Streak: Dell gibt Tablet auf

Streak: Dell gibt Tablet auf

, aktualisiert 06. Dezember 2011, 21:57 Uhr
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Dells Tablet Streak gibt es in den USA nicht mehr zu kaufen.

von Axel PostinettQuelle:Handelsblatt Online

Keine Chance gegen das iPad: Nach HP hat auch Dell seinen Tabletcomputer Streak in den USA aufgegeben. Damit sind derzeit nur zwei iPad-Konkurrenten erfolgreich.

New YorkDas Sterben der iPad-Konkurrenten geht weiter. Dell nimmt jetzt sein Tablet Streak 7 mit 7-Zoll-Bildschirm in den USA vom Markt. Nach Hewlett-Packard steht der zweite Computerhersteller vor den Scherben seiner Mobilstrategie. Während HP mit dem Tablet gleichzeitig seine Mobiltelefonsparte eingestellt hat, ist Dell noch mit zwei Smartphones im Markt. Wie lange noch?

„Unfortunately the Streak 7 is no longer available“ heißt es lapidar auf der US-Webseite von Dell. Zuerst hatte es das glücklose Modell Touchpad von HP erwischt, jetzt folgt mit dem Streak 7 das nächste Media-Tablet eines großen PC-Herstellers. Seit dem Markteinstieg des Web-Händlers Amazon mit seinem 199-Dollar-Tablet Kindle Fire und 7-Zoll-Bildschirm ist in der Tablet-Mittelklasse kein Geld mehr zu verdienen.

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Amazon verkauft laut Analysten unter Herstellungspreis, geschätzte 50 Dollar Verlust sind es pro Gerät. Das Geld holt sich der Händler langfristig aber über den Verkauf von Musik, Büchern und Waren aus seinem Online-Shop von den Kunden doppelt und dreifach wieder zurück. Ähnlich verfährt der Buchhändler Barnes & Noble mit seinem 7-Zoll-Tablet Nook Color für 199 Dollar.

Solche Refinanzierungsmöglichkeiten fehlen den Hardware-Herstellern die versuchen im Preiskrieg so weit wie möglich mitzuziehen. Die billigste Version des Tablets „Flyer“ von HTC ist etwa in den USA von 499 auf 299 Dollar gesenkt worden. Wer den Krieg nicht mehr mitmachen kann steigt aus, wenn er kann.


RIM muss Playbook künstlich beatmen

Research in Motion (Blackberry) allerdings muss auf Gedeih und Verderb an seinem 7-Zoll-Tablet „Playbook” festhalten und verliert viel Geld. „Jetzt 300 Dollar sparen“ verkündete die Werbung Ende November im Fenster des Elektronikhändlers Radio Shack in San Francisco verheißungsvoll. Das Playbook gab es für nur noch 199 statt 499 Dollar.

Aber anders als zuvor bei HPs Touchpad war das keine Abverkaufsaktion um das Gerät hinterher vom Markt zu nehmen. Im Gegenteil: RIM muss das Playbook auf Dauer künstlich beatmen. Es ist das einzige Produkt mit dem neuen Betriebssystem QNX.

Eine Einstellung des gescheiterten Hoffnungsträgers wäre zwar ertragstechnisch konsequent, hätte aber fatalste Signalwirkung auf Kunden, Analysten und vor allem Softwareentwickler, die sich zurückziehen würden bevor 2012 Blackberry Smartphones mit QNX erscheinen. Die Kanadier verlieren nach Analystenschätzungen bei einem Preis von 199 Dollar bis zu 100 Dollar pro Playbook.

Ohnehin ist die Situation schon kritisch: Nach zunächst 500 000 Tablets im ersten Verkaufsquartal wurden im abgelaufenen Quartal nur noch 150 000 an den Handel ausgeliefert. Ein umfangreiches Software-Update sollte das Weihnachtsgeschäft ankurbeln -  es wurde aber auf Februar verschoben.

Die Folgen der Durchhalte-Aktion sind bereits spürbar. Satte 485 Millionen Dollar vor Steuern wurden jetzt auf die Playbook-Bestände abgeschrieben. Das Gewinnziel für das laufende Geschäftsjahr ist kaum mehr zu erreichen, so RIMs Co-CEO Mike Lazaridis.

Quelle:  Handelsblatt Online
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