Persönliche Daten: "Digitaler Radiergummi" kostet zehn Euro

Persönliche Daten: "Digitaler Radiergummi" kostet zehn Euro

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Screenshot einer Internetseite, der mit der Software X-pire mit einem "Verfallsdatum" versehen wurde

Ins Internet hochgeladene Privatfotos sollen mit Hilfe einer technischen Lösung ein Verfallsdatum bekommen. Damit könnten die Nutzer von Facebook und anderen Diensten „ein Stück weit die Möglichkeit erhalten, wieder mehr Selbstkontrolle zu bekommen“, sagte Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU).

Auf Einladung Aigners stellte der Saarbrücker Informatiker Michael Backes die Software X-pire vor, die Bilder nach einer bestimmten Zeit mit einer Art „digitalem Radiergummi“ unsichtbar machen soll. Das Zusatzprogramm für den Internet-Browser Firefox werde nach Abschluss der Testphase voraussichtlich in der kommenden Woche fertiggestellt, sagte Backes.

Der Professor an der Universität des Saarlandes räumte ein, dass die Lösung keinen Schutz gegen Screenshots (Bildschirmfotos) während der Dauer der Sichtbarkeit biete. Ohne eine solche „mutwillige Vervielfältigung“ seien die Fotos aber nach Ablauf des Verfallsdatums „nicht mehr sichtbar und werden auch nicht sichtbar gemacht werden können“.

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Die Nutzung der Verschlüsselungstechnik soll monatlich 9,90 Euro kosten. Alternativ kann auch nach der Zahl der damit bearbeiteten Fotos abgerechnet werden. „Ein Medium ist nur so gut, wie die Menschen auch Vertrauen in dieses Medium haben“, sagte Aigner während der Expertenrunde mit Datenschützern, Branchenvertretern und Angehörigen der Netz-Community. Es müsse die Frage gestellt werden, ob es im Internet „ein Recht auf Vergessen“ gebe.

Internet-Experten zweifeln

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar sagte während der Veranstaltung im Verbraucherschutzministerium, technische Lösungen für den Schutz persönlicher Daten könnten einen Beitrag dafür leisten, dass der Einzelnen die Kontrolle über seine Daten im Internet habe.

Nötig seien aber auch rechtliche Vorgaben des Gesetzgebers. Andy Müller-Maguhn vom Chaos Computer Club (CCC) stellte die Wirksamkeit der Software infrage, fügte aber hinzu: „Ich will damit nicht sagen, dass die Lösung gleich für die Tonne ist.“ Der Internet-Nutzer dürfe sich von solchen Angeboten nicht zu der Auffassung verleiten lassen, das Problem sei technisch gelöst, und sich dann unkritisch im Netz verhalten. Mehrere Teilnehmer kritisierten, dass amerikanische Internet-Dienste nicht bereit seien, sich nach den Datenschutzvorgaben in den Ländern der Nutzer zu richten. Schaar teilte mit, dass er dazu in etwa einem Jahr eine grundlegende Regelung der Europäischen Kommission erwarte.

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