Sportkopfhörer Jabra Elite Sport: Praktischer Coach mit Nehmerqualitäten

Sportkopfhörer Jabra Elite Sport: Praktischer Coach mit Nehmerqualitäten

, aktualisiert 25. Januar 2017, 08:26 Uhr
Bild vergrößern

Der Stereo Sport-Kopfhörer verfügt über In-Ear Herzfrequenzmessung und einen Bewegungssensor. Geeignet für Smartphone (sowohl iOS als auch Android), Tablet und PC.

von Carina KontioQuelle:Handelsblatt Online

Mit Musik trainiert es sich leichter. Der Bass treibt an. Dazu eignen sich vor allem Bluetooth-Kopfhörer wie der Elite Sport von Jabra. Preislich liegt das Gadget bei 249,99 Euro. Nicht ganz billig – lohnt der Kauf?

KölnNa, wie viele Kilogramm sind auf der Waage seit Weihnachten, dem Fest der Pfunde, dazugekommen? Und haben Sie sich zum Jahreswechsel auch vorgenommen, wieder mehr zu trainieren? Oder sind Sie noch nicht so richtig motiviert, um sich ins Fitnesstraining zu stürzen, obwohl die Hose kneift? Dann gibt es gleich keine Ausreden mehr, denn wir stellen Ihnen heute das passende Hilfsmittel vor: den Jabra Elite Sport, eine Art Workout-Coach zum Anziehen, der Ihnen entweder motivierende Kommandos in die Lauscher schickt oder Sie mit satten Beats zu Höchstleistungen antreibt. Ganz ganz legal. Sozusagen natürliches Doping.

Allerdings müssen Sie für den kabellosen Sportkopfhörer (iOS und Android) etwas tiefer in die Tasche greifen, denn er liegt preislich mit 249,99 Euro im gehobenen Bereich. Lohnt sich Kauf und bringt Jabra wirklich frischen Wind ins Workout? Wir haben über drei Monate lang den Alltagstest gemacht. Denn Sie wissen ja: Wer im Sommer fit sein will, sollte schon im Winter anfangen, zu trainieren.

Anzeige

Weniger Wampe, mehr Muskeln und ein fittes Gesamtpaket: Mit dem Gadget hat es der dänische Hersteller Jabra ganz klar auf ambitionierte Athleten und Hobbysportler abgesehen. Der wasserdichte Elite-Sport-Kopfhörer ist mit einem In-Ear-Herzfrequenzmesser und einem 3-Achsen-Beschleunigungssensor ausgestattet. Dadurch kann er Kalorien, Zeit, Tempo, Entfernung, Schritte, Trittfrequenz und Herzfrequenzbereiche aufzeichnen und die Daten werden von der dazugehörigen App „Jabra Sport“ schon während des Trainings so aufbereitet, dass der Träger optimal unterstützt wird. So aufgestellt, kann Jabra zweifelsfrei mit Bragi The Dash oder den Gear IconX von Samsung mithalten.

Bevor es aber ran an den Winterspeck geht, müssen die beiden schwarzen Teile (die Optik ist nicht gerade edel, dafür aber robust und strapazierfähig), die vollgepackt sind mit allerlei High-Tech, erst einmal mit den mitgelieferten Silikon- oder Schaumstoff-Ohrstöpseln individuell an den Träger angepasst werden. Auch drei Ear-Wings liegen bei, das sind so kleine Gummi-Haken für die Ohrmuschel, die verhindern, dass die Kopfhörer aus dem Ohr rutschen, wenn es beim Seilspringen oder Zirkeltraining ordentlich zur Sache geht. Außerdem ist es für einen optimalen Sound wichtig, dass die Kopfhörer richtig fest sitzen, denn ansonsten gehen die Bässe verloren.

Bei mir hat das immer gut geklappt, was sicherlich daran lag, dass ich die anpassungsfähigen Schaumstoff-Stöpsel benutzt habe, die sich, ähnlich wie Ohropax, in den Gehörgang einschmiegen. Das ist sicherlich nicht jedermanns Sache. Übrigens müssen Sie keine Angst haben, dass Sie dadurch akustisch völlig von der Umwelt abgekapselt sind – auf Knopfdruck lassen sich die Umgebungsgeräusche hinzuschalten (Jabra nennt das „HearThrough“); besonders praktisch, wenn Sie im Fitness-Studio angesprochen werden oder auch aus Sicherheitsgründen, wenn Sie im Straßenverkehr unterwegs sind.


Netzteil? Fehlanzeige

Aufgeladen werden die Elite Sport in einer kleinen, schwarzen Ladeschale, die via Micro-USB an eine Stromquelle oder den Rechner angeschlossen wird. Vermisst habe ich hier allerdings ein Netzteil. Andererseits könnte man das auch als nachhaltig bezeichnen, denn gerade im Zeitalter von Smartphone & Co. hat doch jeder zu Hause irgendwo ein Netzteil in der Schublade liegen, oder? Insofern würde ich dafür jetzt keinen Punktabzug geben.

Dann schon eher für die Tatsache, dass die Kopfhörer in der Schale selbst nicht mit einem kleinen Magneten in die richtige Position gebracht werden. Stattdessen muss man immer ein bisschen fummeln (vor allem, wenn die Eear-Wings angebracht sind), bis der Ladevorgang gestartet wird. Ist das der Fall, leuchten zwei grüne LED-Lämpchen an der Frontseite.

