Umwelt: Klimaschutz beim Kaffeetrinken

Umwelt: Klimaschutz beim Kaffeetrinken

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Nicht nur im Großen, sondern auch im Kleinen kann man was gegen die CO2-Belastung tun (im Bild Aktivisten der Umweltschutzorganisation Greenpeace stehen im Dezember 2008 in Hamburg neben einem brennenden "CO2"-Schriftzug und einem Transparent mit der Aufschrift "Kohlekraft verheizt das Klima!" an der Baustelle des Kohlekraftwerks Moorburg)

Die Waschmaschine nur auf 30 Grad einstellen oder beim Haarewaschen mal kurz das Wasser abdrehen: Für den Klimaschutz zu Hause gibt es oft mehr Möglichkeiten als gedacht. Das Öko-Institut, Potsdamer Klimaforscher und zehn Unternehmen haben nun in einem Pilotprojekt den Treibhausgasausstoß von 15 Produkten untersucht, vom Toilettenpapier bis zum Fertiggericht.

Von der Rohstoffgewinnung über den Verbrauch bis zur Entsorgung sei dieser CO2-Fußabdruck dabei für jedes Produkt genau berechnet worden, teilten die Initiatoren am Montag in Berlin mit. Doch seit wann ist eine Tasse Kaffee schlecht fürs Klima? Um es gleich in Zahlen auszudrücken: Der CO2-Fußabdruck einer Tasse Kaffee liegt zwischen 59 und 100 Gramm. Dabei schlägt nicht etwa der weite Transport der Kaffeebohnen zu Buche. Es sind nach einer Analyse der Firma Tschibo und Umweltexperten vor allem der Anbau des Kaffees samt Dünger und Pflanzenschutzmitteln. Danach fällt die Zubereitung beim Kaffeeliebhaber ins Gewicht, die beim Strom für die Kaffeemaschine beginnt.

„Unser alltägliches Verhalten und die Auswirkung auf die Klimakrise sind oft noch gar nicht verstanden“, sagt Lucia Reisch, Professorin für Konsumverhalten in Kopenhagen. Denn es sind eben nicht nur die großen Fabriken, die Treibhausgase in die Luft pusten. Jeder hat seinen ganz persönlichen CO2-Fußabdruck. „Es geht darum, die Lebensstile zu beeinflussen“, sagt Reisch. Wie das möglicherweise funktionieren könnte, versuchen das Öko- Institut zusammen mit Klimaforschern und Unternehmen zu ergründen.

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Dabei geht es zunächst einmal darum, eine einheitliche Berechnungsformel für den CO2-Fußabdruck zu finden. Sie soll Vergleiche zwischen Wärmedämmplatten und Fertiggerichten samt ihrer Auswirkung auf die Umwelt überhaupt erst möglich machen. Ein nächster Schritt liegt noch in der Zukunft. Wenn es einheitliche internationale Berechnungsformeln für den Fußabdruck gäbe, könnten Waren eine Art neues Öko-Siegel erhalten; ähnlich dem Energielabel, das es für Kühlschränke gibt oder dem EU-Energiepass für Gebäude. Besserer Klimaschutz liegt dabei nicht nur an den Herstellern. Auch im Privathaushalt kann jeder dazu beitragen.

Wer mäßig verschmutzte Wäsche nur bei 30 Grad Celsius in die Maschine steckt, tut schon ein gutes Werk. Hausfrau oder Hausmann hinterlassen dann nach den Berechnungen der Firma Persil und Umweltexperten einen CO2-Fußabdruck von 240 Gramm pro Ladung. Steht der Schalter der Waschmaschine dagegen auf 60 Grad, sind es flugs 750 Gramm. Wer beim Haarewaschen 22,5 Liter Wasser mit Temperaturen von 40 Grad durch die Dusche laufen lässt, markiert laut der Firma Henkel einen Fußabdruck von 290 Gramm.

Wird die Dusche beim Einschäumen der Haare aber abgestellt, laufen nur noch 18 Liter durch. Ist die Temperatur zusätzlich auf 37 Grad gedrosselt, liegt der Fußabdruck nur noch bei 185 Gramm. Jeden Tag addieren sich diese kleinen mit den großen CO2-Emissionen. Nach Berechnungen des Umweltbundesamtes liegt die tägliche CO2-Bilanz eines jeden Bundesbürgers bei durchschnittlich 30 Kilogramm - von der Ernährung über das Wohnen bis hin zur Mobilität; dazu kommen die Emissionen aus Herstellung und Konsum von Gütern und Dienstleistungen aller Art. Im Jahr macht das satte elf Tonnen Treibhausgas-Ausstoß pro Kopf.

Soll die Erderwärmung bis zum Jahr 2100 nach den heutigen Prognosen bei zusätzlichen zwei Grad gedeckelt werden, dürften es in Industrieländern langfristig aber nur zwei Tonnen pro Kopf und Jahr sein. Die USA liegen zur Zeit bei mehr als 20 Tonnen - und China schon bei vier. „Ein Umdenken wird nicht einfach“, sagt Konsum-Expertin Reisch. „Konsumenten sind träge und haben wenig Zeit.“ Einen „klimaverträglichen Konsum“ hält sie aber für möglich - wenn es verständliche Informationen, gute Vorbilder, finanzielle Vorteile und soziale Anreize gibt.

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