Smart Home: Ein Rundgang durch das intelligente Haus

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Smart Home: Ein Rundgang durch das intelligente Haus

von Kathrin Grannemann

"Smart Home" liegt im Trend - von ferngesteuerten Steckdosen über Kaffeemaschinen-Apps bis zur Verkabelung des Wohnraums. Doch das intelligente Haus ist weiterhin eine Frage des Geldbeutels.

Der Begriff Smart Home dient als Oberbegriff für technische Ergänzungen im Haus. Dazu gehören neben der elektronischen Steuerung von Lampen, Jalousien, Heizung oder Küchengeräten die Vernetzung von Fernseher und Steroanlage sowie die Bedienung von Sicherheitssystemen.

Zumindest die Marktforscher von IDC sagen dem vernetzten Zuhause eine gute Entwicklung voraus: In den kommenden Jahren soll sich der Umsatz der Branche bis 2020 von zwei auf insgesamt sieben Milliarden Dollar erhöhen.

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Laut Gartner sollen bis dahin 26 Milliarden Geräte mit dem Netz verbunden sein – vom Kühlschrank bis zur Ampel. Ein virtueller Rundgang durch das intelligente Haus von heute - und morgen.

Smart Home - Das schlaue Zuhause

  • Ein Begriff, viele Szenarien

    Alle reden drüber, aber nicht alle meinen dasselbe: Smart Home ist ein populäres Thema in der  Elektronikbranche. Immer mehr Firmen bringen eigene Lösungen auf den Markt. Die Berater von Deloitte unterscheiden vier Kategorien.

  • Die eigenen vier Wände im Blick

    Viele Lösungen ermöglichen es, Licht und Rollläden automatisch zu steuern. Hinzu kommen Sicherheitsfunktionen wie vernetzte Feuermelder und Sicherheitskameras. Die Auswahl ist bereits groß.

  • Platz für die Daten

    Auch Speichersysteme für Computer und Smartphone zählen die Deloitte-Experten zum Smart Home. Auf diesen Miniservern können Nutzer ihre Daten, aber auch Filme und Musik ablegen und von überall aus im Haus darauf abrufen.

  • Hilfe für die Oma

    Smart-Home-Systeme können die Pflege älterer Menschen erleichtern, etwa mit einem Hausnotruf. Geräte für die Ferndiagnose sollen bei der Betreuung von Kranken helfen. Für den Bereich Pflege und Gesundheit gibt es bereits etliche Anwendungen.

  • Energie und Geld sparen

    Licht und Heizung aus, wenn man rausgeht: Intelligente Systeme können für mehr Energieeffizienz sorgen. Perspektivisch könnte auch der Trockner automatisch anspringen, wenn Strom billig ist. Angesichts der hohen Komplexität sei der Bereich "Smart Energy" aber am Anfang, so Deloitte.

  • Komplettpaket oder Standard?

    Schon jetzt gibt es Anbieter, die kaufkräftigen Kunden eine Wunschlos-Glücklich-Lösung einbauen – Deloitte definiert das als Luxussegment. Zunehmend kommen aber Pakete auf den Markt, mit denen Käufer relativ günstig smarte Funktionen nachrüsten können.

Wohnzimmer

Beginnen wir im Wohnbereich, wo smarte Fernseher bereits seit Jahren zum üblichen Inventar gehören. Dort wird nun auch die Beleuchtung cleverer.

Philips hat für sein Lampensystem Hue auf die Steuerung mit dem Smartphone gesetzt. Als zentraler Verteiler fungiert die sogenannte Hue Bridge, die alle vorhandenen Hue-Lampen vernetzt. Die Intelligenz der Lampen liegt in den variablen Einstellungen: Sie können per Timer an- und ausgeschaltet werden.

