Samsung: Europas neuer Handy-König

Samsung: Europas neuer Handy-König

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Samsung

von Thomas Kuhn

Samsung hat die jahrelange Aufholjagd im europäischen Mobilfunkgeschäft gekrönt und Nokia als Handyprimus abgelöst. WirtschaftsWoche-Gadget-Inspektor Thomas Kuhn analysiert, was Samsung richtig und Nokia falsch gemacht hat.

Rein architektonisch betrachtet, standen sich die Konkurrenten in nichts nach: Als sich Mitte Februar dieses Jahres in Barcelona die Telekomgrößen zum Branchengipfel, dem Mobile World Congress trafen, da lud der langjährige Handyprimus Nokia am Messevorabend in die Casa Llotja De Mar. In dem bildschönen, historischen Gemäuer hatten die Finnen in Jahren zuvor schon so manchen Handy-Hightech-Coup gelandet und Smartphone-Klassiker wie das N95 und N96 präsentiert.

Verfolger Samsung dagegen feierte die Messeeröffnung erstmals in einem der architektonischen Juwele der Stadt, dem malerisch im Schatten des Olympiastations gelegenen Palau Sant Jordi. In den Vorjahren hatte Samsung dagegen stets zur Neuheitenpräsentation in einen abgelegenen Konferenzraum eines Messe-Hotels gebeten.

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Klare Kampfansage

Noch deutlicher aber als der architektonische Anspruch verdeutlichte der Produktauftritt auf der Messe, wie sehr sich in den vergangenen Jahren die Gewichte im Markt zugunsten des langjährigen Underdog verschoben haben. Während der von Stagnation und Innovationsschwäche gebeutelte Telefonriese Nokia auf der Messe keine einzige Telefonneuheit präsentierte und nicht einmal mehr mit einem Messestand vertreten war, markierte die Vorstellung des neuen Smartphones Galaxy S2 von Samsung eine klare Kampfansage. Gegen Apple und dessen iPhone, nicht (mehr) gegen irgendeines von Nokias Top-Handys. Für Samsung, soviel wurde in Barcelona deutlich, gibt es im Telefonmarkt nur ein Ziel. Die Spitze.

Die ist nun erreicht. Zumindest in Westeuropa, das belegen die jüngsten Marktzahlen der Analysten von IDC, ist Samsung seit dem ersten Quartal dieses Jahres tatsächlich an der Spitze. Erstmals haben die Koreaner Nokia gemessen an der Zahl der verkauften Telefone als Marktführer abgelöst – einen Rang, den die Finnen seit den 1990er Jahren abonniert hatten. Mit 29,3 Prozent Marktanteil und 13,2 Millionen verkauften Handys liegen die Koreaner  nun vor Nokia mit 12,6 Millionen Telefonen und 17,9 Prozent Marktanteil.

iPhone liegt vorn

Im Segment der hochpreisigen Smartphones verwies Apples iPhone (20,8 Prozent) Nokia auf Rang 2  (19,6 Prozent). Hinter Blackberry-Produzent RIM (16, 5 Prozent) und HTC (ebenfalls 16,5 Prozent) folgt auch hier schon: Samsung – mit 12,1 Prozent Marktanteil. Und einem dramatischen Sprung gegenüber dem Vorjahreswert von 2,5 Prozent. Und das ist, wenn man das Tempo der Koreaner fortschreibt, nur ein Etappenziel.

Für den kommunikativen Durchmarsch gibt es viele Gründe. Einer ist eine Stärke, die über viele Jahre Nokia auszeichnete: Die Gabe, schneller und konsequenter als die Konkurrenten Produkttrends zu erkennen. Es waren die Finnen, die mit anpassbaren Handygehäusen, mit Details wie weißer Displaybeleuchtung, mit Handy-Computer-Zwittern wie dem Klassiker „Communicator“ oder den ersten Handy-Games definierten, was in der Branche fortan als cool galt. Ganze Generationen von Mobiltelefonieren wurden mit der ebenso eingängigen wie komfortablen Menüführung der Nokia-Telefone sozialisiert. Und bei all dem bewiesen die Finnen, dass sie technisch exzellente Telefone bauen und mit den ausgefeiltesten Finessen ausgerüstete Technik produzieren konnten.

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