Test: Nicht nur fernsehen mit dem Loewe Connect

Test: Nicht nur fernsehen mit dem Loewe Connect

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Loewe Connect

Mit dem Loewe Connect kann man nicht nur fernsehen, sondern sich per Funk auch ins Heim-Netzwerk einloggen und vom Computer Videos oder Musikstücke herunterladen. Franz Rother war beeindruckt.

Die Stube ist eine der bedeutendsten Entwicklungen der europäischen Wohnkultur. Als beheizbarer separater Raum steht sie seit dem Mittelalter im Mittelpunkt des Familienlebens. Einst versammelte man sich dort um einen offenen Kamin, später zur geistigen Stimulation um das Klavier oder den Volksempfänger. Seit Mitte der 50er Jahre ist der Fernseher der unumstrittene Herrscher des Wohnzimmers. Jahrzehntelang stand er hier wie eine Art Altar, der allenfalls eine Stereoanlage neben sich duldete. Für Heime-ligkeit oder gar Wohnkultur blieb da kein Platz mehr. Erst recht nicht, nachdem die Elektronikindustrie Wege fand, um Fernseher und Hi-Fi-Anlage zu verschwistern und die Wohnstube in ein Kleinkino zu verwandeln: Unterm Sofa lauert seitdem nicht mehr der Dackel Waldi, sondern ein Subwoofer. Davor sind in manchen Stuben Satellitenempfänger, DVD- und CD-Spieler, Verstärker, Radio und Spielkonsole zu mannhohen Türmen aufgebaut. Und auf dem Wohnzimmertisch liegt ein Arsenal von Fernbedienungen dazu.

Die Erfindung der Flachbildfernsehers hat die Raumsituation kaum gebessert. Zwar kann der Fernseher nun aus dem Zentrum des Raums gerückt und an die Wand gehängt werden. Dafür gewann der Bildschirm an Größe – und das Gerätechaos drumherum ist hier und da sogar noch größer geworden. Nämlich dort, wo die Bewohner einen Computer zur Speicherung von Musikdateien oder Fotodokumenten einsetzen oder einen Rechner zum Download von Videos aus dem Internet nutzen.

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Der neue, in Komplettausstattung 3580 Euro teure Loewe Connect weist einen Weg aus diesem multimedialen Tohuwabohu. Der Fernsehgeräte-Hersteller aus Kronach hat aus der Not eine Tugend gemacht und sämtliche Funktionalitäten, die ein technikaffiner Fernseh-Junkie heute so braucht, in ein einziges Gerät gepackt: Es vereint einen hochauflösenden LCD-Flachbild-Monitor, einen digitalen Satellitenempfänger, einen HDTV-Festplattenrekorder, einen Dolby-Digital-fähigen Verstärker und eine WLAN-Antenne für den Zugriff auf das drahtlose Heimnetzwerk.

Das sieht nicht nur auf dem Papier gut aus. Das in edlem Weiß gehaltene Kombi-Gerät befriedigt auch bei Augenschein jeden Ästheten. Bei der Inbetriebnahme des Geräts und angesichts von drei Bedienungsanleitungen – für Fernseher, Fernbedienung und Zubehör – wurde es mir zwar etwas flau im Magen. Das Gefühl legte sich aber schnell nach dem Druck auf den Einschaltknopf: Der sogenannte Erstinbetriebnahme-Assistent, der sich daraufhin auf dem Bildschirm zeigte, lotste mich zielsicher durch die Einstellungen – um anschließend automatisch den Sendersuchlauf zu starten. Weit über 300 Fernseh- und 227 digitale Radioprogramme, erfuhr ich so, lassen sich hierzulande mittlerweile über Satellit empfangen, einige davon in hochauflösenden Bildern, die der Fernseher brillant und selbst bei der Wiedergabe schneller Szenen ruckelfrei zeigt.

Etwas schwieriger war die Vernetzung des Fernsehers mit dem Computer. Das Funknetz im Haus hatte der Connect zwar ruck, zuck aufgespürt, doch zum Router fand er erst keinen Anschluss. Um Fotos, Videos und Musik überspielen zu können, muss nämlich auf dem Rechner zunächst ein Serverprogramm aufgespielt werden, erfuhr ich später im Internet. Den entsprechenden Hinweis in der Bedienungsanleitung vermisste ich ebenso wie die Spezial-Software Twonky Media, für die Loewe den Connect angeblich optimiert hat. Die Datenübertragung war dafür anschließend ebenso einfach wie die Bedienerführung: Videos und Dias wurden per Klick aus dem Archiv des Computers im Nachbarzimmer gefischt und auf den 37 Zoll (94 Zentimeter) großen Monitor des Testgeräts gezaubert, in der messerscharfen Auflösung von 1920 mal 1080 Pixel und mit kaum messbarer Verzögerung.. Einziger kleiner Wermutstropfen: Bei iTunes abgelegte Musikdateien im AAC-Format kann der Connect nicht einlesen. Ansonsten aber überzeugte das Konzept auf der ganzen Linie. Nur am Preis sollte Loewe noch etwas feilen, damit diese Wohnkultur des 21. Jahrhunderts möglichst in vielen Stuben Einzug halten kann.

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