Tablet-PCs: Androiden greifen das iPad an

Tablet-PCs: Androiden greifen das iPad an

von Thomas Kuhn, Sebastian Matthes und Andreas Menn

Noch dominiert Apples iPad die Branche, doch nun jagt die Konkurrenz den Primus mit einer Flut innovativer Tablet-PCs.

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Apple-Chef Steve Jobs präsentiert das iPad

Er wird kompakter, deutlich leichter, bekommt ein Gehäuse aus Kohlefaser, eine zweite Kamera für Videokonferenzen und wird – wenn er im März auf den Markt kommt – für rund 450 Dollar zu haben sein. Oder es kommt doch alles ganz anders. Wie auch immer: Alle Enthüllungen, die über Apples iPad 2 im Internet kursieren, sind kaum mehr als Spekulation. Apple schweigt eisern und lässt werbewirksam die Gerüchteküche brodeln. So gesehen scheint alles wie immer, wenn die Kalifornier ihre Fans mit einem neuen Designerstückchen verzücken oder die Konkurrenz mit einem neuen Trendsetter schocken wollen.

Doch der Schein trügt.

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Konnte sich Apple-Chef Steve Jobs nach der Präsentation des iPhone 2007 fast drei Jahre auf einem komfortablen Vorsprung ausruhen, bis die Handyhersteller mit konkurrenzfähigen Smartphones konterten, ist beim iPad alles anders. Denn die Computerbranche hat aus dem iPhone-Schock der Handyproduzenten gelernt.

Apple-Konkurrenz ist deutlich günstiger

Nur zwölf Monate nach der Vorstellung des iPad im Januar vergangenen Jahres präsentieren die Branchenriesen seit Anfang Januar eine wahre Flut von Tablet-Computern unterschiedlichster Preis-, Funktions- und Leistungsklassen. Quer durch die Branche wollen Hersteller wie Dell, Motorola, Blackberry-Produzent Research in Motion (RIM) und Samsung ihre neuen Geräte in den nächsten Wochen auf den Markt bringen.

Viele davon kaum weniger chic, ähnlich leicht bedienbar und zum Teil deutlich günstiger als Apples Vorbild. Daneben erweitern Tablets mit integrierter Schiebetastatur oder Kombi-Geräte, wie das Ideapad U1 von Lenovo, die sich wahlweise als vollwertiges Notebook oder als handlicher Flachrechner nutzen lassen, das Angebot.

Die Tablet-Rechner verändern nicht nur den Umgang mit Computern, die nun noch handlicher sind und damit die letzten Winkel des Alltags erobern: Sie sind auch optimale Werkzeuge für Mitschriften in Verhandlungen, das Lesen von Geschäftsunterlagen in der Bahn oder einfach zum abendlichen Surfen im Bett. Und sie verändern nachhaltig die Art, wie wir Medien nutzen.

Auf den Weg in den Echtzeit-Nachrichtenkonsum

"Wir sind auf dem Weg zu einer Art Echtzeit-Nachrichtenkonsum", sagt etwa Nikolaus Mohr, Geschäftsführer im Bereich Communications und High Tech beim Beratungsunternehmen Accenture. Denn über die handlichen Tablets werde der schnelle Konsum von Informationen zu jeder Tageszeit und in jeder Alltagssituation möglich.

Was die neue Technik leisten kann, zeigt beispielsweise das Tablet-Programm der Tagesschau-Redaktion: Nutzer können hier Kurzfassungen der neuesten Nachrichtensendung ansehen, vertiefende Artikel zu aktuellen Themen lesen und zu denen wiederum Bildbeiträge oder Kommentare abrufen. Ständig aktuell und zudem ruckelfrei.

Völlig anders und noch innovativer ist das Programm Flipboard, das aus den verschiedensten Nachrichtenquellen sowie Blogs, Twitter und sozialen Netzwerken die neuesten Beiträge sammelt und diese wie ein persönlich anpassbares Magazin zum Durchblättern auf den Tablet bringt.

Auch das digitale Fotoalbum wird endlich leicht bedienbare Realität. In fast schon perfekter Imitation des klassischen Bilder-Buchs lassen sich die Urlaubsbilder über den Schirm schieben oder Oma und Opa die jüngsten Gehversuche des Enkels als Kurzvideo präsentieren.

Vor allem aber bringen Tablet-Computer die digitale Welt näher als je zuvor an die aus dem realen Leben gewohnten und erlernten Gewohnheiten der Menschen heran, erklärt Accenture-Spezialist Mohr, den Erfolg der Flachrechner. "Dank der intuitiven Bedienkonzepte werden die Tablets damit auch für neue Nutzergruppen attraktiv, denen die Technik bislang immer zu kompliziert war."

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