Apropos Aufladen: Gedanken über die Stromversorgung muss man sich bei den Elite- Sport-Kopfhörern nicht machen. Die Batterie hält im Dauerbetrieb mit einer Ladung gute drei Stunden lang durch - eine beeindruckende Leistung (auch wenn Hobby-Sportler mit einer Marathon-Bestzeit jenseits der drei Stunden auf den letzten Kilometern wohl in den sauren Apfel beißen müssen). Geht den Kopfhörern der Saft aus, bietet die Schale dann zwei zusätzliche, volle Aufladungen für bis zu sechs Stunden Laufzeit.

Probleme hatte ich hingegen immer mal wieder beim Koppeln mit meinem Handy. Vor allem dann, wenn ich zwischen zwei Geräten (Smartphone vs. Tablet) gewechselt habe, mit denen die Kopfhörer verbunden waren. Mal tauchte der Elite Sport gar nicht in der Liste verfügbarer Bluetooth-Geräte in meinem Handy auf (firmiert etwas kryptisch als “Jabra Elite v3.4.0”), mal erschien er „als Jabra Elite (SMART)“, aber nach dem Koppeln passierte: gar nix. Erst nach einem Neustart meines Smartphones (im Test habe ich ein iPhone 6 und mein iPad der 2. Generation genutzt) sowie mehrmaligem an- und ausschalten der Bluetooth-Funktion klappte es dann wieder mit der Verbindung (und ja, das war schon alles sehr nervig).

Die Synchronisation mit der App, die voller motivierender Workout-Anleitungen steckt, hingegen könnte besser nicht laufen. Während des Trainings gibt eine Frauenstimme in Echtzeit Feedback und wer es mit Statistiken hat, kann hier im Anschluss im Trainingstagebuch die ausführliche Leistungsanalyse studieren. Es ist aber auch möglich, die Sportkopfhörer mit Apps von Drittanbietern wie Strava, Runtastic oder Runkeeper zu koppeln.

Ob Yoga, Spinning oder beim Krafttraining in der Muckibude: die Elite Sport waren immer ein treuer und zuverlässiger Begleiter, auch wenn man schon ein bisschen doof damit aussieht. Unauffällig ist anders, aber wenigstens sind Kopfhörer sehr praktisch und stören selbst unterm Fahrradhelm nicht. Einzig unter meiner dicken Wintermütze hat es schon nach kurzer Zeit ordentlich gedrückt im Ohr.


Sound vom Allerfeinsten

Apropos Winter: Die Bedienung der Kopfhörer ist eigentlich recht einfach und intuitiv. Sie erfolgt über winzig kleine Druckknöpfe am Gehäuse, was ich persönlich besser finde, als die Rumwischerei wie beim Samsung Gear IconX, denn ich bekomme so eine direkte haptische Rückmeldung. Mit Handschuhen funktioniert das allerdings so gut wie gar nicht (es sei denn sie sind sehr dünn), denn ohne Gefühl in den Fingern findet man die kleinen Knöpfchen nicht richtig.

Unzufrieden bin ich auch mit der Herzfrequenzmessung. Im Test, ich bin eine Stunde auf dem Indoor-Rad unterwegs gewesen und habe Intervalle nach Herzfrequenzvorgaben trainiert, zeigte mir die App ständig um die 30 Schläge mehr an, als mein Garmin-Brustgurt, den ich zum Vergleich getragen habe und der einer EKG-genauen Messung entspricht. Hätte ich also meine Intervalle anhand der Jabra-Daten gesteuert, hätte ich nicht in den korrekten Zonen trainiert - und würde beim nächsten Triathlon vielleicht viel früher aus der Puste kommen, wenn es um die Wurst geht. Hier finde ich die Leistung nur befriedigend, weiß aber nicht, ob das nun eine generelle Ungenauigkeit ist oder ob ich irgendetwas nicht richtig gemacht habe.

Sprechen wir noch kurz über die Klangqualität. Beim Musikhören bieten sie, vorausgesetzt die Kopfhörer sitzen fest im Gehörgang, Sound vom Allerfeinsten - übrigens per Bluetooth. Beim Video-Streaming hingegen klingt der Ton eher dünn und blechern (macht keinen Spaß). Dafür lassen sich mit dem Elite Sport makellos Telefonanrufe entgegennehmen und auch wenn das Smartphone irgendwo in der Anzugsjacke steckt, ist für den Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung nicht zu erkennen, dass Sie über die Sportkopfhörer telefonieren.

Fazit: Praktischer Coach mit Nehmerqualitäten

Lohnt sich der Kauf? Nun, der Sportkopfhörer, so praktisch wie strapazierfähig, ist zweifellos eine gute Kombination aus Assistent und Coach fürs Training und bewegt sich technisch auf einem hohen Niveau. Kombiniert mit der App erhalten Sie einige gute Workouts, die sich gewaschen haben und halten am Ende eine hübsche Übersicht Ihrer körperlichen Aktivitäten in Hand. Dazu kommt: Die Dinger haben echte Nehmerqualitäten (einige User berichten sogar davon, dass sie sie unter der Dusche tragen) und Jabra gewährt zudem drei Jahre Garantie gegen schweißbedingten Geräteausfall.

Allerdings bekommen Sie für die 249,99 Euro keine Fitness-Wunderwaffe, denn für prall gefüllte T-Shirt-Ärmel müssen Sie von alleine ordentlich was tun. Wer einen perfekt ausdefinierten oder fitten Körper haben will, daran wird auch Jabra nix ändern, muss sich dieses Ziel mit viel Ehrgeiz und Disziplin erkämpfen. Also los jetzt, ran ans Sixpack! Denn der Text hier war gerade keine Abkürzung zu Ihrem Traumkörper.

Quelle:  Handelsblatt Online
Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%