SpaceShipTwo: Shuttle für Weltraumtouristen vorgestellt

SpaceShipTwo: Shuttle für Weltraumtouristen vorgestellt

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Richard Branson präsentiert das SpaceShipTwo

Der britische Milliardär Richard Branson hat das "SpaceShipTwo" vorgsetellt. Mit dem Raumschiff sollen demnächst Privatpersonen ins All fliegen. Doch die fünf Minuten im Weltraum sind nicht ganz billig.

Gänsehaut bei der Enthüllung von „SpaceShipTwo“: Ein eiskalter Sturm in der kalifornischen Mojave-Wüste sorgte am Montagabend (Ortszeit) für unerwartete Effekte, als der britische Milliardär Richard Branson sein erstes Raumschiff für private Kurztrips durchs Weltall vorstellte. „Da zog ein Orkan mit sibirischer Kälte auf und wir sind panikartig evakuiert worden“, sagte die deutsche Unternehmerin Sonja Rohde, die bereits ein Ticket als „Privat-Astronautin“ gebucht hat.

Die 34-Jährige aus Hagen in Nordrhein-Westfalen war unter den etwa 800 geladenen Gästen, die nach Sonnenuntergang das Spektakel verfolgten. Bevor der Sturm dem Debüt der Raumkapsel ein Ende setzte, wurde das 18 Meter lange, weißglänzende „SpaceShipTwo“, das zwei Piloten und sechs Passagieren Platz bietet, mit dem Trägerflugzeug „WhiteKnightTwo“ erstmals ausgerollt.

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„Das sah einfach gigantisch aus, wie das Spaceship zwischen dem Trägerflugzeug hing, wie ein UFO oder ein überdimensionaler Katamaran“, schwärmte Rohde. „Ich wäre am liebsten sofort eingestiegen und losgeflogen“.

Testflüge von SpaceShipTwo für 2010 geplant

Doch da muss sich die reiselustige Juniorchefin einer Immobilienfirma, die als erste deutsche Frau ins All will, noch etwas gedulden. Die ersten Testflüge sind für Anfang 2010 geplant. Vor 2011 dürfte die Reise kaum losgehen. Rohde und weitere 300 Weltraumtouristen in spe, die bereits einen Platz in dem Shuttle mit einer Anzahlung reserviert haben, erlebten am Montagabend die Taufe von „SpaceShipTwo“ auf den Namen „VSS (Virgin Space Ship) Enterprise“ mit.

Sie alle könnten im ersten Jahr nach Aufnahme des regulären Flugbetriebes an dem Weltraumausflug teilnehmen. Denn Branson plant wöchentliche Starts mit jeweils sechs Passagieren.

Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger lobte Branson als „außergewöhnlichen Visionär“. Dies sei eines der „coolsten“ Dinge, die er als Gouverneur miterleben durfte. Branson schwärmte vom „sexiest Spaceship“ aller Zeiten, mit dem er „den neuen Beginn des kommerziellen Raumfluges“ einläuten wolle. Der Preis für das etwa zweieinhalbstündige Abenteuer liegt bei 200 000 Dollar (umgerechnet etwa 135 000 Euro). Die CO2-Emissionen sollen nach Angaben von Virgin pro Kopf geringer sein, als für einen typischen Flug von New York nach London.

Fünf Weltraumtouristen aus Deutschland

Der britische Milliardär Quelle: dpa

Der britische Milliardär Richard Branson mit einem Modell seines Raumschiffs "SpaceShipTwo"

Bild: dpa

Aus Deutschland gibt es bisher fünf feste Buchungen, erklärt Christoph Eber, Mitinhaber des Münchener Spezialreiseveranstalters Designreisen, der hierzulande die Flüge vertreibt.

„Die Masse wird kommen, wenn die ersten Flüge stattgefunden haben“, sagt Eber. Er vergleicht die Situation mit dem Beginn der Luftfahrt in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Wer konnte sich damals vorstellen, dass es einst so etwas, wie Billigflieger geben würde? Zudem könnte Branson auch den Flugverkehr insgesamt verändern. Später sei es vorstellbar mit den Suborbitalflügen auch Strecken wie London – Sydney schneller zu absolvieren.

Die Raumkapsel soll mit dem Trägerflugzeug in 15 Kilometer Höhe gebracht werden. Dann wird sich das Spaceship abkoppeln und mit Raketenantrieb auf 110 Kilometer steigen – knapp über der offiziellen Eintrittsgrenze ins Weltall. Die Passagiere sind dann einige Minuten schwerelos. Der eigentliche Weltraumflug wird letztlich gut fünf Minuten dauern.

Rohde hat schon mehrere Trainingseinheiten absolviert, um sich auf den Ausflug ins All vorzubereiten, etwa ein Schwerelosigkeitstraining im Kennedy Space Center in Florida und ein Zentrifugentraining. „Vor dem Abflug müssen wir noch ein intensives Training machen, denn wir müssen die gleichen G-Kräfte wie bei einem richtigen Space-Shuttle-Flug aushalten“, erklärte Rohde. „Wir haben riesige Fenster, wie kein anderes Raumfahrzeug zuvor, durch die sie (die Passagiere) auf die Erde schauen können“, hatte Branson dem Sender CNN vor der öffentlichen Enthüllung gesagt. „Sie können herumschweben und damit zu Astronauten werden“.

Auf den ersten Flug will Branson seine Familie mitnehmen. Ein Bild seiner Mutter aus jüngeren Jahren ziere eine Seite des Cockpits, verriet der Unternehmer. Weltraumtouristin Rohde hatte Branson 2005 bei einer Safari in Afrika kennengelernt. Als er ihr von seinem Raumfahrtunternehmen und seinen Plänen erzählte, reservierte sie sofort einen Platz. Sie habe „zum richtigen Zeitpunkt, am richtigen Ort den richtigen Mann getroffen“, scherzte die Abenteurerin. „Jetzt ist der Traum zum Greifen nah“

An dem Raumschiff wurde jahrelang unter größter Geheimhaltung gearbeitet. Der Vorläufer  „SpaceShipOne“ war 2004 zwei Mal aus der Mojave-Wüste in den Weltraum vorgestoßen. Finanziert hatte das Projekt unter anderem Microsft-Mitgründer Paul Allen. Branson war davon dem Projekt so angetan, dass er die Technologie kaufte, um mit der weiterentwickelten Version Touristen ins All zu schicken.

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