Skype: Aller guten Dinge sind drei

Skype: Aller guten Dinge sind drei

von Matthias Hohensee

Die europäische Internet-Telefongesellschaft Skype wechselte bereits zweimal den Besitzer. Nun wird spekuliert, dass der dritte Eigentümer Facebook heißen könnte.

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Rob Glaser will bessere Videokonferenzen bieten als Skype

Früher war Google die erste Adresse, wenn es im Silicon Valley um Übernahmespekulationen ging. Jetzt wird im ersten Atemzug meist Facebook genannt. So ist es auch diesmal. Die Nachrichtenagentur Reuters will von zwei Quellen erfahren haben, dass Facebook den Kauf des Online-Telefondienstes Skype erwäge. Gründer Mark Zuckerberg soll angeblich bereits persönlich in die Verhandlungen involviert sein. Was bedeuten würde, dass es sich weit mehr als nur ein Planspiel der Strategie-Abteilung von Facebook handelt. Und natürlich darf auch Google nicht im Reigen fehlen. Der Suchgigant, der mit Google Voice bereits selber Telefonate via Internet vermittelt, sei ebenfalls an einem Kauf oder einer engeren Kooperation interessiert.

Ist da was dran? Wahrscheinlich schon. Meistens sind solche Gerüchte gezielt gestreut, um den Preis hochzutreiben oder den Vertragsabschluss zu beschleunigen. Ein Kauf von Skype würde zwischen 4 und 6 Milliarden Dollar kosten.

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Übernahme hat sich für Ebay nicht rentiert

Sinn machen würde die Hochzeit jedenfalls. Schließlich dreht sich bei Facebook alles um Kommunikation. Das soziale Netzwerk könnte seinen Mitgliedern neben eigenen Email-Boxen auch Sprach-und Videotelefonie offerieren. Und Google könnte seinen knapp zwei Jahre alten Telefondienst Google Voice, der leider nur wenigen bekannt ist, auf einen Schlag mit Skype aufwerten. Für die in Europa gestartete Internet-Telefongesellschaft wäre es ein neues Kapital in ihrer wechselvollen Geschichte. 2003 von dem Schweden Niklas Zennström und seinem dänischen Geschäftspartner Janus Friis gegründet und als populärstes europäisches Startup gefeiert, schlüpfte es im Herbst 2005 für 2,6 Milliarden Dollar unter die Fittiche von Ebay.

Doch der dadurch erhoffte Wachstumsschub blieb aus. Interne Streitereien  zwischen dem Management von Ebay und Skype schnürten dem Internet-Telefoniespezialisten fast die Luft ab. Die Ebay-Übernahme machte die Skype-Gründer und ihre Investoren vermögend. Doch aus einer Wachstumsperspektive war sie schlecht.

Skype hat eher geringe Margen

Im November 2009 sicherte sich Skype nach heftigem Gerangel mit Ebay seine Freiheit. Der Auktionsgigant verkaufte siebzig Prozent seiner Anteile für 1,9 Milliarden Dollar an eine private Investorengruppe, angeführt von der prominenten Silicon Valley Investmentgesellschaft Silver Lake Partners. Friis und Zennström halten an dem wiedergeborenen Skype rund 14 Prozent. Die Mehrheit hat sich Silver Lake mit 56 Prozent gesichert, Ebay ist noch immer mit 30 Prozent beteiligt.

Die neue Freiheit sollte nun eigentlich mit einem im Herbst geplanten Börsengang wieder erblühen. Doch mittlerweile ist den Investoren etwas kribblig zumute. Denn die Anzeichen verdichten sich, dass sich der Wirtschaftsaufschwung wieder eintrübt. Und so richtig Vorfreude auf den Börsengang eines Startups – Facebook mal ausgenommen – will sich nicht einstellen. Zwar verfügt Skype über ein solides Geschäftsmodell, erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2010 rund 860 Millionen Dollar. Doch die Margen sind eher gering. Im vergangenen Jahr wies Skype einen Verlust von rund sieben Millionen Dollar auf.

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