Schiffsantrieb: Sprudeln und sparen

Schiffsantrieb: Sprudeln und sparen

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Containerschiff: 90 Prozent der täglichen Betriebskosten für Sprit

Seit dem britischen Hoovercraft ist bekannt, dass ein Wasserfahrzeug schneller durch die Wellen gleitet, wenn es auf einem Luftpolster schwebt.

Seit dem britischen Hoovercraft ist bekannt, dass ein Wasserfahrzeug schneller durch die Wellen gleitet, wenn es auf einem Luftpolster schwebt. Jørn Winkler, Schiffskonstrukteur und Gründer der niederländischen DK Group mit Sitz in Rotterdam, will das Prinzip nun auf große Frachter und Tanker übertragen. Bei dem patentierten „Air Cavity System“ (ACS) wird mithilfe von Kompressoren Druckluft in Kanäle unter dem flachen Schiffsrumpf gepresst. Das Luftpolster verringert die Kontaktfläche zwischen Rumpf und Wasser und minimiert so die Reibung, welche die Fahrt des Schiffes bremst. Das Ergebnis ist eine Kraftstoffersparnis von bis zu 15 Prozent.

Der Spritverbrauch ist mittlerweile der größte Kostentreiber bei den Betriebskosten eines Frachtschiffs: Bei Containerschiffen gehen fast 90 Prozent der täglichen Betriebskosten für Diesel drauf. Sinnvoll ist ACS allerdings nur bei Schiffen ab 250 Metern Länge: Bei starken Wellen wird das Schiff sonst so stark angehoben, dass das Luftpolster unter dem Rumpf entweicht oder in die Schiffsschrauben gerät.

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Am Modell und bei Tests in der Hamburgischen-Schiffbau-Versuchsanstalt hat das System bereits bewiesen, dass es funktioniert. Im nächsten Schritt soll nun ein 3000 Tonnen großes Küstenmotorschiff umgebaut und mit dem Sprudeldüsen-Antrieb versehen werden.

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