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Trotz Lebensmittelkrise: Bundesregierung hält an Biosprit fest

von rtr

Die Bundesregierung sieht ungeachtet der weltweiten Lebensmittelkrise keinen Grund, die Einfuhr von Biosprit zu drosseln. Ein generelles Moratorium werde von den Industrieländern nur „als Versuch interpretiert, ihre Agrarproduktion abzuschotten“, warnte Umweltminister Sigmar Gabriel heute in Berlin.

Biosprit Quelle: AP
Biosprit Quelle: AP
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Im Endeffekt bedeute dies mehr Druck auf den Regenwald. Zudem werde es dann schwierig, die Länder für andere Projekte beim Klimaschutz zu gewinnen. Agrarminister Horst Seehofer sagte, die Bioenergie dürfe nicht zum Grundübel für die steigenden Lebensmittelpreise und Hunger in der Welt erklärt werden. Die Ursachen lägen vielmehr im Anstieg der Weltbevölkerung und der hohen Nachfrage. Scharfe Kritik an der Linie der Regierung kam von Greenpeace. Für die Beimischung von Biosprit zu normalen Benzin würden Millionen Hektar Urwald in Südostasien und Südamerika abgeholzt, monierten die Umweltschützer.

Auch Hilfsorganisationen hatten kritisiert, zur Gewinnung von Biosprit würden Anbauflächen in Entwicklungsländern zerstört und Armut gefördert. Seehofer betonte dagegen, auch ohne Biosprit gebe es Hunger in der Welt. Auf die Vorteile dürfe daher nicht verzichtet werden. „Biosprit hilft, das Klima zu schützen, macht unabhängig von Erdöl und Erdgas und schafft weltweit Einkommensquellen für Landwirte - auch für arme Bauern in Entwicklungsländern.“

Die Rolle der Bioenergie für die Nahrungspreise werde überschätzt. 2007 seien nur sieben Prozent des Pflanzenölverbrauchs und 3,5 Prozent des Getreideverbrauchs für Bioenergie eingesetzt worden. Nach Angaben Gabriels gibt es etwa in Brasilien ausreichend Flächen für den Anbau von Palmöl. Wichtig sei, dass die Regierung Zonen für den Anbau festlege und dies auch kontrolliere. Dabei müssten die Industrieländer helfen. Bio-Ethanol aus Zuckerrohr werde selbst von Greenpeace in Brasilien als unbedenklich gesehen. Gabriel zeigte sich überzeugt, dass die EU bis 2009 eine Regelung für Nachhaltigkeit beim Import von Biosprit finden werde. Seehofer unterstrich, Deutschland und Europa achteten darauf, dass für den Biosprit keine Tropen- oder Urwälder gerodet werden müssten.

Nach den Worten Seehofers muss angesichts der steigenden weltweiten Nachfrage nach Lebensmitteln die Landwirtschaft in den Industrienationen gestärkt werden. „Man stärkt nicht die Schwachen, indem man die Starken schwächt“, sagte er. Die Bauern bräuchten kostendeckende und faire Preise, zudem müsse der Umnutzung wertvoller Ackerflächen für Städte- und Straßenbau Einhalt geboten werden. Der Minister kündigte ein Konzept an, um die Versorgung mit bezahlbaren Futtermitteln sicherzustellen. Er sprach sich in diesem Zusammenhang dafür aus, das seit der BSE-Krise geltende Verbot zur Verfütterung von Tiermehl zu lockern, in dessen Folge die Bauern auf teurere Futtermittel zurückgreifen müssen. Zudem sollten Brachflächen für den Anbau von Futter genutzt werden.

Darüber hinaus müssten die Zulassungsverfahren für gentechnisch veränderte Futterstoffe verändert werden. Die Preise für Reis, Weizen und andere wichtige Lebensmittel sind in den vergangenen zwölf Monaten im Schnitt um rund 40 Prozent nach oben geschnellt. In einer ganzen Reihe ärmerer Länder kam es zu Protesten. Auch die meisten Industrie- und Schwellenländer bekommen die steigenden Preise zu spüren.

Allerdings zeichnete sich heute auf dem internationalen Reis-Markt eine Entspannung ab. Thailändischer Reis wurde zehn Prozent billiger gehandelt, nachdem die Philippinen als größter Importeur ihr Hauptkaufgebot des Jahres zurückgezogen hatten. Nach Ansicht des Industrieverbandes Agrar (IVA) ist die Versorgungslücke bei Lebensmitteln erst der Anfang einer Entwicklung. „Die Nachfrage nach Agrarprodukten wird bis zum Jahr 2030 um 50 Prozent steigen“, prognostizierte IVA-Präsident Hans Theo Jachmann.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 10.06.2008, 11:56 UhrAnonymer Benutzer: Tester

    Der Gammelfleisch Seehofer hat doch keine Ahnung, genauso wenig der Gabriel, die reden doch einen Stuss und belügen und betrügen den Steuerzahler nach Strich und Faden, Hwg wie jeder der verlogenen Politiker. Steuergeldsubventionierte Lebensmittel in Entwicklungsländer schicken, und den dortigen Markt zerstören, dann das freigewordene Ackerland für EU biossprit verwenden, das ist eine Schande diese Deutschen und EU- Politiker, immer nur in die eigene Tasche wirtschaften, der Rest ist denen Scheißegal......

  • 07.05.2008, 00:52 UhrAnonymer Benutzer: Michel

    Warum hat man heute dauernd den Eindruck, dass fast alles, was die da oben so machen dem klaren Sachverstand und der Vernunft widerspricht.

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