Technik-Ausblick: Welche Innovationen 2010 die Wirtschaft bewegen

Technik-Ausblick: Welche Innovationen 2010 die Wirtschaft bewegen

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Internationale Funkausstellung: Immer individuellere Programme

von Thomas Kuhn

Die nächste Ära der Heimkinounterhaltung, Minikraftwerke für den Keller oder die stabilsten Werkstoffe aller Zeiten: Im kommenden Jahr werden Innovationen die Wirtschaft bewegen. So steht etwa das Medium Fernsehen vor dem größten Umbruch seiner Geschichte: Immer kleinere Zielgruppen schauen auf immer größeren TV-Bildschirmen immer individuellere Programme.

Gestochen scharfe Bilder, knackige Kontraste und begeisternde Farben: 20 Jahre lang haben Sender, Gerätehersteller und TV-Produzenten über Technik und Kosten gestritten, nun werden die faszinierend-hochauflösenden Fernsehbilder endlich Realität.

Mit den Olympischen Winterspielen im kanadischen Vancouver starten ARD und ZDF im Februar den Sendebetrieb ihrer hochauflösenden TV-Programme – kurz HDTV. RTL und Vox senden seit Herbst über den Astra-Satellitenkanal HD+ in HD-Qualität. ProSieben, Sat.1 und KabelEins folgen im Januar. Endlich können Abermillionen Deutsche auf ihren LCD- und Plasma-Flachbildfernsehern die detailreichen Aufnahmen sehen, die eine bis zu fünfmal feinere Auflösung bieten als die Analogtechnik.

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Und doch hätten Hersteller und Sender bei aller Faszination fürs neue Bild beinahe einen viel tiefer gehenden Umbruch verpasst: Der TV-Trend der Zukunft ist die Emanzipation der Zuschauer von ihrem Programmdirektor. Vorbei die Zeiten, in denen ARD, ZDF oder Privatsender den Kampf ums Fernsehvolk unter sich ausmachten. Die neue Macht in der TV-Welt heißt Internet. Dort stehen Filme, Serien und Reportagen rund um die Uhr zum Abruf bereit. Den TV-Stationen erwächst im Netz machtvolle Konkurrenz – auch jenseits von Googles Videodienst YouTube. Portale wie Grid-TV.com etwa bieten kleinsten Zielgruppen Zugriff auf Nischensender wie Reiter-, DanceSports- oder Wörthersee-TV.

Druck der illegalen TV-Portale

Schon in diesem Jahr verursachten Videostreams ein Viertel des Datenverkehrs im deutschen Internet, gingen 82 Prozent aller Privathaushalte mit Internet-Anschluss über schnelle Breitbandleitungen ins Netz. 2008 waren es knapp zehn Prozent weniger. Der Ausbau des schnellen VDSL-Internets und des Mobilfunks der vierten Generation macht das Web-Fernsehen noch attraktiver.

Unter dem Druck oft illegaler Web-Videotheken, wie Megavideo, Salloumi oder Filebase, haben die US-Medienriesen Disney, NBC und Newscorp ihre Videoplattform Hulu gestartet. Dort zeigen heute fast alle großen US-Sender Teile ihres Programms. Das verhindert nicht nur, dass die Zuschauer komplett zu illegalen Angeboten abwandern. Es rechnet sich auch: Marktforschern zufolge kosten Werbeminuten bei Hulu bereits doppelt so viel wie im normalen TV-Programm.

Traditionelles Geschäft trudelt

Das traditionelle TV-Geschäft aber trudelt. Hektisch suchen die Sender nach Standbeinen im Netz. ARD und ZDF kontern mit Mediatheken für ihre Inhalte. ProSieben und Sat.1 haben mit Maxdome schon eine eigene Videothek online. Denn das Web-Fernsehen bietet Platz für weitere Akteure: Bei „Entertain“, dem internetgestützten TV-Angebot der Deutschen Telekom, etwa gibt es neben Fernsehen in HD-Qualität auch Hollywood-Hits zum Download. Das Startup Zattoo liefert TV-Programme als Live-Stream.

Welche Angebote sich auf den LCD- und Plasmamonitoren durchsetzen, ist noch offen. Beim TV-Empfang auf iPhone & Co. ist Fußball der Bestseller: Rund 1,2 Millionen Live-Minuten überträgt die Telekom pro Liga-Spieltag auf die Han-dys der Zuschauer. Fünf Euro monatlich kostet der Kick im Daumenkino-Format.

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