_

Umfrage zum IT-Gipfel: "Viele Ankündigungen, keine Resultate"

von Oliver Voß und Jens Tönnesmann

Deutsche Unternehmer und Gründer kritisieren den IT-Gipfel teils harsch. In einer Umfrage der WirtschaftsWoche erheben Sie klare Forderungen an die Politik, doch die Hoffnungen in Schwarz-Gelb beginnen zu verfliegen.

Was erwarten Sie vom vierten IT-Gipfel?

Heiko Hubertz, Bigpoint
Heiko Hubertz, Bigpoint

Dirk Graber (Gründer von Mister Spex): Ehrlich gesagt habe ich von der Veranstaltung noch nie gehört und mir gerade zum ersten Mal die Website mit den Informationen angesehen. Es scheint wieder eine dieser von der Politik organisierten Veranstaltungen zu sein, die stark an den Bedürfnissen von Startups und kleinen Unternehmen vorbei gehen. Diese scheinen noch nicht mal eingeladen zu sein, denn auf der Teilnehmerliste sehe ich nur große Unternehmen wie zum Beispiel SAP.

Ich würde mir wünschen, dass auch erfolgreiche Gründer zu einer solchen Veranstaltung eingeladen werden, da diese die wirklichen Probleme von Startups aus eigener Erfahrung kennen.

Stefan Glänzer (Last-FM-Gründer und Investor): Viele Ankündigungen, keine Resultate. 

Sven Schmidt (Gründer und Investor bei Verwandt.de, Pennergame.de oder Dealjäger):

Nichts. Ich wusste bis eben nichts von der Veranstaltung. Daher habe ich keine Erwartungen. Hätte ich von Ihr gewusst, würde ich allerdings auch nichts erwarten.

In Deutschland wird primär großen Firmen wie Opel geholfen, obwohl der Mittelstand und die kleinen Unternehmen die Gesellschaft tragen. Aber ist es halt PR-wirksamer einen Dinosaurier wie Opel, der aussterben sollte, am Leben zu halten.

Heiko Hubertz (CEO Bigpoint GmbH): Ich erwarte von dem diesjährigen IT Gipfel in Stuttgart einen offenen und vor allem konstruktiven Dialog. Der Staat muss sich unserer Meinung nach dafür stark machen, dass Internet mit seinen vielfältigen Angeboten den Menschen näher zu bringen und hier Vertrauen herstellen. Hier erwarten wir einen lösungsorientierten Dialog zwischen Wirtschaft und Politik.

Julia Derndinger (Entrepreneuers Organization und Gründerin Trendwerk77): Die systematische Auseinandersetzung mit der Bedeutung der Informationstechnologie halte ich für äußerst wichtig.  Der sichere Umgang mit modernen Systemen ist für jeden Menschen, der aktiv an der Gesellschaft teilhaben will unabdingbar - darum ist es im Sinne des

Gleichheitsprinzips auch wichtig, dass wir allen Bürgern einen Grundzugang zur modernen Kommunikation und Datenverarbeitung ermöglichen und bei Defiziten ausbilden und erklären.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 09.12.2009, 00:22 UhrAnonymer Benutzer: Martin Bregulla

    Herr Gadowski trifft die Sache sehr gut. Die Start-Up Kultur in Deutschland völlig auf sich gestellt und wird von der Kultur 1.0 wo es geht ausgebremst. Mitarbeiterbeteiligung in der GmbH Form sind praktisch kaum umzusetzen. Sie sind jedoch in der amerikanischen Start-Up Kultur weit verbreitet. Die guten Angestellten die das Risiko der Gründungsphase ähnlich wie die Unternehmer selbst mitgehen, sollten bei Erfolg auch dementsprechend entlohnt werden. Dies wird durch geltende Steuergesetze und Überregularien aber unterbunden. Das ist weder gerecht, noch leistungsfördernd.

    Die Trennung von Angestelltem und Kapital steckt ganz tief im System drin. Der Gesetzgeber sollte den Kulturwandel mitgehen. Der iT Tag 2010 sollte daher auf die innovative Gründerszene ausgerichtet werden.

Alle Kommentare lesen

Blogs

Die Anfälligkeit von Journalisten für kleine Geschenke
Die Anfälligkeit von Journalisten für kleine Geschenke

Nun ist er weg. Bundespräsident Wulff ist zurückgetreten und ein Nachfolger ist bestimmt. Darüber ist vieles gesagt und...

weitere Fotostrecken