Skurriles von der Handy-Messe: Mobiltelefone für Taucher: James Bond lässt grüßen

Skurriles von der Handy-Messe: Mobiltelefone für Taucher: James Bond lässt grüßen

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Watchphone von LG

Inmitten komplexer Funktechnik findet sich an den Ständen der Aussteller auf dem Mobile World Congress auch nicht Alltägliches. Die WirtschaftsWoche-Redakteure Thomas Kuhn und Sebastian Schulte haben sich auf die Suche begeben.

Das Aquarium von Sonim Technologies, in dem sich eine Handvoll niedlicher Gummi-Haie tummelt, liegt versteckt in einer Ecke von Halle 2 des Messegeländes. Das Becken nimmt knapp ein Fünftel des Messestandes ein. Zubehör für Angler sucht der Messegast bei dem kleinen kalifornischen Unternehmen jedoch vergebens. Statt dessen liegen in dem Wasserbassin - halb verdeckt von den "Haien" mit den Plastikbeißerchen - Mobiltelefone, funktionierenden Mobiltelefone. Denn die sind die Spezialität der Kalifornier: Mobiltelefone von der ganz harten Sorte.

Sonims Modelle wie das knapp 340 Euro teure XP1 oder das XP3 Enduro für rund 500 Euro fehlt denn auch jegliche Eleganz der schlanken Designerstücke, mit denen Samsung, LG & Co. hier auf dem Mobile World Congress dem Trendsetter iPhone nachzueifern versuchen. Statt dessen dominieren schlagfester Kunststoff und robustes Gummi die Gehäuse. Die überstehen dafür, verspricht Sonim, auch klaglos Stürze aus mehr als eineinhalb Metern Höhe auf blanken Beton genauso wie 20 Grad unter Null oder 60 Grad Wüstenhitze. Und sie läuten, wie im Aquarium demonstriert, auch unter Wasser.

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Handys für James Bond

Nicht minder ungewöhnlich, wenn auch weniger strapaziös fürs Gerät, ist das Umfeld, in dem Samsung seine Messenneuheit mit dem Kürzel I7410 präsentiert. Dieses Mobiltelefon nämlich fungiert dank integrierter Hochleistungsoptik als Mikro-Projektor.

Zwar kann der Winzling im Format einer Zigarettenschachtel mit der Leistung professioneller Beamer nicht mithalten, doch um - etwa in kleineren Besprechungen - Präsentationen an die Wand zu werfen oder im Zug auf der Rückenlehne des Vordersitzes ein paar Videos anzusehen. Was das I7410 kosten soll, steht noch nicht fest. Voraussichtlich im Sommer, heißt es in Barcelona, könnte das Beamer-Handy marktreif sein.

Vor der Markteinführung stehen zwei weitere Ausnahme-Telefone, die auf dem Mobile World Congress für Aufsehen sorgen. Denn unabhängig voneinander haben die koreanischen Hersteller LG und Hundai eines der beliebtesten Spielzeuge aus ungezählten James-Bond-Filmen in die Realität umgesetzt: Das Telefon fürs Handgelenk.

Verborgen in einem eher etwas klobig geratenen Gehäuse mit einem berührungsempfindlichen Bildschirm, der wahlweise als digitale Zeitanzeige oder zur Steuerung der Telefonfunktionen dient, haben die Koreaner die Telefone auf Armreif-Format geschrumpft. Deutlich ansehnlicher ist das LG G910 gelungen, das Hundai MB-910 kommt in eher barocker Optik daher. Beide Uhren-Telefone - die Namensverwandtschaft sei Zufall, versichern die Hersteller - besitzen eine Freisprecheinrichtung, was absurde Verrenkungen beim Gebrauch vermeiden hilft. Das LG lässt sich für mehr Privatsphäre beim Telefonieren auch mit einer Bluetooth-Freisprecheinrichtung koppeln.

Ob und wann die beiden Geräte in Deutschland in den Handel kommen, ist bei beiden Herstellern noch nicht entschieden. Das LG G910, geht das Gerücht in Barcelona, soll in Großbritannien demnächst mit Vertrag ab etwa 100 Pfund erhältlich sein, umgerechnet inzwischen rund 120 Euro.

Handy zum Selberbasteln

Klasse auch die Idee von NTT DoCoMo: In einer Vitrine zeigt der japanische Telefonriese einen Handy-Prototypen, den der Nutzer selbst zusammenbauen kann. Je nachdem, zu welchem Zweck er das Mobiltelefon gerade benötigt: Die Tastatur auswechseln - und schwupp wird aus dem Handy ein Gerät zum Spielen. Extra große Lautsprecher dran - schon eignet es sich als portable Disco. Ob und wann NTT DoCoMo sein "separable phone" auf den Markt bringen wird, steht noch nicht fest.

Da ist InQ Mobile schon ein Stückchen weiter. Der Anbieter des - nach eigenen Angaben - weltweit ersten "sozialen Handys" arbeitet in Großbritannien bereits mit dem Anbieter 3 (Hutchison Whampoa) zusammen. Marktstarts in Österreich und Italien sollen demnächst folgen. Auch andere Netzbetreiber seien interessiert, heißt es bei InQ Mobile. In Deutschland befinde sich das Unternehmen in Gesprächen mit T-Mobile. Das Gerät selbst ist nicht von anderen Handys zu unterscheiden.

Was also ist das Neue daran? Die Dienste Facebook, Skype, Windows Live Messenger und Last.fm sind fester Bestandteil der Handysoftware. Alle diese Dienste, die es dem Nutzer ermöglichen, direkt mit anderen in Kontakt zu treten, sind also immer und überall verfügbar. Daher stammt der Name des Geräts, "social mobile". Das Ganze verlangt jedoch nach einer ständigen Verbindung ins Internet. Im Ausland könnte das ein teures Vergnügen werden - bei den immer noch horrenden Preisen fürs Datenroaming. Aber Brüssel hat ja bereits angekündigt, den Netzbetreibern auch bei der mobilen Datennutzung im europäischen Ausland die Daumenschrauben anzulegen. Die Kunden können also hoffen.

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