Technik der Zukunft: Die Netzrevolution frisst ihre Kinder

Technik der Zukunft: Die Netzrevolution frisst ihre Kinder

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Rasend schnell hat die Technik uns in jüngster Zeit vom Faustkeil zum Touchscreen, vom Rauchzeichen zur E-Mail und vom Rad zum elektronisch gesteuerten Auto geschleudert

Die Wirtschaftskrise zwingt Unternehmen quer durch alle Industriebereiche zu Restrukturierung. Es zeichnet sich eine Veränderung ab, die Form und Funktion von Computern, Handys, Zeitungen und auch Autos dramatisch verändern wird.

Das Netzwerk ist der Computer. Eine schöne Idee, die Sun-Chef Scott McNeally schon vor Jahren propagierte - zu einem Durchbruch in der Industrie hat es aber nie gereicht.

Jetzt wird immer sicherer, dass die Idee funktioniert. Die Hardware schrumpft und wächst zusammen.

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Hardware wächst zusammen

Beispiel Computer: Erst als großes lärmendes Untertischgerät massenhaft verbreitet, dann vom Laptop degradiert und schließlich vom Netbook überflüssig gemacht.

Erstmals in diesem Jahr sinkt der PC-Absatz um dramatische zwölf Prozent, so stark wie noch nie seit 1981, als IBM den ersten PC auf den Markt brachte.

Hardware schrumpft und wächst zusammen, wie beim Handy und E-Book: Mobiltelefone ohne Digitalkamera sind heute Mangelware und Buch-Nachfolger wie Amazons Kindle, Sonys E-Reader oder der Txtr des Berliner Anbieters Wizpac sind die besten Beispiele dafür, dass alte wie neue Anbieter gezwungen sind, ihr Produkt- und Leistungsspektrum ständig zu verändern.

Augenfälligster Beleg für den umso radikaleren Wandel in der Internet-Ursprungsbranche Informationstechnik ist der Angriff des bis dato weitgehend unbekannten Unternehmers Stephen Wolfram auf das Google-Imperium. In akribischer Vorarbeit hat Wolfram eine neuartige Internet-Suchtechnik aufgebaut, die Insidern zufolge das Zeug hat, zu verstehen, was Menschen wollen. Damit sind in naher Zukunft Autos möglich, die den schnellsten Weg zur nächsten Apotheke weisen, wenn der Fahrer sagt: „Mir brummt der Schädel!“

„Insgesamt gesehen, ist die Hardwareindustrie schon mitten drin, sich tot zu schrumpfen, weil parallel zur Miniaturisierung und Leistungssteigerung immer mehr Rechen- und Verarbeitungsleistung durch das Internet auf externe, zentrale Server wandert und damit eher neue serviceorientierte Prozesse greifen,“ sagt Peter Busch, Servicedirektor bei Dimension Data.

E-Mail und das Web finden bekanntlich nicht mehr auf PC und Notebook selber, sondern im Netz und auf externen Servern statt. Musik wird kaum noch auf CD gekauft, sondern via Internet kopiert. Design, Konstruktion und Fertigung von Gütern findet mittlerweile weitestgehend digital und in weltweit organisierten Verbünden statt. Kaum ein Unternehmen wickelt seine Geschäftsprozesse mehr ohne IT und IP ab.

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