Top 500 der Superrechner: China baut den schnellsten Computer der Welt

Top 500 der Superrechner: China baut den schnellsten Computer der Welt

, aktualisiert 20. Juni 2016, 12:46 Uhr
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93 Billiarden von Kalkulationen in der Sekunde.

Quelle:Handelsblatt Online

China läuft beim Bau von Supercomputern den USA den Rang ab. Der aktuell schnellste Rechner der Welt lässt seine Verfolger weit hinter sich – und arbeitet erstmals ausschließlich mit in China hergestellten Prozessoren.

Frankfurt/MainChina steht erneut an der Spitze der Rangliste der schnellsten Supercomputer der Welt – und setzt sogar noch einen drauf. Neuer Spitzenreiter der am Montag vorgestellten Liste der Top 500 ist die Rechenanlage Sunway TaihuLight, die am nationalen Supercomputing Center im chinesischen Wuxi betrieben wird.

Mit 93 Petaflops (Billiarden von Kalkulationen in der Sekunde) ist der Supercomputer fast drei Mal schneller als der vorherige Spitzenreiter. Die schnellste Rechenanlage in Deutschland, Hazel Hen im Höchstleistungszentrum HLRS bei Stuttgart, schaffte es immerhin auf den neunten Platz.

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Bereits in den vergangenen drei Jahren hatte China die Top 500 angeführt. Tianhe-2 (Milchstraße), hieß der bisherige Spitzenreiter, seine 33,86 Petaflops reichen aktuell immer noch zum zweiten Platz in der Rangliste. Für Tianhe-2 nutzten die Forscher in China noch Prozessoren des Chipherstellers Intel. Der neue Spitzenreiter aus dem Forschungszentrum für Parallel-Computing (NRCPC) läuft dagegen komplett mit in China entwickelten Prozessoren.

Die Anlage ist nach Angaben der Herausgeber nicht nur deutlich schneller als der Vorgänger, sondern mit 6 Gigaflops pro Watt auch drei Mal energieeffizienter. Diese Performance brachte der Anlage auch einen der führenden Plätze in der Liste der Green500 ein.

Die 47. Ausgabe der Top 500 ist die erste überhaupt, in der die USA nicht mit den meisten Systemen vertreten ist. Mit 167 Systemen führt China, die USA kommen auf 165 Rechenanlagen. In Sachen Performance führt China dank Tianhe-2 und Sunway ebenfalls.

Erst auf den Plätzen drei und vier folgen mit dem Cray-Supercomputer Titan am Oak Ridge National Laboratory und dem Sequoia von IBM am Lawrence Livermore National Laboratory zwei Supercomputer in den Vereinigten Staaten. Eine dritte amerikanische Anlage unter den Top 10 ist Mira, ebenfalls von IBM, auf dem sechsten Platz. Japan ist mit Riken von Fujitsu vertreten (Platz fünf), auch Saudi-Arabien schaffte es unter die ersten zehn mit Shaheen II, einem Cray-Supercomputer mit 5,5 Petaflops (Platz 10).


Deutschlands schnellster Rechner steht in Stuttgart

Der schnellste Supercomputer aus Deutschland ist nach wie vor Hazel Hen, der im Höchstleistungszentrum HLRS bei Stuttgart betrieben wird. Die Anlage rutschte mit einer Leistung von 5,6 Petaflops im Vergleich zur vorherigen Liste vom achten auf den neunten Platz, hat sich damit aber weiterhin unter den Top 10 halten können. Er ist Teil eines Clusters der Universität Stuttgart und der umliegenden Regionen. Unter anderem nehmen auch Bosch und Daimler dort Simulationsrechnungen für Mobilitätslösungen vor.

Europas schnellste Anlage ist Piz Daint am Schweizer Supercomputing Centre (CSCS). Der Supercomputer des Herstellers Cray wird mit Intel Xeon Prozessoren betrieben und kommt mit einer Leistung von 8,1 Petaflops auf den achten Platz.

Die Liste der Top 500 wird alle sechs Monate im Rahmen der International Supercomputing Conference herausgegeben, die abwechselnd in Deutschland und in den USA stattfindet. Am Montag wurde sie zur offiziellen Eröffnung der Konferenz in Frankfurt am Main veröffentlicht.

Quelle:  Handelsblatt Online
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