Intelligente Gadgets: Geräte, die das Leben einfacher machen

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Intelligente Gadgets: Geräte, die das Leben einfacher machen

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Der Löffel von Lift Labs kann Menschen mit zitternden Händen das Essen erleichtern.

von Kathrin Grannemann

Was für Gesunde oft eine Selbstverständlichkeit ist, ist für Blinde und Hörgeschädigte eine Herausforderung. Dank moderner Technik gibt es mittlerweile Hilfsmittel, die das Leben einfacher machen.

Fangen wir einfach an – beim Smartphone mit Touchdisplay. Während es für Hörgeschädigte die Möglichkeit bietet, per Videotelefonie und mit Hilfe der Gebärdensprache zu kommunizieren, profitieren Sehgeschädigte von integrierten Hilfen für die Steuerung des Geräts.

Auf dem iPhone nennt sich das System VoiceOver, bei Android heißt es TalkBack. Mit dieser Funktion nennt das Gerät nach einem Tippen auf die Oberfläche, welche Schaltfläche gerade angesteuert wurde – egal ob es sich um Apps handelt oder um virtuelle Knöpfe. Ist es die gewünschte Funktion, bestätigt der Nutzer sie. Ebenso liest die Funktion Texte vor und ermöglicht es damit Blinden, ohne fremde Hilfe E-Mails zu versenden und zu erhalten.

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Zubehör für Sehbehinderte

Samsung bietet ebenfalls Zubehör für Sehbehinderte. Speziell für das Galaxy Core Advance hat das Unternehmen eine Ultraschall-Smartphonehülle entwickelt, mit der Hindernisse und andere Menschen erkannt werden können.

Dieser Ultraschallhelfer spürt alles in einem Umfeld von zwei Metern auf, jeweils in der Richtung, in die das Smartphone ausgerichtet wird. In den sogenannten Optical Smart Stand kann das Gerät eingespannt werden, um damit Briefe und ausgedruckte Texte vorgelesen zu bekommen. Auf Wunsch lässt sich dieser Vorgang automatisiert aktivieren, sobald etwas unter dem Standfuß abgelegt wird.

Mensch 2.0 - Welche Techniken und Implantate uns besser leben lassen

  • Besser hören

    Ein Mikrochip im Innenohr (38.000 Euro) lässt Taube wieder hören.

  • Stimmung steuern

    Hirnschrittmacher (ab 31.000 Euro) senden elektrische Impulse ins Gehirn, um epileptische Anfälle, das Zittern von Parkinson-Kranken und Depressionen zu heilen.

  • Berührungslos greifen

    Ein Chip erfasst Nervenreize. Denkt ein Proband "Greifen", kann er eine Prothese fernsteuern.

  • Magnetismus spüren

    Werden kleine Magnete unter die Haut der Fingerkuppen implantiert (200 Euro), können Menschen elektromagnetische Felder wahrnehmen.

  • Lähmung überwinden

    Mit einer vollelektronischen Orthese (60.000 Euro) können Menschen gelähmte Gliedmaßen wieder benutzen.

  • Natürlich gehen

    Mikroelektronik in modernen Prothesen (30.000 bis 40.000 Euro) kontrolliert und steuert innerhalb von Millisekunden die Position des Kunstbeins beim Gehen, Rennen oder Treppensteigen.

  • Schneller rennen

    Mit superleichten Karbonfedern (8.000 Euro) spurten Sportler besser als mit normalen Fußprothesen.

  • Schmerzfrei leben

    Implantate nahe dem Rückenmark (etwa 20.000 Euro) stoppen die elektrischen Nervensignale - und damit das Schmerzempfinden.

  • Gesund verdauen

    Elektronische Schrittmacher kontrollieren die Funktion von Magen, Blase und Darm (ab 14.400 Euro).

  • Kraftvoll zupacken

    Der Brustmuskel wird in mehrere Segmente unterteilt, mit denen Arm und Kunsthand präzise gesteuert werden (60.000 Euro).

  • Länger leben

    Schrittmacher (ab 5.100 Euro) und implantierbare Defibrillatoren (ab 15.500 Euro) halten geschädigte Herzen mit elektrischen Impulsen auf Trab.

  • Adlerscharf sehen

    Exakt geschliffene Kunststofflinsen (je 3.000 Euro) heilen den grauen Star. So erreichen viele Patienten anschließend 180 Prozent Sehschärfe.

  • Umrisse erkennen

    Blinde können mit einem Computerchip (73.000 Euro ohne Operation), der in die Netzhaut implantiert wird, wieder sehen. Eine Kamerabrille überträgt Bilder zum Chip, der das Signal an den Sehnerv weiterleitet. Der Akku am Gürtel liefert den Strom.

Wearables helfen beim „Sehen“

Wearables machen nicht nur das Leben von Sehenden intelligenter. Auch Blinde profitieren davon. Der intelligente Schuh Le Chal erleichtert Blinden die Navigation durch die Straßen. Verbunden mit dem Smartphone verfolgt ein Bewegungssensor im Schuh die Wege des Nutzers und teilt diesem per Vibrationsmotor mit, in welche Richtung er sich bewegen soll.

Je näher er dem Ziel kommt, desto stärker werden die Vibrationen. Für Sehbehinderte wird der Schuh voraussichtlich recht günstig angeboten: 50 Dollar verlangt der Hersteller von Sehbehinderten, normale Läufer zahlen 100 Dollar. Aktuell kann die Fußbekleidung nur vorbestellt werden.

Forscher des MIT wollen es Blinden bald ermöglichen, Bücher zu lesen - ohne Braille-Schrift. Der FingerReader ist ein kleines Gerät, das auf den Finger gesteckt wird. Eine Kamera erkennt die Texte und überträgt sie auf einen Computer oder Smartphone, das die Texte dann vorliest. Aktuell ist das Gerät noch im Entwicklungsstadium, die ersten Beispielvideos lassen aber hoffen, dass der Finger Reader in Serie geht.

Google Glass hat seit seiner viele Diskussionen ausgelöst. Das Projekt OpenGlass will es Blinden ermöglichen, die Brille ebenfalls zu nutzen. Dieses Projekt basiert vor allem auf die Weisheit des Internets: Der sehgeschädigte Nutzer kann mit der Brille in Foto oder Video aufnehmen und dieses dann über verschiedene Plattformen mit der Welt teilen.

Diese geben dann zum Beispiel über Twitter eine Rückmeldung, was der Nutzer gerade sieht. Die „Memento“-Funktion gleicht außerdem Bilder von bereits identifizierten Gegenständen und Orten ab.

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