PC-Stick von Archos im Test: Die Hummel am TV-Gerät

PC-Stick von Archos im Test: Die Hummel am TV-Gerät

, aktualisiert 01. Juni 2016, 11:57 Uhr
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Windows-10-Desktop auf dem Fernseher.

von Tobias DöringQuelle:Handelsblatt Online

Und es summt und summt und summt: Der PC-Stick von Archos fällt zunächst durch den Sound seines Lüfters auf. Dann folgt die langwierige Einrichtung – und die Frage: Wofür brauche ich dieses Gerät?

EssenOk, ich hätte mir vielleicht mehr Zeit nehmen sollen. Aber ich hatte erwartet, dass es schneller geht. Einfach, weil es in der Natur des zu testenden Produkts liegt: Der PC-Stick von Archos soll Fernseher zu Computern machen. Einstöpseln, loslegen. Wenn man im Hotelzimmer sitzt und keinen Laptop dabei hat zum Beispiel, aber trotzdem noch arbeiten oder Netflix schauen will. Doch das Einrichten dauert lange – so ist der folgende Text eher eine Installationsanleitung statt ein Test auf Herz und Nieren. Aber vielleicht ist gerade das auch aussagekräftig genug.

In den HDMI-Eingang des TV-Geräts gesteckt und per USB-Kabel und Ladegerät mit Strom versorgt, summt es zunächst einmal. Meine Frau wundert sich: „Und was kann die Hummel hinterm Fernseher jetzt?“ Das finde ich zunächst nicht heraus, denn nach dem Anschließen kommt das Einrichten und damit die Frage: Wie gebe ich etwas in die erste Installationsmaske ein? Der Stick will wissen, welche Sprache ich spreche und in welcher Zeitzone ich zuhause bin.

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Mit dem Smartphone oder Tablet als Maus und Tastatur in einem – so soll das Gerät zu steuern sein. Die App des Chiplieferanten Intel „Remote Keyboard“ macht’s möglich. Ich installiere sie auf meinem Android-Smartphone, suche nach dem PC-Stick um zu verbinden und finde: nichts. Die Anleitung bringt keine Lösung, die Hilfeseite der App auch nicht und das Aus- und Anschalten des Sticks bleibt ohne Folgen.

Ich rätsele und finde nach vielen Minuten einen kleinen Hinweis auf der Verpackung: „The first usage required physical keyboard and mouse.“ Also: Ohne Tastatur und Maus geht beim ersten Mal nichts. In der dünnen Anleitung steht bloß, dass ich Tastatur und Maus anschließen kann. Von einem Muss ist dort keine Rede.

Die hab ich gerade nicht zur Hand. Doch am nächsten Abend will ich es noch mal wissen. Ok, der Stromanschluss und der USB-Adapter für Maus und Tastatur am PC-Stick, der wiederum im HDMI-Eingang des Fernsehers hängt – das gibt einen ziemlichen Kabelwust.

Aber es funktioniert. Mit Maus und Tastatur bewältige ich die Installationsmasken. Der Archos-Stick begrüßt mich mit einem simplen „Hi“ – dann dauert es wieder. Ein Update und noch eine Einstellung später sieht mein Fernseher tatsächlich aus wie ein Computerbildschirm mit Windows-10-Desktop. Der Startbutton lässt sich drücken, im Browser surfen.

Kommen wir zur zweiten Herausforderung: Der Steuerung mit dem Smartphone.


Warum ich dem Chromecast treu bleibe

Kaum jemand will mit Tastatur und Maus auf der Couch sitzen. Doch obwohl der Stick jetzt startbereit ist, misslingt die Verbindung via Intels „Remote Keyboard“. Die Lösung: Obwohl groß auf der Verpackung beworben, muss die App auf dem Archos-Stick erst noch installiert werden. Mühsam. Aber schließlich klappt’s mit der Verbindung. Wobei ich die Steuerung mit dem Smartphone dann doch recht schnell unpraktisch finde. Mit der Maus klickt und scrollt es sich besser als mit den Fingern auf dem Smartphone-Bildschirm.

Immerhin: Der Stick – ausgestattet mit einem Intel-Atom-Prozessor und zwei Gigabyte Ram – ist schnell, Windows 10 hat auf den ersten Blick die gleichen Funktionen wie in der Desktop-Variante. Microsoft Word, Excel und Powerpoint in der Mobil-Variante werden zwar ebenfalls auf der Archos-Verpackung beworben, müssen aber offenbar erst noch vollständig installiert werden. Für die Nutzung wird ein Microsoft-Account benötigt, der die Registrierung mit einer E-Mail-Adresse vorsieht.

Bei Word ist mir das zunächst zu nervig, ihn auch noch einzurichten. Dann mache ich es doch. Ich will zumindest ausprobieren, ob Netflix funktioniert. Den Streaming-Dienst nutze ich regelmäßig auf mit dem Google Chromecast, dem Stick, der normalerweise im HDMI-Eingang meines Fernsehers steckt.

Netflix sieht auf dem PC-Stick von Archos genauso gut aus, ablösen wird dieser den Chromecast aber auf keinen Fall. Einstecken, App installieren, mit dem Wlan verbinden – beim Chromecast ging alles so einfach.

Klar, der Google-Stick lässt sich nur mit kompatiblen Apps wie Mediatheken und Spielen nutzen. Richtig „smart“ wird mein TV-Gerät erst mit dem Archos-Stick. Aber wenn ich mal auf die Idee kommen sollte, auf dem Fernseher zu browsen oder Texte in Word schreiben zu wollen, schalte ich den Laptop ein. Mit einer Funktion im Chrome-Browser lässt sich der Computer-Bildschirm ganz einfach auf den Fernseher spiegeln. Das erfordert bloß ein paar Klicks statt zwei Stunden Einrichtungszeit.

Quelle:  Handelsblatt Online
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