Triebwerks-Baufehler : Nur ein Superjumbo A380 der Lufthansa betroffen

Triebwerks-Baufehler : Nur ein Superjumbo A380 der Lufthansa betroffen

Die Lufthansa will das schadhafte Triebwerk an einem ihrer A380 noch in der Nacht von Donnerstag auf Freitag auswechseln. Ermittler der australischen Luftsicherheitsbehörde haben bei der Untersuchung einer notgelandeten A380-Maschine bei bestimmten Triebwerken einen Baufehler entdeckt. Der kann zu einem "katastrophalen Triebwerksausfall führen. Die Fluglinie Qantas will nun den Motorhersteller verklagen.

Das größte Flugzeug der Welt, der Airbus A380, hat offenbar ein großes Sicherheitsproblem - zumindest bei den Fliegern, die mit den Trent 900-Motoren des britischen Herstellers Rolls Royce ausgerüstet sind. Die Ermittler der australischen Luftfahrtbehörde haben bei der Untersuchung der Maschine, die am 4. November mit 459 Passagieren an Bord in Singapur notlanden musste, einen möglichen Baufehler entdeckt, der zu einem "katastrophalen Triebwerksausfall" führen könne. Die Fluglinie Qantas will nun den britischen Motorenhersteller Rolls Royce verklagen.

Die Lufthansa hat bei ihren vier A380 Maschinen nur ein Triebwerk, das betroffen ist. Das wird, sagte ein Lufthansa-Sprecher in Frankfurt, "in der Nacht vom Donnerstag auf Freitag ausgewechselt". Es soll dabei zu keinen Verzögerungen oder Flugausfällen für die Passagiere kommen. Die Lufthansa hatte in ihren Maschinen, die im Mai 2010 geliefert wurden, in der Mehrzahl schon die dritte Generation der betroffenen Rolls Royce Trent 900 Triebwerke im EInsatz. Bei dieser verbesserten Version sei der Defekt behoben. Nach der Notlandung in Singapur flog die Lufthansa zwar mit dem fehlerhaften Triebwerk weiter, kontrollierte es aber nach jedem Flug statt wie sonst vorgeschrieben erst nach 20 bis 25 Flügen. Qantas und Singapore Airlines hatten teilweise noch die früheren Versionen des Triebwerkes im Einsatz. Ob Rolls Royce von den Problemen gewusst, aber die Folgen unterschätzt hat, ist noch nicht klar.

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Lufthansa wechselt Rolls Royce Triebwerk sofort aus

Die Passagiere des notgelandeten Qantas-Airbus hatten danach offenbar viel mehr Glück als bislang bekannt: Der mögliche Herstellungsfehler kann schwere Folgen haben: Bei einer Ölschlauchverbindung könnte er Ermüdungsrisse und Lecks erzeugen, hieß es in einer an diesem Donnerstag veröffentlichten Stellungnahme der Behörde ATSB. Dies kann den Ausfall und Zerstörung des Triebwerkes zur Folge haben.

Betroffen seien von Rolls-Royce hergestellte Triebwerke in 20 Flugzeugen der A380-Reihe. Die australische Fluggesellschaft hat nun rechtliche Schritte gegen den britischen Turbinenhersteller eingeleitet. Sie reichte eine Klagebegründung bei einem australischen Bundesgericht in Sydney ein, die ihm weitere juristische Maßnahmen gegen das Unternehmen ermöglichen. Qantas-Chef Alan Joyce sagte, seine Fluggesellschaft werde Schadensersatz für den Zwischenfall Anfang November verlangen.

Bei dem Brand des Motors hatten sich Teile gelöst und die Tragflächen beschädigt. Rolls-Royce machte einen Ölbrand als Ursache für den Schaden aus. Nach dem Zwischenfall müssen nun weltweit bis zu 40 Triebwerke ausgewechselt werden.

Weitere Sicherheitstests nötig

Die australischen Ermittler kündigten an, weitere Sicherheitstests an den Superjumbos durchzuführen, die mit den betroffenen Triebwerken ausgestattet sind. Die Sicherheitsempfehlung sei das Ergebnis einer Zusammenarbeit mit Rolls-Royce, sagte ATSB-Sprecher Martin Dolan. Das Sicherheitsproblem sei für ausreichend wichtig gehalten worden, um alle Betroffenen zu informieren.

Nach der Notlandung der Qantas-Maschine hatte die Fluggesellschaft ihre A380-Flotte wochenlang am Boden gehalten. Singapore Airlines ließ etwa drei seiner elf A380 vorübergehend am Boden.

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