Mit Hilfe einer App können die Lampen auch von außerhalb aktiviert werden. Zudem sind die Lampen farblich variabel und können an die Situation angepasst werden. Bis zu 50 Lampen lassen sich mit einer Basisstation vernetzen, genug für ein ganzes Haus.

Für welche Smart-Home-Technologien sich deutsche Internetnutzer interessieren

  • Die Umfrage

    Fittkau & Maaß Consulting hat Internetnutzer in Deutschland befragt, für welche der folgenden Smart-Home-Technologien sie sich interessieren.

    Quelle: Statista

  • Heizung regeln

    50,7 Prozent

  • Fenster/Jalousien öffnen/schließen

    44,1 Prozent

  • Beleuchtung ein/ausschalten

    36,1 Prozent

  • Kühlschrankinhalte automatisch nachbestellen

    18,7 Prozent

  • Fernseher via Internet nutzen/programmieren

    18,6 Prozent

  • Druckerpatronen automatisch nachbestellen

    15,4 Prozent

  • Pflanzen via Internet-Fernsteuerung gießen

    14,5 Prozent

  • Babyfon via Internet nutzen

    13,3 Prozent

  • Haustiere via Internet-Fernsteuerung füttern

    7,2 Prozent

  • Kein Interesse

    22,3 Prozent

Neu ist der mobile Schalter Hue Tap, der kabel- und batterielos das Schalten der Lampen ermöglicht. Der Einstieg in das System ist allerdings nicht billig: Das Starter Kit kostet rund 200 Euro, einzelne Lampen sind für 60 Euro zu haben.

Neben Licht lässt sich seit einigen Jahren die Heizung per App steuern. Das Münchener Startup tado verkauft digitale Thermostate, die beim Energie sparen helfen. Im Zusammenspiel mit Geopositionsdaten vom Smartphone reguliert das tado-System die Temperatur je nach Anzahl der Anwesenden und dreht die Heizung herunter, sobald man das Haus verlässt.

Zusätzlich gibt es eine Zeitsteuerung sowie eine manuelle Steuerung, um die Heizung ohne Smartphone zu bedienen. Voraussetzung für das System sind Heizungen mit Thermostat, wer mit Fernwärme heizt, kann tado nicht benutzen.

So wird sich der Markt für Smart-Home-Technologien bis 2020 entwickeln

  • Die Umfrage

    2010 wurden 33 Hersteller von Smart-Home Lösungen gefragt, wie sie die Marktentwicklung ihrer Sparte bis 2020 einschätzen. Mehrfachnennungen waren möglich.

    Quelle: Statista; Erhebung durch trend:research

  • Wachstum oder zunehmende Verbreitung

    91 Prozent

  • Mehr Kunden oder stärkere Nachfrage

    70 Prozent

  • Fallende Kosten

    48 Prozent

  • Mehr Anbieter

    42 Prozent

  • Verbreitetere Technik

    36 Prozent

  • Neue Produkte

    36 Prozent

  • Neue Dienstleistungen

    18 Prozent

  • Neuer Technischer Stand

    18 Prozent

  • Generationswechsel beim Kunden

    12 Prozent

  • Nicht bekannt

    3 Prozent

Küche

Für Freunde eines frischen Kaffees bietet Saeco die passende vernetzte Lösung: Insgesamt 18 verschiedene Spezialitäten kann die Gran Barista Avanti zubereiten. Neben der Steuerung direkt an der Maschine steht eine App bereit, mit Hilfe derer sich Wassermenge, Brühtemperatur, Mahlgrad und Menge des Kaffees anpassen lassen. So soll jeder Nutzer seinen persönlichen Lieblingskaffee zusammenstellen können, die Einstellungen können abgespeichert werden.

Der Aufpreis für die externe Steuerung kostet allerdings einiges: Eine vergleichbare Maschine ohne Vernetzung kostet schon 1200 Euro, für dieses Gerät werden 1600 Euro verlangt – das intelligente Haus ist aktuell immer noch eine Frage des Geldbeutels.

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