Start-Up-Finanzierung: "Bill Gates der Finanzbranche"

kolumneStart-Up-Finanzierung: "Bill Gates der Finanzbranche"

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Matthias Hohensee: Wird das Geld für neue Ideen und Produkte knapp?

Kolumne von Matthias Hohensee

Barry Silbert hat hat eine Internet-Auktionsplattform entwickelt, über die Mitarbeiter und Investoren von Startups ihre Anteile verkaufen können. Wegen der Dürre bei Börsengängen liebt das Silicon Valley die Seite und feiert den Macher als neuen Bill Gates.

Tony Perkins geizt nicht mit Lob, wenn er über den neben ihm stehenden blonden Mann spricht: „Das ist der nächste Bill Gates der Finanzbranche“, sagt der Medienunternehmer, der -Ende der Neunzigerjahre das Platzen der „Internet-Blase“ vorhersagte. Damit meint er Barry Silbert. Vor einem Jahr hatte Perkins den damals noch unbekannten 34-jährigen Investmentbanker auf einer High-Tech-Konferenz vorgestellt.

Heute ist der Gründer des New Yorker Unternehmens Second Market im Silicon Valley jedem ein Begriff. Denn der Banker hat eine Internet-Auktionsplattform entwickelt, über die Mitarbeiter und Investoren von Startups ihre Anteile verkaufen können. Und das ist gefragt: Denn die Dürre bei Börsengängen hält an. Mitarbeiter von Startups konnten bislang ihre Optionen, mit denen sie am Unternehmenserfolg beteiligt werden, nur schwer verkaufen. Silbert hat das geändert.

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Sein Geschäft kam ins Rollen, als ihn 2008 ein Ex-Facebook-Mitarbeiter kontaktierte. „Der brauchte Geld für ein Auto und fragte, ob ich seine Anteile verkaufen könnte“, sagt der Banker. Silbert hatte bis dahin über seine 2004 gegründete Firma hauptsächlich die Überreste von bankrotten Unternehmen vermittelt.

Der Banker fragte herum und stieß auf eine Goldader: Das Interesse war enorm. Im Frühjahr 2009 startete Silbert offiziell den Handel mit Anteilen von Startups. Inzwischen ist er neben Sharepost der bekannteste Anbieter. Sein Unternehmen kassiert bei jeder Transaktion zwischen zwei und fünf Prozent des Anteilswertes und erwartet in diesem Jahr rund 50 Millionen Dollar Umsatz. Facebook ist noch immer der Dauerbrenner, gefolgt von der Spielefirma Zynga, Linkedin, Twitter, Groupon und Yelp.

Ein Facebook-Anteil kostet bei Second Market mittlerweile 60 Dollar. Damit wäre das Netzwerk mit über 20 Milliarden Dollar bewertet. Allerdings kann nicht jeder über Second Market investieren. Angeblich um Kleinanleger zu schützen, hat die US-Börsenaufsicht vorgeschrieben, dass Anleger mindestens eine Million Dollar Vermögen oder 200 000 Dollar Jahreseinkommen nachweisen müssen. Die Hauptkunden von Silbert sind deshalb vor allem professionelle Vermögensverwalter.

Nun plant er den nächsten Coup: Im Herbst will er auch Aktien von frisch an der Börse gelisteten Firmen verkaufen, wie etwa von Elektroautopionier Tesla. Mitarbeiter solcher Unternehmen müssen beim Aktienverkauf an der Börse Sperrfristen beachten. Über Second Market sollen sie das schon vor Ablauf der Fristen tun können. Sollten Börsengänge wider Erwarten boomen, hat Silbert vorgesorgt.

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