Topraks Technik Talk: Windows XP schlägt Linux

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Der neue EEE PC 1000 HE von Asus arbeitet mit Windows XP

Kolumne

Der Trend zu kompakten Netbooks schien auch die große Chance für Linux. Doch inzwischen arbeiten die meisten der preiswerten Mobilrechner mit Windows XP. Hat Linux seine letzte Chance verpasst?

In den Staaten ist ein Streit um den Marktanteil von Windows XP bei Netbooks entbrannt. Microsoft versteigt sich in einem Blog zu der Behauptung, Windows XP habe in den USA schon einen Anteil von 96 Prozent. Das ist sicher gewaltig übertrieben, aber auch die Marktforscher von Abi Research sagen, dass auf drei Viertel aller Netbooks das Microsoft-Betriebssystem vorinstalliert ist.

Ein Blick auf die Angebote von Asus, Dell, Acer oder Lenovo scheint das zu bestätigen: Die Einsteigermodelle sind mit Linux ausgestattet, die teureren ab 300 Euro mit Windows XP. Also selbst, wenn man die Bemerkung Microsofts als satte Übertreibung betrachtet, so bleibt doch als Erkenntnis, dass das vor einem Jahr noch viel kritisierte Windows XP eine späte Karriere bei den kompakten Mobilrechnern hingelegt hat. Schön für Microsoft.

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Linux dagegen ist wieder mal nicht zum Zug gekommen. Schließlich hätte man erwarten können, dass Linux-Distributionen wie Ubuntu oder open Suse sich auf den preiswerten Minirechnern etablieren. Der erste Eee PC 4G von Asus war noch mit Linux ausgestattet. Doch schnell zeigte sich bei den Netbooks ein fragwürdiger Trend zu mehr Leistung und mehr Features.

Statt die Rechner fürs Arbeiten unterwegs zu optimieren, indem man sie noch leichter macht, Display und Tastatur verbessert und die Akkulaufzeit verlängert, ging die Entwicklung wieder in die von Notebooks bekannte Richtung: mehr Leistung, viel Multimedia und eine gute Portion Lifestyle. Und damit war Linux wieder aus dem Spiel. Die meisten Netbooks arbeiten wieder mit Windows XP. Das Open-Source-Betriebssystem ist ins Billigsegment der Geräte unter 300 Euro verbannt.

Ubuntu ist ideal für Netbooks

Dabei wären die kompakten Netbooks ein ideales Vehikel für ein ressourcensparendes Open-Source-Betriebssystem wie Ubuntu. Es gibt ja sogar ein speziell für die Minirechner konzipiertes Ubuntu Netbook Remix. Woran liegt es also, dass diese Betriebssysteme sich nicht durchsetzen können?

Sicher nicht an der Qualität der Programme. Einziger Schwachpunkt der Linux-Distributionen ist die oft lückenhafte Unterstützung bei Multimedia-Peripherie und PC-Spielen. Auch der ein oder andere Fotodrucker dürfte mit Linux Schwierigkeiten haben. Aber alles, was man mit Netbooks unterwegs sinnvollerweise tut – Texte und Tabellen bearbeiten, im Internet surfen, Präsentationen erstellen – all das kann eine x-beliebige Linux-Distribution in Kombination mit dem Office-Paket OpenOffice.org genauso gut wie Windows XP mit Office 2007.

Bei Netbooks gibt es keinen überzeugenden Grund, das teure Windows XP statt des kostenlosen Ubuntu Linux zu wählen. Auch bei Optik und Bedienfreundlichkeit muss sich Linux nicht hinter Windows verstecken. Vermutlich würde es manchem Computereinsteiger gar nicht auffallen, dass die grafische Bedienoberfläche, auf der er die Maus herumschubst, gar nicht von Microsoft ist, sondern von Ubuntu oder open Suse mit dem KDE- oder dem Gnome-Desktop.

Es ist Linux nie gelungen, das Exoten-Image abzustreifen

Die Masse der Verbraucher mag das Open-Source-Betriebssystem einfach nicht. Es ist den Linux-Entwicklern nie gelungen, das Exoten-Image abzustreifen. Ein Fehler, der früher beim KDE-Desktop gemacht wurde, und den OpenOffice.org bis heute macht, ist, dass die Entwickler versuchen, den Look der Windows-Oberfläche nachzuahmen, beispielsweise mit dem KDE-Desktop. Da wäre man auf Dauer vielleicht besser gefahren, wenn man den Mut zu eigenen Bedienkonzepten aufgebracht hätte.

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