Das Gegenmittel heißt Virtualisierung. Darunter verstehen Experten eine Software, die eine Arbeitslast verschiedener Anwendungen so auf die Rechner verteilt, dass alle annähernd gleich ausgelastet sind. Die Zahl der benötigten Maschinen sinkt drastisch. Speicherexperten wie EMC oder Hitachi setzen beim Verwalten der Computerdaten auf ein ähnliches Konzept. Eine neue Software simuliert einen großen virtuellen Datenspeicher und weist den einzelnen Programmen den jeweils benötigten Speicherplatz zu. Effekt: Es werden weniger Festplatten gebraucht, der Stromverbrauch sinkt. Ein anderer Ansatz zum Energiesparen sind neue Kühlsysteme und Klimakonzepte. Luft kühlt dabei gezielt jene Rechner, die unter Hochlast laufen, statt komplette Rechnerräume kühl zu halten. Die Telekom-Tochter T-Systems will die Temperaturen in Rechenzentren künftig mit aus dem Erdboden angezapfter Kühle niedrig halten. Die Bergbauakademie Freiberg ist an der Entwicklung beteiligt. „Noch ist das System nicht einsatzbereit“, berichtet Ralf Bündgen, bei T-Systems verantwortlich für Umweltschutz, „aber es geht nur noch um das Wann, nicht mehr um das Ob.“ Nahezu ausgereift ist hingehen das energieautarke Rechenzentrum, das der Telekom-Ableger demnächst für rund 2,5 Millionen Euro im Münchner Euro-Industriepark errichtet. Den Strom für IT und Gebäude soll eine vom Energieexperten CFC Solutions aus Ottobrunn bei München gebaute Brennstoffzelle liefern, die mit Biogas betrieben wird. Bündgen: „Mit dem aus organischen Rohstoffen erzeugten Gas werden wir einen Großraum des Rechenzentrums komplett CO2-neutral betreiben.“ Dieses Ziel hat auch Strato-Chef Schmidt im Blick. Anfang 2008 wechseln die Berliner als erster deutscher Groß- Web-Hoster zum badischen Stromerzeuger Naturenergie. „Der produziert seinen Strom schon jetzt CO2-frei mit Wasserkraftwerken am Hochrhein.“
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