Photokina: Draufhalten, abdrücken, passt

Photokina: Draufhalten, abdrücken, passt

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Die Finepix X100 von Fujifilm ist eines der Highlights auf der Photokina.

von Thomas Kuhn

Fotoapparate mutieren immer mehr zu Mobilcomputern. Immer bessere Bildanalyse- und Verarbeitungssoftware macht das Fotografieren zum Kinderspiel. Doch eine Funktion vermisst Thomas Kuhn auch auf dieser Photokina.

Die schlechte Nachricht vorab: Nein auch auf dieser, der 31. Photokina, sucht der Besucher die "Motivklingel" noch immer vergeblich, jenes immer wieder branchenweit augenzwinkernd versprochene ultimative Zusatzmodul für jeden Fotoapparat, die genau dann einen hellen Ton erklingen lässt, wenn der Fotograf das perfekte Bild vor der Linse hat. 

Doch so schräg es klingen mag, das Ulk-Feature von der Qualität einer Kolbenrückholfeder oder eines WLAN-Kabels, ist auf dieser Weltmesse des Bildes nicht mehr weit von der Marktreife entfernt. Längst nämlich sind Handknipsen und Profikameras so voll gestopft mit Informationstechnik, Bildanalyse- und Bildverarbeitungselektronik, dass sie mehr gut kaschierte Mobilcomputer, denn Fotoapparate sind. Und mit dem rasanten Zuwachs an Bildintelligenz haben die Apparate, die von heute bis zum 26. September in Köln zu sehen sind, auch immer mehr Fähigkeit zur selbstständigen Fotokreation gewonnen. 

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Wenn der Fotograf den entsprechenden Auto-Modus vorwählt, analysieren die Bildautomaten in Sekundenbruchteilen Bildinhalt, Helligkeit, Farbverteilung und Sujet und wählen aus der Vielfalt der Motivprogramme die bestmöglich passende Kombination aus Blende, Verschlusszeit, Lichtempfindlichkeit und Farbtongewichtung aus. Draufhalten, abdrücken, passt! 

Unsinniger Wettlauf um megapixel hat ein Ende

Das gilt Quer durch die Produktneuheuiten aller Hersteller und ebenso über alle Gerätetypen: Egal ob Canons neue High-End-Kompakte Ixus 1000 HS, deren Automatik aus 28 unterschiedlichen Motivprogramme wählt, oder Nikons Einsteiger-Spiegelreflex-Neuheit D3100, die für den Benutzer auf Wunsch vor den Aufnahmen das Bild analysiert und dann anhand des eingebauten "Guide-Modus" die optimalen Kamera-Einstellungen vorschlägt. Bis zur Motivklingel ist es da nicht mehr weit.  

Das Ziel, möglichst optimale Bilder zu liefern, verfolgen die großen Kameraproduzenten unter den gut 1250 Ausstellern, die in diesem Jahr in Köln präsent sind, aber nicht nur durch immer mehr Bildverbesserungstechniken. Sie haben - endlich - auch dem unsinnigen Wettlauf um Sensoren mit immer höherer Bildauflösungen in immer kleineren Kameras abgeschworen.

Branchenweit scheint sich bei den Kompakten eine Obergrenze von zehn Megapixeln bei den kompakten Konsumentenkameras einzupendeln. Unterhalb professioneller Ansprüche, bei denen Fotos nach der Produktion schon mal auf Formate von einem Meter und mehr ausgedruckt werden, reicht das vollkommen aus.  

Nicht einmal die neue X100, das Messehighlight von Fujifilm, ein Schmuckstück in Design und Technik in der Optik einer klassischen Sucherkamera und konsequent auf Bildqualität getrimmt, scheint dafür noch deutlich mehr Pixel zu benötigen: 12,3 Bildpunkte löst die bisher nur als Protoyp ohne Preisangabe ausgestellte Kamera, die sich in ihrer Aufmachung deutlich an Vorbilder wie Leicas M9-Serie oder Olympus' Pen-Modelle anlehnt, auf.  

Dafür aber haben die Entwickler der Kamera eine lichstarke Optik (35mm Kleinbild-äquivalent, größtmögliche Blende f2), einen großen Bildsensor im APS-C-Format verpasst - lichtstark, schnell und rauscharm - und einen Hochleistungsbildprozessor, der, ganz im Sinn der optimalen Bildqualität, aus den Aufnahmen die optimale Auflösung, Schärfe und Brillanz herauskitzeln soll.  

Bisher ist das nur ein Versprechen. Ob die X100 es halten kann, wird sich im kommenden Frühjahr zeigen, wenn die Kamera auf den Markt kommen soll.

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