Datenmengen, wie sie beim Röntgen oder bei Tomografien anfallen, ist der Speicher der eGK schlicht zu klein.

Dass die digitale Akte nicht auf dem Chip lagert, verhindert zugleich, dass Unbefugte an persönliche Informationen gelangen. Abrufen lassen sich Krankendaten nur, wenn sich Patient und Arzt, Apotheker oder Therapeut durch ihre Gesundheitskarte beziehungsweise den sogenannten Heilberufeausweis sowie per PIN-Codes legitimieren. Damit wird die eGK zum elektronischen Schlüssel für ein digitales Netz, das den Zugriff und das Management der Patientendaten sowie der ärztlichen Verordnungen und Abrechnungen ermöglicht.

Rund 1,4 Milliarden Euro investieren Politik, Ärzteschaft, Therapeuten, Krankenhäuser und Versicherungen in das System. In der Wirtschaftskrise ist das Projekt damit auch Hoffnungsträger der IT-Industrie. So wollen die Telekom-Tochter T-Systems, Siemens, Wincor-Nixdorf sowie weitere deutsche und internationale Anbieter wie IBM oder Hewlett-Packard davon profitieren.

Neben der Gesundheitskarte geht im kommenden Jahr ein weiteres Großprojekt im elektronischen Verhältnis von Bürgern und Behörden an den Start. Voraussichtlich Anfang Oktober beginnt der Feldtest für den elektronischen Personalausweis – kurz: ePerso. Behörden, IT-Hersteller und Internet-Unternehmen werden erste Anwendungen für das Digitaldokument testen, das nicht größer ist als eine Scheckkarte.

Nicht nur die Polizei verspricht sich von dem neuen Ausweis mehr Schutz gegen Fälschungen. Auch die Internet-Wirtschaft setzt große Hoffnungen auf den ePerso. Denn neben einem digitalen Passbild und (auf Wunsch des Nutzers) zwei digital codierten Fingerabdrücken kann der Ausweis auch eine digitale Unterschrift enthalten. Damit kann sich der Besitzer im Web ausweisen, rechtssicher Verträge abschließen oder online Behördengänge erledigen.

Verlaufen die Tests im kommenden Jahr erfolgreich, soll der ePerso ab Herbst 2010 eingeführt werden. Was er den Bürger kosten soll, steht allerdings noch nicht fest.

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