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Skype: Skype trickst

von Markus Göbel

Die VoIP-Software ist so beliebt wie gefährlich.

Skype: die beliebte Quelle: AP
Skype: die beliebte VoIP-Software ist ebenso gefährlich Quelle: AP

Unter den inzwischen zahlreichen Möglichkeiten, Gespräche übers Internet zu führen, ist die Skype-Software ein Sonderfall. Denn anders als die meisten VoIP-Dienste setzt der Luxemburger VoIP-Pionier, der 2005 vom Online-Auktionshaus Ebay für 2,6 Milliarden Dollar übernommenen wurde, noch immer auf ein eigenes, geheimgehaltenes Übertragungsverfahren. Damit vermindert Skype die Gefahr, dass Anrufe abgehört werden. Zudem erlaubt es kostenlose Internet-Telefonate von PC zu PC sowie gebührenpflichtige (aber nur wenige Eurocent teure) Anrufe ins Festnetz und zu Mobiltelefonen – SkypeOut genannt.

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Dafür können Anrufe von anderen, standardkonformen VoIP-Anbietern wie etwa Sipgate, Freenet oder 1&1 von dem Skype-Nutzern nur dann entgegengenommen werden, wenn diese den teuren Umweg über das reguläre Telefonnetz nehmen. Vorausgesetzt, der Angerufene besitzt eine gebührenpflichtige eigene Rufnummer bei Skype. Aus dem Festnetz eingehende Anrufe werden dann via Internet an jeweils den Computer übermittelt, an dem sich der Nutzer über seine Skype-Software angemeldet hat – sei es zu Hause, auf Reisen oder im Büro.

Letzteres treibt den IT-Verantwortlichen vieler Unternehmen die Sorgenfalten auf die Stirn. „Skype wird heute in vielen Unternehmen von den Mitarbeitern auf ihren Rechnern installiert – häufig ohne Abstimmung mit der IT-Abteilung“, erklärt Nicole Dufft, Geschäftsführerin von Berlecon Research. Weil die Installation des Programms sehr leicht ist und kaum in das Betriebssystem der PCs eingreift, funktioniert das oft sogar bei Computern, für die der Beschäftigte nur eingeschränkte Benutzerrechte hat.

Weil Skype sein Übertragungsverfahren geheim hält, können Unternehmen die Software nicht auf eventuelle Sicherheitslücken hin überprüfen. Zudem trickst Skype vorhandene Abwehrmechanismen aus, um sich an Firewalls vorbei mit dem Web zu verbinden. Unternehmen müssen deshalb fürchten, dass Mitarbeiter sensible Daten durch Telefonate und bei Datentransfers über die Internet-Telefonie möglicherweise nach draußen schleusen. Dagegen hilft fast nur ein Verbot des Programms oder die Installation komplizierter Programme zur Kontrolle des Datenverkehrs. Die aber müssen regelmäßig aktualisiert werden, weil Skype ständig neue Verschleierungsstrategien anwendet.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 26.04.2008, 03:01 UhrAnonymer Benutzer: Meier

    Skype umgeht die Firewalls durch bilden von Tunneln. Diese gehen von innen nach aussen und machen die Firewall zum reinen Statisten. Da Skype keine festen Ports benutzt kann man es nicht so einfach filtern... Aber, was solls... wer weiss schon was Microsoft so alles aus ihrem PC schmuggelt???

  • 23.04.2008, 13:36 UhrAnonymer Benutzer: Jürgen Bayer

    Die Aussage "Zudem trickst Skype vorhandene Abwehrmechanismen aus, um sich an Firewalls vorbei mit dem Web zu verbinden" müsste wohl ein wenig genauer spezifiziert werden. Was meint der Autor damit? Dass Skype es ermöglicht, die (in Firewalls normalerweise zumindest für nicht binäre Daten freigeschalteten) iP-Ports 80 (HTTP) und 443 (HTTPS) als Kommunikationsport zu verwenden? Diese (leider voreingestellte) Möglichkeit kann in den Skype-Optionen (in dem Register "Verbindung") abgeschaltet werden. in gesicherten Systemen sollten Firewalls aber auf diesen Ports keine eingehenden Verbindungen zulassen. Der normale Skype-Port (2236) muss aber freigeschaltet werden, weil ansonsten die Kommunikation nicht funktioniert. Natürlich ist das eine Sicherheitslücke, aber die ist prinzipiell in jeder Anwendung enthalten, die über das internet mit einem Server kommuniziert (z. b. weil ein automatisches Update ermöglicht ist). Der Anwender muss da schon Vertrauen in den Hersteller der Anwendung haben.

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