Paul Otellini im Interview: "Wir sind die Besten"

InterviewPaul Otellini im Interview: "Wir sind die Besten"

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Paul Otellini

von Michael Kroker

Wie Intel-Chef Paul Otellini das Handygeschäft erobern will, weshalb er mehr denn je an die Zukunft von PCs glaubt – und warum er sich in Europa ungerecht behandelt fühlt.

WirtschaftsWoche: Herr Otellini, kürzlich haben Intel und Nokia eine Vereinbarung im Handygeschäft verkündet – die betraf aber nur Software. Konnten Sie Nokia von den Qualitäten Ihrer Handychips nicht überzeugen?

Otellini: Das müssen Sie Nokia fragen. Wir kündigen grundsätzlich nur Dinge an, die marktreif sind wie jetzt die Handysoftware. Als wir die Allianz mit Nokia vor acht Monaten öffentlich machten, haben wir aber betont, dass es sich dabei um eine breit angelegte Partnerschaft für künftige Mobiltelefone handelt.

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Das bedeutet also, wir können von Nokia und Intel noch mehr erwarten?

Nehmen Sie das, was ich gesagt habe, ruhig für bare Münze.

Die Intel-Nokia-Allianz betrifft vor allem ein neues Betriebssystem für Handys. Warum haben Sie sich nicht mit Ihrem alten Verbündeten Microsoft zusammengetan, der bei Smartphones auch viel vorhat?

Wer sagt, dass wir das nicht machen? Microsofts Handybetriebssystem läuft zwar bislang nicht auf unseren Chips. Das bedeutet aber nicht, dass wir mit Microsoft künftig nicht zusammenarbeiten werden.

Ist das eine Andeutung, dass künftige Windows-Handys einen Intel-Prozessor haben werden?

Sagen wir so: Wir würden gerne Microsofts mobiles Betriebssystem auf unseren Prozessoren laufen sehen. Die Strategie von Intel war ja immer: Wenn es ein Betriebssystem gibt, sollen unsere Chips optimal damit zusammenarbeiten.

Bisher wirkt Intels Strategie im Handysegment vor allem sprunghaft. Mitte 2006 haben Sie das Chipgeschäft für Kleinstcomputer verkauft, im April 2008 sind Sie mit Ihren neuen Atom-Chips wieder in jenes Geschäft eingestiegen. Warum?

Wir sind aus dem Markt nie ausgestiegen. Während des Verkaufs 2006 haben wir längst an den neuen Prozessoren gearbeitet. Nur haben wir das nicht an die große Glocke gehängt.

Warum überhaupt dieses Vorgehen?

Die alte Prozessor-Linie war zwar gut geeignet für Mobiltelefone, nicht aber für Smartphones, bei denen die Rechnerleistung eine immer größere Bedeutung hat. Es ist viel einfacher, einem kleinen Rechner Telefon-Funktionen hinzuzufügen, als umgekehrt ein Handy zu einem Computer auszubauen. Daher unser Ansatz, eine neue Prozessor-Reihe zu konzipieren, die im Gegensatz zu der alten Serie auf unserer PC-Technologie basiert.

Im Unterschied zu Ihrer dominanten Rolle in der PC-Industrie tritt Intel im Handygeschäft gegen ernst zu nehmende Widersacher wie Texas Instruments oder Qualcomm an. Warum glauben Sie dennoch an einen Erfolg? 

Wir sind der weltbeste Siliziumhersteller, das bestreitet niemand. Wir bauen die kleinsten Transistoren und die kleinsten, günstigsten und sparsamsten Chips. Der einzige Unterschied ist, dass wir den Markt für Smartphones mit unserer Technologie bislang nicht direkt angesprochen haben.

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