Stromanbieter: Jetzt auf besseren Strom umsteigen

Stromanbieter: Jetzt auf besseren Strom umsteigen

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Jeder Cent zählt. Hohe Strompreise steigern die Wechselbereitschaft

von Niklas Hoyer

Eine exklusive Studie hilft bei der Wahl des Stromlieferanten: günstig, gut fürs Gewissen – oder beides. Ein Vergleich der Stromanbieter in Deutschland - zwischen konventioneller Energie und Ökostrom.

Die Bilder vom Kampf der Feuerwehrleute und Soldaten, die in Fukushima mit Wasserwerfern und Hubschraubern versuchen, die außer Kontrolle geratenen Reaktoren zu kühlen, haben viele Stromkunden erschüttert. Immer mehr wollen raus aus der Atomkraft. Allein beim Ökostrom-Anbieter Naturstrom schlossen seit Beginn der Krise in Japan jeden Tag 1200 neue Kunden per Internet einen Vertrag ab. Anfang März, vor der Katastrophe, waren es nur 130.

Hilfreich bei der Suche nach dem passenden Stromanbieter ist eine Studie der WirtschaftsWoche und des Deutschen Instituts für Service-Qualität (Disq). Die Prüfer haben die besten Stromanbieter ermittelt, sowohl unter den Anbietern, die Strom aus Kohle, Gas und Atomkraft liefern, als auch unter den Ökos, die Strom aus Sonne, Wind und Wasser gewinnen.

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Faire Verträge, guter Service

Mit verdeckten Testanfragen untersuchten sie per Telefon, E-Mail und Internet 41 überregional und regional aktive Stromanbieter. Nur Anbieter mit günstigen Preisen, fairen Vertragsbedingungen und gutem Service konnten im Gesamtranking punkten. Gesamtsieger unter den überregional aktiven Stromanbietern wurden die Stadtwerke Flensburg, sowohl mit einem herkömmlichen Tarif als auch mit ihrem Ökostrom-Tarif (siehe Tabelle).

Zwar bieten sie in keiner Stadt die niedrigsten Preise; im Durchschnitt zahlt ein Zwei-Personen-Haushalt bei den Stadtwerken Flensburg vier Prozent mehr als beim jeweils günstigsten Anbieter. Das glichen sie jedoch mit fairen Bedingungen und gutem Service aus. So garantieren die Stadtwerke stabile Preise bis zum Jahresende. Die Mitarbeiter berieten am Telefon zudem besonders überzeugend. Kein Vergleich zum Dortmunder Anbieter DEW21, dessen Mitarbeiter nur auf die Web-Site verwies und die Nachfrage des Testkunden, ob er dennoch ein paar Fragen stellen dürfe, mit „Nein, Nein!“ beantwortete.

Wie viele andere Stromanbieter zahlen auch die Stadtwerke Flensburg Neukunden nach dem ersten Jahr einen Bonus, hier 40 Euro. Damit Interessenten einen dauerhaft günstigen Tarif finden, ließen die Prüfer solche Boni bei der Preiser-mittlung aber außen vor. Tarife mit längerfristiger Vorauskasse oder Kaution bekamen ebenfalls keine Chance.

Ökoetikettenschwindel

Genau hingeschaut haben die Prüfer auch bei den Ökostrom-Tarifen. Einige Anbieter nutzen für diese nur günstige Ökozertifikate, die etwa Betreiber von Wasserkraftwerken in Skandinavien verkaufen. So können Stromanbieter Atomstrom umetikettieren und daraus Ökostrom machen. Schließt ein Kunde bei einem solchen Anbieter ab, wird sein Verbrauch zwar theoretisch vom skandinavischen Wasserkraftwerk abgedeckt. Tatsächlich wäre dieser Strom aber sowieso gekauft worden und sonst in den allgemeinen Strommix geflossen. Der Neuabschluss hat keinen Mehrwert für die Umwelt gebracht.

Wollen Kunden den Ausbau der Erneuerbaren fördern, sollten sie auf strengere Kriterien achten. Die Anbieter EWS Schönau, Naturstrom, Greenpeace Energy und Lichtblick sind da besser. Greenpeace etwa sichert zu, dass Strom mindestens zur Hälfte aus erneuerbarer Energie stammt, der Rest aus erdgasbetriebener Kraft-Wärme-Kopplung. Spätestens nach fünf Jahren muss der Verbrauch des Neukunden aus Kraftwerken gedeckt werden, die nicht älter als fünf Jahre sind. Handelbare Ökostrom-Zertifikate nutzt Greenpeace nicht. So viel Konsequenz hat ihren Preis: Ein Berliner Zwei-Personen-Haushalt zahlt bei Greenpeace knapp 23 Prozent mehr als beim günstigsten Ökostrom-Anbieter.

Die Prüfer nahmen Nachhaltigkeit als zusätzliches Kriterium in den Ökostrom-Test auf. So floss in die Bewertung der Vertragskonditionen zu acht Prozent ein, ob der Anbieter mit dem getesteten Tarif (dem günstigsten Ökostrom-Tarif) den Neubau von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien fördert. Nur wenn dies der Fall ist, kam er für den Gesamtsieg als „Bester Ökostrom-Anbieter“ infrage. Die siegreichen Stadtwerke Flensburg garantieren Kunden, dass ihr Ökostrom vollständig aus Erneuerbaren stammt und wenigstens ein Drittel des Stroms einen „zusätzlichen Umweltnutzen“ bringt, über die vorhandene staatliche Förderung hinaus. Kunden, die günstige Preise und ein gutes Gewissen haben möchten, sind hier gut aufgehoben.

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