Smartphones: Die Lieblings-Apps der Mobilfunkprofis

Smartphones: Die Lieblings-Apps der Mobilfunkprofis

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Auf dem Mobile World Congress in Barcelona lag die Durchdringung mit Smartphones bei quasi 100 Prozent. Wir haben die Mobilfunk-Profis zwischen Stockholm und Bangladesh gefragt: Was ist Ihre ganz persönliche Lieblings-App?

Ingrid Boyner aus Stockholm arbeitet beim Mobilfunkprovider TeliaSonera. Per Taxi ist sie täglich zwischen unterschiedlichen Kundenstandorten unterwegs. Dazu benutzt sie TaxiStockholm, eine Smartphone-App, die ihren Standort ermittelt, an den nächsten Taxifahrer weiterleitet, welcher sie sofort aufpickt. Bereits 60-70 Prozent aller Taxirufe werden in Stockholm über TaxiStockholm vermittelt. Miguel Ferreira Amaral, Direktor bei PT Prime in Lissabon, hat eine App gefunden, die ihm fremdsprachige Ausdrücke nicht nur als Text übersetzt, sondern auch vorspricht. So macht ihn sein Smartphone ein bisschen smarter – er kann Begriffe in einer fremden Sprache aussprechen. Ali Alsaghyir, Chairman von Mobily, dem zweitgrössten Mobilfunkunternehmens in Saudi Arabien schätzt es, dass er Fachkonferenzen, an denen er nicht persönlich teilnehmen kann, auf sein iPad gestreamt bekommt.

Drei Menschen, drei verschiedene Lieblings-Apps. Das ist nicht verwunderlich, sagte mir Mikael Eriksson Björling, Experte für Konsumentenverhalten beim Telekommunikationshersteller Ericsson. Er befragt jedes Jahr 80.000 Menschen in 40 Ländern nach ihren Vorlieben und Abneigungen bei Hardware und Anwendungen. Björling gruppiert Apps zu einer Pyramide: ganz unten liegt eine breite Palette von Basis-Apps, die praktisch jeder braucht, im Prinzip könnte man sie in Zukunft präinstalliert ausliefern. Dazu zählt er auf jeden Fall Facebook, was meine kleine Umfrage übrigens bestätigt hat – und zwar auch bei hochrangigen Executives. Sie nutzen Facbook passiv, das heißt sie lesen die Status-Updates verbundener Familienmitglieder oder Mitarbeiter.

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Umgehen von Roamingfallen

An zweiter Stelle rangiert Skype oder ein anderes Voice-over-IP-Telefonie bzw. Messaging-Produkt. Wobei das die Mobilfunk-Provider überhaupt nicht begeistert. Aber die meisten Besucher hier haben nicht das geringste Interesse an teuren Roaming-Gebühren. „Meine Firma hat Büros in der Türkei und in Aserbeidschan. Dank Skype können wir es uns leisten, in ständiger Verbindung zu sein,“ sagt Ismail Bayraktar, CEO von Figensoft. Je mobiler der Mensch ist, desto routinierter wird die Roamingfalle umschifft. In der fremden Stadt wird der Zugriff auf Restaurant-Informationen, auf den Flugticket-Barcode, auf Google-Maps am ausländischen Provider vorbei geroutet – es sei denn, man arbeitet selbst bei einem Provider, der alles bezahlt.

Apps, welche den jeweiligen Alltag zu meistern helfen, liegen in der Mitte der Björlingschen Pyramide: die Taxi-App oder die App für Währungs-Wechselkurse. Alarm für Support-Updates, Lokalisieren der Vertriebs-Kollegen oder Wetter-Informationen vor Reisen sind persönlich wichtig. Musik gehört zum Alltag dazu. Und da wird es überraschend lokal: Magnus Gunnarsson, Partner bei PIR in Stockholm, hört lokales Radio und sieht örtliches TV, das er auch in Barcelona empfangen kann, um mit Zuhause in Verbindung zu bleiben. Mil Thierig, CEO von Pega Publishing aus Berlin, hört hier auf der Messe in Barcelona, was Last.FM in Berlin heute im Radio spielt. Clarissa Horowitz, Kommunikationschefin bei Mobile Iron in Mountain View und Musikliebhaberin, schätzt MOG, ein kalifornisches Musik-Abo, mit dem sie Live-Zugriff auf mehr als 9 Millionen Musikstücke hat. Für Aamer Ejaz, Core Network Director bei Orascom in Bangladesh, ist der Zugriff auf die Radio-Nachrichten der BBC während der Unruhen in Tunesien und Ägypten wichtig gewesen. Wie sonst hätte er in Bangladesh stündliche Updates bekommen – die Familie lebt weit verstreut.

Apps für die Kinder

Bei den individuellen Apps an der Spitze der Pyramide wird es noch einmal persönlicher. Fast alle Eltern haben Apps auf ihren Smartphones, die sie für ihre Kinder dort geladen haben. Mil Thierig baut gleich eine eigene Zoo-App für Kinder, weil er Zoos mag. Jan Trionow, CEO von 3 Austria, schaut mit seinen Kindern zusammen Mobile TV, spielt Schach oder Sudoku. 

Klaus Müller, Geschäftsführer der Mobile Entertainment Firma ‚zed‘ in Österreich, reist dafür umso mehr – er mag die App Wikitude, ein Augmented Reality Projekt, dass erklärt, wie der Berg, das Schloss und die Landschaft vor der Kameralinse heissen. Hans Vestberg schliesslich, der CEO von Ericsson, prüft per App ständig den Zustand des riesigen weltweiten Ericsson-Netzwerkes, so seine Kommunikationschefin Helena Norrman. Denn wenn die Cloud nicht funktioniert, in der die Daten liegen, nützt alles nichts. 

Ismail Bayraktar aus Istanbul erzählt mir zum Schluss noch eine Geschichte: einige Unternehmen in Aserbeidschan laden Lokalisierungs-Apps auf Blackberries für ihre Topmanager, - und zwar ohne deren Wissen. So kann die Firmenleitung die Wege ihrer Direct Reports verfolgen, welche den verräterischen Blackberry als Statussymbol ansehen. „In Aserbaidschan gibt es kein Gesetz“, sagt Bayraktar. „In Istanbul wäre das undenkbar.“

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