Umwelt: Medikamente im Trinkwasser

Umwelt: Medikamente im Trinkwasser

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Trinkwasser ist immer häufiger mit Medikamentenresten belastet. Der TÜV führt einen bundesweiten Trinkwassertest durch.

In den Achtzigerjahren waren viele Flüsse in Deutschland biologisch tot. Durch strenge Umweltauflagen und hohe Investitionen hat sich die Lage gebessert. Doch jetzt droht eine neue Gefahr: Arzneireste im Trinkwasser.

In den Achtzigerjahren waren viele Flüsse hierzulande biologisch tot. Heute dagegen sind laut Bundesumweltministerium neun von zehn Gewässern dank hoher Umweltauflagen und Millioneninvestitionen in die Klärung der Abwässer wieder in gutem Zustand.

Dafür bereitet den Fachleuten eine spezielle Form von Fremdstoffen im Trinkwasser neues Kopfzerbrechen: Dort finden sich immer öfter Medikamentenreste. Zwar sind die Werte laut Umweltbundesamt für Menschen ungefährlich. Doch wie sich der verdünnte Medikamentenmix langfristig auf Menschen auswirkt, weiß niemand. Bei Fischen aber führten Rückstände hormonell wirkender Stoffe im Wasser bereits dazu, dass männliche Tiere auch weibliche Geschlechtsmerkmale entwickeln.

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Belastung wächst weiter

Die Substanzen werden von Menschen, aber auch von medikamentös behandelten Nutztieren wie Rindern und Schweinen ausgeschieden. Weil konventionelle Kläranlagen die Stoffe bisher nicht herausfiltern, gelangen sie in die Flüsse. Das ist problematisch, weil viele Wasserwerke Rohwasser aus Flussuferfiltrat gewinnen. Und so fanden sich im Trinkwasser laut Umweltbundesamt seit 2008 bereits mehrfach Rückstände von Rheuma-, Schmerzmitteln und anderen Arzneien.

Die Belastung dürfte mit der Alterung der Gesellschaft weiter wachsen. Denn zugleich nimmt auch der Medikamentenkonsum und damit deren Ausscheidung zu. Das Umweltbundesamt rechnet damit, dass beides bis 2040 um 20 Prozent steigt.

Lösungsansätze gibt es: Wo möglich sollten Ärzte Medikamente verschreiben, die biologisch abbaubar sind. Der Rest kann mit Aktivkohle oder Membranen aus dem Wasser gefiltert oder mit Ozon zerstört werden. Laut Hochrechnungen verursacht die Nachrüstung der Technik um die zusätzliche Klärstufe rund zehn Prozent Mehrkosten.

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