Pro 3D-Fernsehen: Die dritte TV-Dimension wird sich unbemerkt durchsetzen

Pro 3D-Fernsehen: Die dritte TV-Dimension wird sich unbemerkt durchsetzen

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Klaus Wowereit und Miss IFA auf der Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin

von Thomas Kuhn

Noch fehlen die Inhalte fürs dreidimensionale Fernsehen, drücken die Spezialbrillen, ohne die kein Fernseher 3D-Bilder liefert. Trotzdem wird sich die Technik wohl am Markt durchsetzen - ohne dass es jemand merkt, analysiert WirtschaftsWoche-Redakteur Thomas Kuhn.

Zumindest in einer Disziplin hat die Deutsche Telekom in diesem Tagen auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) die Nase vorn. In mitten der Flut dreidimensionaler Präsentationen, mit 3D-Effekten gespickter Pressekonferenzen und Flachbildfernse-Riesen mit Raumbild-Funktion hat der Magenta-Konzern die mit Abstand coolsten 3D-Brillen.

Die stylischen Modelle, die den Gästen auf dem Stand der Telekom den Blick auf die Zukunft der TV-Unterhaltung ermöglichen, gleichen mehr eleganten Designer-Modellen als den klobigen Nasenfahrrädern, ohne die bisher kein regulärer 3D-Fernseher räumliche Bilder zu liefern im Stande ist. Schade nur, dass die bei den Telekom-Projektionen genutzte Polarisationstechnik bei der Projektion der 3D-Animationen bisher in meinem TV-Gerät zum Einsatz kommt. Egal ob bei Sony oder Samsung, LG, Philips oder Panasonic wer auch immer mit einem der neuen 3D-Fernseher dreidimensionale Bilder sehen will, der braucht eine der sogenannten Shutter-Brillen, die mithilfe elektronischer Spezialgläser abwechselnd das linke oder rechte Auge abdunkeln.

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Selbst wenn die Spezialbrillen - zumindest vergleichen mit den Vorserienmodellen der vergangenen IFA - deutlich leichter und ansehnlicher geworden sind. Sie sind weder schön noch praktisch, brauchen Strom und halbieren, technisch bedingt, die Lichstärke der Flachbildriesen glatt um die Hälfte.

Fehlende Inhalte sind das größte Branchenproblem

Und das ist nicht der einzige Mangel, der beim Megathema 3D-Fernsehen etwas die Euphorie bremst. Das größte Problem der Branche sind noch immer die fehlenden Inhalte. Im Jahr Eins nach Avatar gibt es noch immer nur eine bessere Handvoll 3D-Filme auf Blu-ray zu kaufen und auch bis zum Jahresende werden es wohl kaum mehr als eine niedrige zweistellige Zahl Titel sein. Weitere dreidimensionale Eindrücke im Wohnzimmer ermöglichen Zusatzgeräte wie Sonys Spielekonsole Playstation3, die der Konzern gerade per Software-Update für die Wiedergabe dreidimensionaler Filme und Spiele nachrüstet. Aber auch deren Zahl ist noch recht überschaubar.

Umso überraschender erscheint daher, dass Sony-Chef Howard Stringer am Morgen nach der Pressekonferenz in kleiner Runde noch einmal betont, bereits 2010 2,5 Millionen 3D-taugliche Fernseher verkaufen zu wollen. Weltweit zwar, aber immerhin. Samsung legt wenig später nach und verkündet bei der Präsentation seiner neuen 3D-tauglichen Top-Fernseher, in diesem Jahr zumindest zwei Millionen Raumbild-Monitore unters televisionäre Volk bringen zu wollen.

Widersinnige Verkaufsstrategie

Fernseher verkaufen zu wollen, für deren High-End-Funktion es kaum Inhalte gibt, das klingt zunächst widersinnig und ist für die TV-Branche dann doch seit Jahren erfolgreich erprobtes Geschäft. Denn tatsächlich war es mit HDTV, den hochauflösenden Fernsehbildern, die etwa in Deutschland erst seit diesem Frühjahr zum regulären Angebot von ARD und ZDF gehören, über Jahre nicht anders. Deutsche TV-Zuschauer kauften sich millionenfach und für viel Geld die hochauflösenden Flachbildriesen - ohne ein reguläres, frei empfangbares TV-Programm darauf ansehen zu können.

Warum also sollte nun nicht zu einem 3D-tauglichen Fernseher greifen, wer ohnehin gerade ein neues Gerät kaufen will. Zumal es auf absehbarer Zeit kaum noch neue Fernseher geben wir, die nicht ab Werk bereits mit der erforderlichen Technik ausgerüstet sind.

Der Grund dafür ist simpel: Flachbild-Monitore moderner Bauart verfügen sowie über die nötigen technischen Finessen, um dreidimensionale Filme abspielen zu können. Die aktuelle Generation schneller Monitore mit Bildwechselfrequenzen von 200 Megahertz und mehr, sind in der Lage die EInzelbilder für das linke und rechte Auge so rasch anzuzeigen und auszublenden wie das für 3D-Wiedergaben erforderlich ist. Parallel dazu stecken die Hersteller immer leistungsstärkere Bildprozessoren und Grafikchips in ihre Modelle, dass der Zusatzaufwand zur Verarbeitung von räumlichen Videos vergleichsweise marginal ist.

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