Phone 7: Microsoft kommt raus aus der Baustelle

Phone 7: Microsoft kommt raus aus der Baustelle

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Windows Phone 7 auf einem Samsung-Smartphone

von Thomas Kuhn

In Hamburg haben Microsoft und die Deutsche Telekom ihre neuen Smartphones mit dem Windows Phone 7 Betriebssystem vorgestellt. Die neue Software- und Gerätegeneration soll Microsofts Mobilfunkgeschäft neues Leben einhauchen und der Telekom den Abschied von der iPhone-Exklusivität versüßen. Die Chancen stehen gut, urteilt der WiWo-Gadget-Inspektor nach dem ersten Check der neuen Telefone.

Die Aussicht aus dem Fenster des ehemaligen Hauptzollamtes im Hamburger Hafen passt perfekt zum Anlass: Wohin man blickt: Alles Baustelle rundum. So schnell ändert sich der Verlauf der Straßen und Umleitungen, dass nicht einmal der Taxifahrer auf Anhieb die richtige Zufahrt findet. Aber langsam, immerhin, wird im einstigen Gewerbehafen deutlich, wo die Reise hingeht. Immer mehr der Neuauten werden fertig, Straßenzüge erstrahlen und Hamburg bekommt ein neues Vorzeigequartier.  

Ziemlich genau so dürften sich das auch Microsoft und die Deutsche Telekom vorstellen, die hier heute gemeinsam den Start der neuen Windows Phone 7 Mobiltelefone feiern. Einschließlich Live-Übertragung nach New York, wo Microsoft-Chef Steve Ballmer vor der US-Presse die Vorzüge der neuen Handy-Software preist, mit der der Windows-Riese endlich wieder Fuß fassen will im boomenden Geschäft der vernetzten High-End-Handys. Alleine in Deutschland, rechnet Telekom-Vorstand Niek Jan van Damme in Hamburg vor, werden in diesem Jahr rund 8,2 Millionen Smartphones verkauft werden. 2009 waren es nur 5,6 Millionen, 2008 gar nur 3,1 Millionen Stück.

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Phone 7 Handys sollen Telekom iPhone-Exklusivitätsverlust ausgleichen

Windows Phone 7 soll dem Geschäft nun noch zusätzlichen Schub geben. Umso mehr, als die Telekom gerade die Exklusivität bei Apples iPhone abhanden gekommen ist. In Kürze werden die kalifornischen Designer-Stückchen auch regulär bei Vodafone und O2 zu haben sein. 

Dafür wird die Telekom ab 21. Oktober - "ungefähr" wie Microsofts Handy-Chef-Vermarkter Achim Berg etwas nebulös formuliert - als sogenannter "Premiumpartner" die ersten neuen Windows-Smartphones in die Läden bringen. Parallel dazu haben aber auch Vodafone und O2 schon angekündigt, Handys mit der neuen Windows-Software zu vertreiben.  

Die Telekom startet mit den Modellen HTC 7 Mozart und Samsungs Omnia 7. Zu welchen Konditionen die Geräte in den Handel kommen, hat der Telefonkonzern noch nicht bekannt gegeben. Ohne Mobilfunkvertrag wird das HTC mit 16 Gigabyte Speicher, eine 8-Megapixel-Kamera, Xenon-Blitz und Alu-Gehäuse dem Vernehmen nach aber 509 Euro kosten.

Die etwas schwächer ausgestattete Geräte-Variante HTC 7 Trophy, die Vodafone vertreiben wird, kommt - ohne Vertrag - mit 8 Gigabyte Speicher, 5-Megapixel-Kamera, LED-Blitz und Kunststoffgehäuse für 459 Euro in die Läden. O2 bringt das HTC-Topmodell HD7 mit seinem 4,3-Zoll-Bildschirm in der Windows-Variante für 619 Euro auf den Markt.

Samsungs neues Windows-Handy begeistert mit dem - schon aus den anderen Geräteserien bekannten - extrem leucht- und farbstarken OLED-Display (bei Samsung "Super-Amoled" genannt), das zwar in der Auflösung nicht ganz an die Retina-Displays des neuen iPhone 4 heranreichen dürfte, diesem in Helligkeit und Strahlkraft aber klar überlegen ist. Die Ausstattung: 16 Gigabyte Speicher, 1-Gigahertz-Prozessor und 5-Megapixel-Kamera mit LED-Blitz gehören zur Ausstattung, dazu ein großer 4-Zoll-Bildschirm und das Ganze in einem sehr wertig wirkenden Metall-Gehäuse. 

Da das Omnia 7 ab November zunächst ausschließlich bei der Telekom (und damit nicht ohne Vertrag) zu haben ist, gibt es derzeit noch keine Preisinformationen.

Als dritter Anbieter hat heute auch LG erste Windows-Smartphones für Deutschland angekündigt. Ob und wann auch Dell, sein bisher nur für die USA vorgestelltes WinPhon-7-Handy auch nach Deutschland bringt, ist vorerst offen.

Das neue LG Optimus 7 besitzt ein 3,8-Zoll-Display und bietet mit 16 Gigabyte-Speicher reichlich Platz für Musik, Videos und Dateien. Der eingebaute 1500 mAh-Akku soll für ordentliche Standzeiten sorgen. Angesichts der großen und lichtstarken Displays der neuen Telefone wird sich nicht zuletzt daran auch der Erfolg der neuen Windows-Smartphones entscheiden.  

Für LG bedeutet der WinPhone-Start zugleich den Einstieg in das Smartphone-Geschäft, in dem die Koreaner bisher nicht ernsthaft hatten Fuß fassen können. Insofern bedeutet Microsofts Versuch, mit der neuen Windows-Phone-Software zu alter Handy-Stärke zurück zu finden, für LG ein doppeltes Abenteuer. Denn nicht nur ihnen muss mit dem Optimus 7 ein erster überzeugender Aufschlag gelingen.  

Vor allem muss Windows Phone 7 die Smartphone-Nutzergemeinde begeistern. Der erste Eindruck von der Baustelle im Hamburger Hafen jedenfalls stimmt optimistisch. Mangels nennenswerter verbliebener Marktmacht in der Handywelt scheint der Softwareriese seine High-End-Telefone diesmal tatsächlich mit einem überzeugenden Bedienungskonzept unters Volk bringen zu wollen.

Und das sieht nicht nur auf den ersten Blick wirklich gut aus.

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