Rohstoffe: Kampf um jeden Tropfen

Rohstoffe: Kampf um jeden Tropfen

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Wie bei dieser Kupfermine bei Schanghang sind viele Gewässer in China mit abwässern und Chemikalien verseucht

Weltweit steigt der Wasserverbrauch. Schon sind Wohlstand und Wirtschaftswachstum bedroht. Doch nun sind neue Technologien einsatzbereit, die Wasser recyceln, aufbereiten und helfen zu sparen. Ein Milliardenmarkt für deutsche Unternehmen.

Die Schluchten des Grand Canyons zeugen von der Kraft, mit der sich der Colorado River seit Millionen Jahren ins rotbraune Gestein frisst. Nur wenige Hundert Kilometer stromabwärts aber verkümmert der stolze Fluss zu einem dreckigen Rinnsal, leer gesaugt vom Wasserdurst von Metropolen wie Los Angeles und San Diego. Noch vor der Mündung in den Golf von Mexiko versickern die letzten Tropfen des Colorados im Sand.

Nicht nur diesem Strom geht das Wasser aus. Der weltweite Bedarf nach Wasser – zum Trinken, zur Bewässerung oder als Industrierohstoff – wächst ungebremst. Längst wird nicht mehr nur in den Dürrezonen Afrikas der Mangel immer augenfälliger; auch wenn dort die Knappheit so existenzbedrohend ist wie sonst nirgends.

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Regen reicht nicht

Rund um den Globus schröpft die Menschheit Flüsse und Grundwasser mit aller Gewalt. In Mexiko City etwa sacken Gebäude um mehrere Meter ab, weil der Wasserbedarf der Metropole den Grundwasserspiegel beängstigend sinken lässt. Sogar im regenreichen London sichert inzwischen eine Entsalzungsanlage für das Gemisch aus Meer- und Themsewasser die Versorgung der Millionenstadt.

Trotz des verregneten Sommers hierzulande übersteigt der Wasserbedarf von Menschen, Landwirtschaft und Industrie nicht nur in Trockengebieten das Angebot, sondern auch in manchem Industriestaat. Das hat die 2030 Water Resources Group (WRG), ein Verbund weltweit führender Wasserforscher, errechnet. Setzt sich der Nachfrageanstieg unverändert fort, übersteige der weltweite Wasserbedarf im Jahr 2030 das Angebot um rund 40 Prozent.

Nahrungssicherheit gefährdet

Dabei sind die Folgen der Knappheit heute – auch in Europa – spürbar: In Südeuropa und selbst in Deutschland müssen Kraftwerke zeitweilig ohne ausreichend Kühlwasser die Leistung drosseln. Das belastet die im Umbruch befindliche Energieversorgung zusätzlich und treibt die Strompreise hoch. Und die großen Kornkammern der Welt – etwa in den USA, in China oder Russland – leiden längst an Wasserknappheit. Verschärft sich die globale Wasserkrise, schnellen die Getreidepreise in die Höhe. In vielen Ländern steht die Nahrungssicherheit auf dem Spiel.

Das lässt nicht nur die Ströme der Umwelt- und Hungerflüchtlinge wachsen. Selbst Kriege um Wasser werden denkbar, sagt Peter Gleick. Der Direktor des Pacific Institute widmet sich im kalifornischen Oakland der Erforschung der Wasserknappheit. Wie er arbeiten weltweit Wissenschaftler und Entwickler in Forschungsinstituten und Unternehmen daran, den Mangel an Süßwasser in den Griff zu bekommen. Trotz der immensen Herausforderungen ist Wasserforscher Gleick optimistisch: "Es gibt viele Wege, die weltweiten Wasserprobleme zu lösen."

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